Ich weiß all die Lyrics noch. Zu den Songs, die ich vor Jahren gehört habe.
Alexander, ich sitze im Schneidersitz auf meinem Bett und habe noch einen Keks übrig.
In 100 Tagen bin ich zurück in Deutschland.
Hin und her gerissen zwischen Melancholie und eigentlich doch gar nicht so traurig, fällt die Musikwahl heute Abend schwer.
Benjamin würde sicherlich sagen If I Tremble - Front Porch.
Aber er ist nicht hier.
Er ist auf Kuba und er schreibt mir lange Texte, die dann ankommen, wenn er Internet hat.
Also einmal am Tag.
Ja, Alexander, ich habe einen Freund.
Einen waschechten Kanadier, einen Hockey Captain,
Jemanden, der mich in Social Justice ansieht, bis ich es merke
und dann zurückstarre und der dann den Blick nicht abwendet,
sondern verträumt lächelt.
Jemanden, der sagt "Rebecca, komm vorbei, du kannst bei mir weiterschlafen."
Einfach, weil er mich bei sich haben will, auch wenn ich nur schlafe.
Und der mich, wenn ich aufwache, schon wieder ansieht und wenn ich frage warum, mich sanft auf die Stirn küsst und sagt, ich sah so friedlich aus, er konnte nicht anders.
Er erzählt schlechte Witze, er hat immer warme Hände
und er mag meine regnerischen Locken.
Ich lache mit ihm mehr, als ich jemals gelacht habe.
In einer Sekunde reden wir noch über Kanadas Wirtschaft und in der nächsten versucht er, mir die Nase abzubeißen.
Vielleicht sind das die normalen Dinge in einer Beziehung.
Sicherlich sind sie das.
Aber ich hatte das noch nie und jetzt bin ich 17 und jetzt habe ich es.
Limitierte Edition,
in jeder Hinsicht.
Wenn wir kuscheln, drückt er mich manchmal so random.
Unsere Geschichte ist so verboten wie komisch.
Wenn ich allein durch die Dunkelheit laufe, mache ich ihm Sprachnachrichten,
bis ich zu Hause bin.
Er schreibt mir von seinem Urlaub auf Kuba.
Ich will nicht zurück in die Realität, Alexander.
Dieses Leben hier, das ist jetzt meine Realität.
Ich gehöre hierher und zu den Leuten hier.
Gerade ist Spring Break, gestern war ich mit Helena in Seattle, nächste Woche geht's nach Banff, Alberta.
Lake Louise.
Falls jemand zu faul ist, Bilder zu googeln:
Ich stehe morgens auf und laufe zu Schule, um dann in meinem ersten Block Foods zu haben, backen und kochen. Ich lerne hier Spanisch, ich habe Zeit.
Nicht so wirklich viel, weil ich mich ständig mit irgendwelchen Leuten treffe, aber trotzdem.
Downtown Vancouver ist die Großstadt, die ich zu Hause immer vermisst hab. Manchmal gehe ich in den Park zum Schaukeln und wenn es regnet, gucke ich, wenn auch selten, Netflix. Ich fühle mich wie das glücklichste Kind der Welt, wenn ich neben Benjamin aufspringe, weil die Canucks ein Tor geschossen haben und dann falle ich ihm um den Hals und Alexander, ich bin so glücklich, ich bin so glücklich, ich bin so glücklich.
Alle sagen, ich soll im Hier und Jetzt leben
und glaub mir, Alexander, ich gebe mir alle Mühe.
Aber der Gedanke, dass ich mich am 26. Juni hier verabschieden muss,
will und will mir nicht aus dem Kopf.
Es macht mich melancholisch.
Es bringt mich schon jetzt manchmal zum Weinen.
Hätte mir jemand vor 3 Jahren, als ich begonnen hab hier zu schreiben,
gesagt, dass mein Leben irgendwann so sein würde,
wie es ist,
ich hätte sarkastisch gelacht.
Und heute kann ich noch immer nicht glauben, dass es wahr sein soll.
Dass ich das verdient haben soll.
100 Tage noch.
Alexander, ich sitze im Schneidersitz auf meinem Bett und habe noch einen Keks übrig.
In 100 Tagen bin ich zurück in Deutschland.
