Hallo Alexander.
Ich weiß, ich hab dir jetzt seit einer Woche nicht geschrieben.
Aber es hat irgendwie nie wirklich gepasst.
Es ist nicht so, dass es nichts gab, worüber ich hätte schreiben können.
Und ich glaube, ich habe auch beinah jeden Abend einen Brief angefangen.
Aber naja, er war nie so ganz fertig.
Und dann hab ich ihn eben wieder gelöscht.
Aber heute Abend,
so Leid es mit tut,
da musst du wieder herhalten.
Nicht, weil ich keine Freunde habe,
die mir zuhören.
Das ist nicht mehr mein Problem,
glücklicherweise.
Nein, ich muss dir schreiben,
um mich zu sortieren.
Weißt du, Alexander, heute war ein guter Tag.
Eigentlich war heute sogar ziemlich, ziemlich gut.
Und trotzdem weine ich gerade.
Klingt paradox?
Ich kann dir aufzählen,
was mich heute glücklich gemacht hat
und wer.
Und ich kann dir sagen, was mich unglücklich gemacht
und wer
und vor allem, in welcher Reihenfolge.
Weil, Schule war heute nervtötend wie immer
und ich hab heute zu allem Überfluss auch noch die allererste 6 in meinem ganzen bisherigen Schuldasein bekommen, das war aber meine eigene Schuld und naja, irgendwie hab ich mich dafür eher ausgelacht als mich geägert.
Dann hatte ich überraschend 2 Stunden mehr Zeit, als sonst montags
und deswegen bin ich dann erstmal in die Stadt gefahren, shoppen.
Ich weiß nicht, aber mich erfüllt das irgendwie immer mit einem Glücksgefühl,
wenn ich mir einen schöne Pulli gekauft habe oder so.
Was vielleicht auch daran liegt, dass das bei mir immer nur alle 2 Monate der Fall ist,
aus Zeitgründen.
Naja, jedenfalls, dann bin ich nach Hause gefahren, hab sogar brav den Großteil dessen erledigt,
was ich heute tun musste, bis auf die Hausaufgaben und das Lernen
und hab mich dann an den Laptop gesetzt.
Und rat mal, wer online war?
Mr. M.
Solche Überraschungen liebe ich.
So ganz unerwartet.
Ich weiß nicht, jedenfalls, das hat mich echt glücklich gemacht.
Und dann war noch Paula online und Laura auch und ich war irgendwie sehr, sehr aufgedreht und kindisch.
Aber glücklich.
Und dann bin ich abends noch zur JG gefahren,
was auch echt nett war.
Weil, du musst wissen, Laura ist sehr einnehmend,
das heißt, die Jungs reden meistens immer mit ihr und ich steh daneben und lächel.
(Es sind außer uns dreien eigentlich nur Jungs da, deswegen...)
Naja, jedenfalls, das macht auch nichts,
aber heute waren weder Laura noch Sophie da,
das heißt, ich war völlig auf mich allein gestellt.
Und siehe da, ich hab's trotzdem hinbekommen
und mich sogar echt amüsiert.
Und dann gab es sogar noch eine Umarmung von Julius.
Noch so eine Sache vom Typ unerwartete Überraschungen, wie ich sie liebe.
Ich weiß nicht, vielleicht ist es auch ein bisschen albern alles.
Wahrscheinlich.
Aber solche kleinen Dinge machen mich eben glücklich.
Und um ehrlich zu sein, sie haben diesen Tag auch gerettet.
Denn, es gibt da eine Sache.
Etwas, das ziemlich schief gelaufen ist.
Und es ist (mal wieder) meine Schuld,
heißt, ich kann auch niemanden deswegen mit Dreck bewerfen,
beleidigen oder so was.
Ich weiß nicht, ob du dich noch an die Geschichte von Mr. M, Luise und mir erinnern kannst. Falls nicht, hier ist der Brief dazu. Oder besser, die Briefe.erster Brief und zweiter Brief. Jedenfalls, es ist so, ich hab mir in der letzten Woche teilweise echt Gedanken um David gemacht. Der Junge ist mir irgendwie nicht egal, jedenfalls nicht so egal, wie er mir eigentlich sein sollte. Erklär ich aber alles später. Und naja, ich schreibe ja immer noch mit Luise. Oder besser gesagt, wieder. Und meistens ist es so, dass sie mich ziemlich viel Kraft kostet. Aber seit David sich entschieden hat, dass er keine Beziehung führen kann, haha, hat sie mir doch auch sehr geholfen, mit den richtigen Worten in den richtigen Momenten. Und naja, jedenfalls, sie hat mir letzte Woche angeboten, dass sie ja mal ein bisschen mit ihm schreiben könnte, einfach nur, um rauszukriegen, wie's ihm gerade geht und so. Klingt verdächtig gefährlich, ich weiß, vor allem, wenn man sich überlegt, was sie und ich schon mit einem gewissen anderen Jungen erlebt haben. Aber sie hat einen Freund und sie wollte mir wirklich nur helfen. Also hab ich ihr seine Nummer gegeben.
