Lieber Alexander.
Das Wetter ist doof, weil der Frühling nicht kommt, die Betten sind bequem und das Essen schmeckt nicht.
Blablabla.
Ich bin so illegal, haha.
Eigentlich darf ich gar nicht mehr am Laptop sein, schon längst Schlafenszeit,
aber es ist mir irgendwie gerade wirklich egal.
Viel passiert in den letzten Tagen,
alles geht drunter und drüber.
Den Soundtrack vom "Schlussmacher" im Ohr,
Spotify ist doch was Feines, haha :D
Ok, ja eigentlich müsste ich wirklich schlafen, das Pochen in meiner rechten Schläfe war wirklich allerhöchstes Alarmsignal.
Und wer will schon gerne die Osterferien mit Migräne im Bett verbringen?
Ignorieren, ignorieren, ignorieren.
Das Leben ist jetzt wichtiger, als irgendwelche lächerlichen Kopfschmerzen.
(Sag ich jetzt, wenn ich erstmal kotze, wünsche ich mir wieder, einfach nur sterben zu können, ich kenn mich doch...)
Erstaunlich zufrieden mit mir.
Ich weiß, wie das klingt, ich weiß, dass heute niemand mehr zufrieden mit sich ist.
Doch, ich schon. Also fast.
Ein bisschen gelernt, für Geo und Französisch.
Und dann noch was für meine Bikini - Figur getan, besser spät als nie anfangen lautet die Devise, oder?
Ja, die Liste der Dinge, die ich NICHT gemacht hab, heute, ist länger, aber na und?
Wozu gibt's Ferien?
Die letzten Nächte habe ich immer unendlich lange mit Sophie geschrieben und auch jetzt wieder.
Ich weiß nicht, was ich ohne sie tun würde.
Sie ist mein Ein und Alles.
Und meine Augen brennen schon, vor Müdigkeit, aber ich will noch nicht schlafen.
Ich will noch ein bisschen diesen Tag genießen.
Klar, es ist ein Tag wie jeder andere.
Erst ewig in der Schule rumgequält, halb 5 zu Hause.
Hausaufgaben, Lernen.
Und dann schreiben, schreiben, schreiben. SMS, Skype, E-Mail.
Irgendwann auch endlich mal Abendbrot, als ich vor Hunger schon fast gestorben bin,
danach dann wieder schreiben.
Als ob ich sonst keine Hobbys hätte.
Ein Tag wie jeder andere.
Aber nein, Alexander. Du solltest eine Sache über mich wissen.
Heute ist Donnerstag.
Heute ist der 21.
Donnerstag, 21. März 2013.
Augen zu, tief durchatmen.
Warum ich so ein Theater wegen eines Datums mache?
Keine Ahnung, Daten waren für mich schon immer von großer Bedeutung und Zahlen im Allgemeinen auch.
Du musst es nicht verstehen, Alexander.
Es ist eine meiner Macken.
Niemand muss es verstehen.
Nur einer kann es verstehen.
Lieber Mr. M.
Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, dass... Nun ja.
Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wie ich beginnen soll.
Sprachlos trifft es nicht ganz. Wortlos ist besser.
Ja, wortlos.
So sitze ich hier, starre die Tastatur an, suche nach einem passenden Anfang.
Musik aus, weil es hierfür keine passende Musik gibt.
Ich frage mich, was du heute gemacht hast.
Und ob du auch kurz an mich gedacht hast, irgendwann.
Vielleicht, als ich nicht, wie sonst üblich im Bus war, weil ich heute Morgen verschlafen hatte. Wer weiß.
Aber eigentlich spielt es keine Rolle.
Heute ist Donnerstag.
Donnerstag, der 21. März.
9 Monate.
Heute auf den Tag genau.
Und es ist sogar Donnerstag.
Als ich heute Morgen in Englisch das Datum an den Rand geschrieben habe, hab ich gedacht, "oh, schon wieder ein 21." und einfach weiter gemacht.
Seit 9 Monaten denke ich jeden 21. ganz besonders an dich. Immer.
Nichts besonderes. Fast normal.
Aber Donnerstag.