Hin und her gerissen zwischen Melancholie und eigentlich doch gar nicht so traurig, fällt die Musikwahl heute Abend schwer.
Benjamin würde sicherlich sagen If I Tremble - Front Porch.
Aber er ist nicht hier.
Er ist auf Kuba und er schreibt mir lange Texte, die dann ankommen, wenn er Internet hat.
Also einmal am Tag.
Ja, Alexander, ich habe einen Freund.
Einen waschechten Kanadier, einen Hockey Captain,
Jemanden, der mich in Social Justice ansieht, bis ich es merke
und dann zurückstarre und der dann den Blick nicht abwendet,
sondern verträumt lächelt.
Jemanden, der sagt "Rebecca, komm vorbei, du kannst bei mir weiterschlafen."
Einfach, weil er mich bei sich haben will, auch wenn ich nur schlafe.
Und der mich, wenn ich aufwache, schon wieder ansieht und wenn ich frage warum, mich sanft auf die Stirn küsst und sagt, ich sah so friedlich aus, er konnte nicht anders.
Er erzählt schlechte Witze, er hat immer warme Hände
und er mag meine regnerischen Locken.
Ich lache mit ihm mehr, als ich jemals gelacht habe.
In einer Sekunde reden wir noch über Kanadas Wirtschaft und in der nächsten versucht er, mir die Nase abzubeißen.
Vielleicht sind das die normalen Dinge in einer Beziehung.
Sicherlich sind sie das.
Aber ich hatte das noch nie und jetzt bin ich 17 und jetzt habe ich es.
Limitierte Edition,
in jeder Hinsicht.
Wenn wir kuscheln, drückt er mich manchmal so random.
Unsere Geschichte ist so verboten wie komisch.
Wenn ich allein durch die Dunkelheit laufe, mache ich ihm Sprachnachrichten,
bis ich zu Hause bin.
Er schreibt mir von seinem Urlaub auf Kuba.
"Mi amor,
It's later on Wednesday now, like 10:30.
I'm still shitfaced.
I lay in bed, just remembering the first time I kissed you.
I wish you were here to cuddle up with me in this bed
because I miss you so much.
I think you'll love your souvenir almost as much as I love you.
Idk if you saw but I put some pics on Insta
so maybe check them out?
I'm listening to Just The Way You Are
and thinking of you
and I'm crying
and I love you.
I'm low key getting good at social media captions
I like to think: twice today I was impressed with me.
Also today we got to go to a gun range and shoot pellet guns,
I'm actually quite good at it surprisingly.
I wish you especially but also Luis and Liv were here
cause free booze and food and all this stuff
we'd have such a fun time.
I love you
and I miss you so much rn
I can't stop crying ♥"
Dieses Leben hier, das ist jetzt meine Realität.
Ich gehöre hierher und zu den Leuten hier.
Gerade ist Spring Break, gestern war ich mit Helena in Seattle, nächste Woche geht's nach Banff, Alberta.
Lake Louise.
Falls jemand zu faul ist, Bilder zu googeln:
Nicht so wirklich viel, weil ich mich ständig mit irgendwelchen Leuten treffe, aber trotzdem.
Downtown Vancouver ist die Großstadt, die ich zu Hause immer vermisst hab. Manchmal gehe ich in den Park zum Schaukeln und wenn es regnet, gucke ich, wenn auch selten, Netflix. Ich fühle mich wie das glücklichste Kind der Welt, wenn ich neben Benjamin aufspringe, weil die Canucks ein Tor geschossen haben und dann falle ich ihm um den Hals und Alexander, ich bin so glücklich, ich bin so glücklich, ich bin so glücklich.
Alle sagen, ich soll im Hier und Jetzt leben
und glaub mir, Alexander, ich gebe mir alle Mühe.
Aber der Gedanke, dass ich mich am 26. Juni hier verabschieden muss,
will und will mir nicht aus dem Kopf.
Es macht mich melancholisch.
Es bringt mich schon jetzt manchmal zum Weinen.
Hätte mir jemand vor 3 Jahren, als ich begonnen hab hier zu schreiben,
gesagt, dass mein Leben irgendwann so sein würde,
wie es ist,
ich hätte sarkastisch gelacht.
Und heute kann ich noch immer nicht glauben, dass es wahr sein soll.
Dass ich das verdient haben soll.
100 Tage noch.