Ja. Genau. Alexander, es ist ein Déjà-vu von einer äußerst unangenehmen Sorte, das kannst du mir glauben. Weil, natürlich haben die beiden nicht nur ein bisschen geschrieben. Und natürlich ging es dabei sehr schnell um ganz andere Sachen, als ursprünglich geplant.
Denn, weißt du, Alexander, meine Theorie ist ja, dass David auch deshalb so viel raucht und trinkt und seit neuestem eben auch kifft, weil er manchmal niemandem zum Reden hat. Und naja, ich schätze, irgendwie habe ich damit auch nicht ganz Unrecht, weil David Luise unglaublich schnell vertraut hat. Wirklich unglaublich schnell.
Und auch wenn ich wollte, dass sie ihn anschreibt. Und auch wenn ich wollte, dass er jemanden zum Reden hat. Und auch wenn das alles verdammt noch mal meine Schuld ist:
Ich kann nicht mehr leugnen, dass ich ihn verloren habe.
Weder vor mir selbst noch vor irgendjemand anderem.
Und ganz ehrlich.
Es tut weh.
Vor allem, weil noch was anderes dazu kommt.
Kennst du das, wenn du denkst,
du wüsstest, was Sache ist?
Und dann kommt jemand und zerstört alle deine Illusionen mit einem Mal?
Das ist alles, was er Luise gesagt hat, als sie ihn nach mir gefragt hat:
er meinte nur das er denkt das es nicht gepasst hat
und wenn er bei dir war dann naja er wollte immer wegrennen vor dir /
und ich hab ihm gesagt das wenn man euch zsm gesehen hat das ihr euch sosüß angeguckt habt und so und er meinte nur achso? hmm ja wusste ich nicht
Ich weiß nicht, aber ist es berechtigt, dass ich mir irgendwie sehr verarscht vorkomme?
Ich meine, das ist offensichtlich alles,
was ich jemals für ihn war.
Und ja. Au.
Was soll ich dazu noch sagen?
Er hat diesen Ruf.
Und ich kann es so oft ich will damit entschuldigen,
dass er vielleicht wirklich kein Beziehungsmensch ist.
Und ich kann so oft ich will sagen,
dass es meine Schuld ist,
weil ich diejenige bin, die versagt hat.
Und ich kann sagen,
dass es wohl so war und dass ich es auch gemerkt habe
- ich muss ja nicht so tun, als wäre es anders, wenn es nicht stimmt.
Er war so oft mit seinen Gedanken ganz weit weg.
Ich kann sagen, dass ich es gewusst habe, oder zumindest geahnt.
Aber ganz ehrlich,
all das ändert nichts daran,
dass es, so von ihm ausgesprochen,
doch ziemlich verletzend ist.
Und dass ich es ihm übel nehme,
dass er so lange gebraucht hat,
bis er mir wenigstens gesagt hat,
dass er keine Beziehung führen kann.
Ich habe ganz schön viel geweint, heute Abend.
Aber glücklicherweise war ich nicht allein.
Denn irgendwie habe ich es geschafft, heute wirklich ehrlich zu sein
und deshalb habe ich Laura alles genauestens berichtet.
Und ich hab Luise die Wahrheit gesagt. Nämlich dass es wirklichwirklich weh tut.
Und, was wirklich süß war, ich hab Oliver ein bisschen zutexten dürfen,
dabei hat der arme Junge selber eigentlich ganz andere Probleme.
Aber ich war nicht nur ehrlich zu anderen.
Ich glaube, ich war auch ehrlicher zu mir selbst, als sonst.
Weil, irgendwie bin ich auch einfach nur ziemlich enttäuscht.
Von ihm, klar.
Aber noch mehr von mir selber.
Weil ich meine, ich habe jetzt beinahe zwei Monate meines Lebens an diesen Jungen...
Ich will nicht sagen verschwendet, aber irgendwie ist es ja doch so,
jedenfalls, am Ende stelle ich zwar fest,
dass nicht er was dafür kann,
dass es so schrecklich gelaufen ist,
sondern in allererster Linie ich.
Und dass mich meine nicht vorhandene Menschenkenntnis mal wieder total über's Ohr gehauen hat.
Und dann kommt mir irgendwie sehr komisch vor.
Wie ich die ganze Zeit in meinen eigenen Tagträumen gefangen war,
die ich auch noch für die Realität gehalten habe.
Und wie ich nicht mitbekommen habe,
dass schon immer nach ganz anderen Regeln gespielt wurde.
Ganz ehrlich, dafür lache ich mich aus.