DonnerstagDonnerstagDonnerstag.
Mr. M.
Der 21. Juni 2012 war auch ein Donnerstag.
Seitdem reagiere ich speziell auf alles mit 4 Buchstaben, Donnerstage und jeden 21. des Monats.
Da hast du's.
Du kannst von mir aus gerne die Augen verdrehen, weil du es albern findest, da so ein Gewese draus zu machen, mir egal.
Heute ist ein besonderer Tag.
Weil du mir vor exakt 9 Monaten gesagt hast, dass du mich nicht mehr liebst, sondern sie.
Weil du damit meine Welt zum Einsturz gebracht hast und weil heute vor 9 Monaten die wohl schlimmste Zeit meines Lebens begonnen hat.
Nein, es war nicht nur deine Schuld. Aber auch...
Seit diesem Tag bin ich nicht mehr die, die ich mal war.
Seit diesem Tag versuche ich, herauszufinden, wer ich jetzt sein soll, wer ich jetzt bin, ohne dich.
Vielleicht ist es erbärmlich, dass ich so von dir abhängig bin, aber...
Mein Gott, du kanntest mich besser als jeder Mensch dieses Universums!
Ich schon oft genug versucht zu erklären, warum und wieso und weshalb du so eine große Wirkung auf mich hast. Oft genug bin ich gescheitert.
Also versuche ich es diesmal lieber gar nicht erst.
Ich würde mich sowieso wieder nur in Gedanken und in Worten verstricken und am Ende kommt nie das raus, was ich eigentlich haben wollte.
Ich schätze, ich kann dich gar nicht erklären.
Vielleicht sind manche Dinge einfach nicht möglich, soll ja vorkommen.
Ich wollte dich einfach nur an diesen Tag erinnern, Mr. M
und dir sagen, dass es für mich noch lange nicht vorbei ist und dass ich diese Nacht mit meinen Gedanken nur bei dir bin.
Ich weine nicht und ich höre auch keins deiner Lieder...
Jedenfalls momentan nicht, vielleicht nachher, zum Einschlafen.
Ich bin nicht mal traurig.
Ich komme mir vor, wie eine Reporterin, die einen Bericht für eine Lokalzeitung schreibt.
9 Monate sind eine lange Zeit.
Um zu verlieren, um zu weinen. Zu vermissen.
Halbzeit, Mr. M.
9 Monate lang waren wir mehr als Liebe, mehr als alles auf dieser Welt.
Seit 9 Monaten sind wir nichts mehr, außer alten Bekannten.
Fremden mit Erinnerungen.
Nein, ich weine nicht. Es tut nicht mal weh.
Ich frage mich nur, ob du auch noch manchmal an diese Zeit zurückdenkst.
Ob du dich auch fragst, was aus uns geworden wäre.
Und ob wir wirklich eines Tages Arm in Arm in Kalifornien am Strand im Sonnenuntergang sitzen werden.
So wie's jetzt aussieht, wohl eher nicht.
Aber wer weiß.
Wir sind noch jung, unser Leben noch lang.
Und die Hoffnung stirbt nie, hast du selber mal gesagt.
Erinnerst du dich?
Heute also 9 Monate.
Danke für alles.
Auf weiter Monate, Jahre, vielleicht auf ein ganzes Leben ohne dich.
Wir werden sehen.
Und alles wird gut.
Ich liebe dich trotzdem.
Rebecca.
Ja.
So ist das wohl.
Ich hab schon so oft versucht, es in Worte zu fassen.
Es geht nicht.
Wir selber haben damals gesagt, dass es mehr ist, als Liebe.
Dass wir unendlich sind.
Wie soll ich es jetzt, im Nachhinein dann beschreiben?
Mit nichts als Worten?
Also lass ich es besser.
Schlafe jetzt, für diese Nacht.
Vorfreude auf die Ferien, weil es dann endlich wieder egal ist, wie lange ich nachts noch wach bin und Briefe schreibe.
Danke für's Zuhören, Alexander, danke.
Was wäre ich nur ohne dich?
♥
♪ "All Too Well" - Taylor Swift
♪ "Let Her Go" - Passenger