Alexander.
Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.
Ich hatte hier schon echt viele verschiedene Sätze stehen,
aber nichts von dem hat gepasst.
Da ist so viel in meinem Kopf von dem ich dir erzählen müsste,
weil so viel passiert, verstehst du?
Ich hab dir noch nicht von Weihnachten erzählt
und dass ich in dieser Nacht ein glückseliger Flummi war
und ich hab dir noch nicht vom 1. Weihnachtsfeiertag erzählt
und dass ich in dieser Nacht vielen Menschen ein bisschen von meinem Glück abgeben konnte.
Ich wollte dir von der Liebe erzählen,
du weißt schon, Weihnachten, Fest der Liebe und so
und was ich davon halte, im Speziellen und im Allgemeinen.
Oh und ich hab dir noch gar nicht erzählt,
wie es war, als Mr. M wieder zurückgekommen ist.
Und dass es sich anfühlt, als wäre er nie weg gewesen,
im guten wie im schlechten Sinne.
Aber naja, dann ist da auch bald das neue Jahr
und ich... Keine Ahnung, hätte ich Pläne,
würde ich dir sicher auch davon erzählen,
aber Tatsache ist, dass ich keine Zeit habe,
weil ich viel zu sehr mit der Silvesterplanung beschäftigt bin.
Alexander, mein Kopf scheint zu platzen.
Um mich herum sind alle glücklich und zufrieden
und ich bin es auch
und du musst wissen, heute ist eine Nacht,
in der ich eigentlich viel zu müde bin, um sinnvolle Sätze von mir zu geben.
Aber wer weiß, wann ich wieder zum Schreiben komme.
Um ehrlich zu sein,
ich hab viele Ideen.
Für den Menschen, der ich mal sein will.
Ich hab viele Träume.
Die ich mal verwirklichen will.
Viele Ziele, viel viel viel.
Von allem zu viel.
Und wäre ich heute Nacht gut drauf,
dann würde ich was von Hoffnung faseln,
vonm Glauben an das Gute,
davon, dass alles möglich ist und alles gut wird.
Voller Enthusiasmus würde ich dir davon erzählen,
Alexander,
aber weißt du was?
Ich bin nicht gut drauf.
Ich würde ja gern sagen, es wäre anders,
wenn ich wüsste, dass da jemand ist, der mich liebt.
Aber das ist nicht fair,
weil ich weiß, dass es da draußen doch einige Menschen gibt,
denen ich etwas bedeute und die mich lieben.
Und außerdem ist es auch nicht wahr.
Denn, Alexander,
um ehrlich zu sein,
es ändert nichts.
An einem bestimmten Punkt in unserem Leben wachen wir alle auf.
Und erkennen, dass es nichts und niemanden gibt,
der uns jemals retten kann.
Und das alles, worauf wir hoffen,
nichts ist als ein fantastisches Spiegelbild
einer noch fantastischeren Illusion ist
und weißt du was, Alexander,
weder Spiegelbilder noch Illusionen sind real.
Und das ist meine Wahrheit.
Vielleicht bin ich auch einfach nur hoffnungslos für heute Nacht,
aber ich glaube,
an einem bestimmten Punkt in unserem Leben
sind wir alle gebrochene Menschen.
Deren einziges Bestreben es ist,
wieder zu heilen,
koste es, was es wolle.
Hoffnungsloses Unterfangen,
wenn du mich fragst, Alexander.
Einmal gebrochen, immer gebrochen,
so einfach ist das.
Das muss niemand so sehen wie ich.
Aber ich für meinen Teil glaube nicht daran,
dass ich jemals wieder in Ordnung kommen werde.
Ich werde glücklich sein, es wird mir gut gehen,
ich werde traurig sein, es wird mir scheiße gehen.
Ich werde alles sein,
alles, was es gibt.
Aber nicht in Ordnung.
Und wenn ich jemals einen Mann treffe,
der mich wieder in Ordnung bringt,
dann gnade ihm Gott,
ich werde ihn heiraten.
Oder so.
Weißt du, was der Trick ist, damit niemand dir schreibt, Alexander?
Einfach nicht antworten.
Wahrscheinlich muss ich auch einfach noch meinen Platz in der Welt finden.
Weißt du, was man tun muss, damit man nicht mehr denkt?
Schlafen.
Siehst du, eigentlich weiß ich, wie es geht.
Warum ich immer das haben will,
was ich nicht haben kann,
habe ich nie verstanden.
Heute Nacht bin ich einfach nur froh,
dass ich lebe.
Hinter allem andere steht ein Fragezeichen.
Aber ich lebe.
Ich atme.
Das ist doch schon mal was, oder?
Pass gut auf dich auf, Alexander
und danke für's Ertragen meiner absolut unerträglichen Gedanken.
♥ Deine Rebecca.