Alexander.
Die Zeit vergeht zu schnell,
die Tage bis zu diesem einen großen Abschied zerrinnen mir wie Sand zwischen den Fingern
und ich kann nicht schnell genug atmen,
um jeden einzelnen Moment aufzunehmen.
Ich will ein bisschen von allem
und das ist zu viel
und das geht nicht
und das merke ich jetzt.
Es ist 1:54 Uhr.
Ich hab ein Versprechen gebrochen.
In knapp 6 Stunden schreibe ich Französisch-Klassenarbeit,
in 14 Stunden werde ich im Auto Richtung Berlin sitzen,
Richtung Urlaub,
Freiheit.
Zeit.
Hoffentlich.
Ich hab geweint diese Nacht, beim Anblick der Papierschnipsel zwischen den Bergen
und die Wahrheit ist,
dass wir das genauso hätten sein können,
dass es uns jederzeit treffen kann,
dass es zu jeder Zeit,
jeder Sekunde,
jeder Minute,
jeder Stunde
vorbei sein kann.
Und wir wissen nie, wann dieser Moment gekommen ist.
Und gerade deswegen sollten wir uns immer verabschieden,
sollten wir uns nach einem Streit wieder vertragen,
sollten wir einander verzeihen.
Mag sein, dass ich das harmoniesüchtigste kleine dumme Mädchen dieser Welt bin.
Aber die Wahrheit ist, dass ich es nicht ertragen könnte,
wenn jemand sterben würde
und ich demjenigen nicht noch einmal hätte "Danke" sagen können,
"Ich hab dich lieb"
"Schön, dass es dich gibt".
Wieder einmal darf ich hier feststellen,
dass der Schmerz nicht bei denen liegt,
die gehen,
sondern bei denen,
die bleiben.
Alexander, ich war voller Elan diese Nacht,
ich war seit langer Zeit mal wieder produktiv
und ich hab mich endlich wieder sinnvoll gefühlt.
Wenn ich in gut 3 Wochen wieder zu Hause bin,
werde ich dir berichten,
von fremden Menschen, vom Essen, von den Straßen
und der Sonne.
Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben hier würde schon jetzt ohne mich weitergehen.
Alle anderen würden weitergehen und mich einfach da stehen lassen,
wo ich geblieben bin
und dabei bin ich ja diejenige, die geht.
Das Verb "hadern" beschreibt meine Situation ganz wundervoll.
Manchmal hadere ich tatsächlich mit meiner Entscheidung.
Manchmal stelle ich mir, ganz im Geheimen die Frage,
ob es das Richtige ist, zu gehen.
Natürlich werden mir alle sagen, dass es eine großartige Chance ist,
die ich unbedingt nutzen muss, nicht jeder hat so ein Glück wie du.
Und sie haben Recht.
Und trotzdem weiß ich, dass ich hier,
zu Hause,
auch hätte glücklich werden können,
anders vielleicht, aber trotzdem glücklich.
Mein Gott, Alexander,
du kannst dir nicht vorstellen,
wie glücklich mich all diese Menschen machen,
jeden einzelnen verdammten Tag.
Du kannst dir nicht vorstellen,
was für ein Glück es ist,
sie zu kennen,
ihnen beim Reden, beim Lachen zuhören zu dürfen.
Ich romantisiere gern, ich bin ein Meister der Verklärung,
aber Alexander,
wenn das Leben schön ist,
ist es dann verwerflich,
die Menschen ebenso schön zu zeichnen?
Mir ist kalt und die Nacht ist klar
und ich hab schon wieder Hunger.
Erstaunlicherweise bin ich nicht müde,
aber ich werde jetzt trotzdem schlafen,
aus purer Vernunft.
Was bin ich doch für ein guter Mensch.
Mit freundlich Grüßen,
die Welt liegt dir zu Füßen.
♥ Deine Rebecca.
Die Zeit vergeht zu schnell,
die Tage bis zu diesem einen großen Abschied zerrinnen mir wie Sand zwischen den Fingern
und ich kann nicht schnell genug atmen,
um jeden einzelnen Moment aufzunehmen.
Ich will ein bisschen von allem
und das ist zu viel
und das geht nicht
und das merke ich jetzt.
Es ist 1:54 Uhr.
Ich hab ein Versprechen gebrochen.
In knapp 6 Stunden schreibe ich Französisch-Klassenarbeit,
in 14 Stunden werde ich im Auto Richtung Berlin sitzen,
Richtung Urlaub,
Freiheit.
Zeit.
Hoffentlich.
Ich hab geweint diese Nacht, beim Anblick der Papierschnipsel zwischen den Bergen
und die Wahrheit ist,
dass wir das genauso hätten sein können,
dass es uns jederzeit treffen kann,
dass es zu jeder Zeit,
jeder Sekunde,
jeder Minute,
jeder Stunde
vorbei sein kann.
Und wir wissen nie, wann dieser Moment gekommen ist.
Und gerade deswegen sollten wir uns immer verabschieden,
sollten wir uns nach einem Streit wieder vertragen,
sollten wir einander verzeihen.
Mag sein, dass ich das harmoniesüchtigste kleine dumme Mädchen dieser Welt bin.
Aber die Wahrheit ist, dass ich es nicht ertragen könnte,
wenn jemand sterben würde
und ich demjenigen nicht noch einmal hätte "Danke" sagen können,
"Ich hab dich lieb"
"Schön, dass es dich gibt".
Wieder einmal darf ich hier feststellen,
dass der Schmerz nicht bei denen liegt,
die gehen,
sondern bei denen,
die bleiben.
Alexander, ich war voller Elan diese Nacht,
ich war seit langer Zeit mal wieder produktiv
und ich hab mich endlich wieder sinnvoll gefühlt.
Wenn ich in gut 3 Wochen wieder zu Hause bin,
werde ich dir berichten,
von fremden Menschen, vom Essen, von den Straßen
und der Sonne.
Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben hier würde schon jetzt ohne mich weitergehen.
Alle anderen würden weitergehen und mich einfach da stehen lassen,
wo ich geblieben bin
und dabei bin ich ja diejenige, die geht.
Das Verb "hadern" beschreibt meine Situation ganz wundervoll.
Manchmal hadere ich tatsächlich mit meiner Entscheidung.
Manchmal stelle ich mir, ganz im Geheimen die Frage,
ob es das Richtige ist, zu gehen.
Natürlich werden mir alle sagen, dass es eine großartige Chance ist,
die ich unbedingt nutzen muss, nicht jeder hat so ein Glück wie du.
Und sie haben Recht.
Und trotzdem weiß ich, dass ich hier,
zu Hause,
auch hätte glücklich werden können,
anders vielleicht, aber trotzdem glücklich.
Mein Gott, Alexander,
du kannst dir nicht vorstellen,
wie glücklich mich all diese Menschen machen,
jeden einzelnen verdammten Tag.
Du kannst dir nicht vorstellen,
was für ein Glück es ist,
sie zu kennen,
ihnen beim Reden, beim Lachen zuhören zu dürfen.
Ich romantisiere gern, ich bin ein Meister der Verklärung,
aber Alexander,
wenn das Leben schön ist,
ist es dann verwerflich,
die Menschen ebenso schön zu zeichnen?
Mir ist kalt und die Nacht ist klar
und ich hab schon wieder Hunger.
Erstaunlicherweise bin ich nicht müde,
aber ich werde jetzt trotzdem schlafen,
aus purer Vernunft.
Was bin ich doch für ein guter Mensch.
Mit freundlich Grüßen,
die Welt liegt dir zu Füßen.
♥ Deine Rebecca.