Weil es mir nicht zum ersten Mal passiert ist.
Und weil man doch meinen sollte,
Menschen wären lernfähig.
Aber ich schätze, ich bin einfach zu optimistisch
und vor allem zu naiv, um wirklich aus diesen Fehlern zu lernen.
Ich glaube immer an das Gute im Menschen.
Und ich muss immer mindestens zweimal eine richtige Abfuhr bekommen,
um zu begreifen, dass etwas wirklich vorbei ist.
Ich glaube, daran kann ich nicht mal mir selbst die Schuld geben.
Zu viel Hoffnung lässt sich einfach nicht abstellen,
egal, wie sehr ich mir das manchmal wünsche.
Und naja, irgendwie ist es vielleicht sogar gut.
Weil, Hoffnung ist letztendlich das, was mich rettet.
Zusammen mit Laura habe ich festgestellt,
dass er es irgendwie einfach nicht wert ist,
dass ich mir noch weiter Gedanken um ihn mache.
Ich weiß, dass das böse klingt,
aber so viel Selbstbewusstsein habe ich inzwischen wieder
und ich mein, seien wir ehrlich, Alexander,
es interessiert ihn einen feuchten Dreck,
ob ich an ihn denke oder nicht.
Und deswegen ist dieser scheußliche Abend
eines ansonsten wirklich schönen Tages
eigentlich nur der Neubeginn.
Für Irgendwas mit großem I.
Und weißt du, Alexander,
ich glaube, das ist das,
was mein Leben immer bestimmen wird.
Der Neubeginn.
Der Anfang.
Weil, ich möchte lieber nicht wissen,
wie oft ich noch versuchen werde,
mit jemandem alles richtig zu machen
um am Ende doch wieder kläglich zu scheitern.
Ich glaube, eigentlich bin ich diejenige von uns beiden gewesen,
die keine Beziehung führen kann.
Aber naja, okay,
jedenfalls, ich werde wohl noch oft heulend in meinem Bett sitzen
und Gossip Girl gucken
und von meinem Chuck Bass träumen.
Aber das Leben geht immer weiter
und irgendwann kommt eben der nächste,
der zuerst meine Tränen trocknet
um mich dann nur noch mehr zu verletzen.
Bis ich eines Tages sterbe.
Liebe ist neben dem Tod das einzige auf der Welt,
was einen Menschen wirklich verändert.
Und diese Veränderung wird einzig und allein
durch den verdammten Schmerz bestimmt,
den sowohl die Liebe als auch der Tod in unser Leben bringen.
Denn nichts auf dieser Welt tut mehr weh,
als Verlust.
Und fast nichts bedeutet endgültigeren Verlust,
als Liebe und Tod.
Außer der vielen erste Male, die man in seinem Leben so sinnlos vergeudet.
Jedenfalls, dieser Schmerz hört niemals auf.
Bis wir sterben.
Aber ich glaube,
es ist nicht entscheidend,
wie groß der Schmerz ist und wie viele Tränen wir weinen,
sondern dass die Menschen,
wegen denen dieser Schmerz so groß ist
und wegen denen wir diese vielen Tränen weinen,
Menschen waren, die uns wichtig waren.
Menschen, von denen wir nicht gedacht haben,
jemals wieder ohne sie leben zu müssen.
Oder, vielleicht schon gedacht,
aber nicht so schnell damit gerechnet.
Menschen, die uns weh tun können,
sind Menschen,
die uns etwas genommen haben.
Und allermeistens ist es so,
dass sie uns das nehmen,
was wir lieben.
Nämlich sie selbst.
Und so geht das immer weiter
und ich glaube, ich könnte noch endlos schreiben.
Wenn ich nicht eigentlich schon seit mindestens zwei Stunden schlafen müsste.
Aber gewisse Situationen im Leben
fordern gewisse Opfer.
In diesem Sinne, Alexander
und mit einem herzlichen Dank an Skylar Grey
die das hier zwar nie lesen wird,
mich aber mit ihrer Stimme und ihren wirklich tollen Songs
in den letzten Stunden sehr unterstützt hat,
wünsche ich dir und der Welt
und allen,
deren Augen auch so vor Tränen brennen,
wie meine,
eine angenehme Nacht.
(Alter Schwede, das war ein langer Satz.)
Träume sind immer noch die beste Medizin.
Aber Aufwachen tut manchmal weh.
Und vielleicht wachen wir auch nur auf,
um dann wieder einschlafen zu können,
ich weiß es nicht.
♥ Herz an dich, Alexander,
stellvertretend für alle, die heute Nacht eins gebrauchen können.
Deine Rebecca.
Ich weiß, ich hab dir jetzt seit einer Woche nicht geschrieben.
Aber es hat irgendwie nie wirklich gepasst.
Es ist nicht so, dass es nichts gab, worüber ich hätte schreiben können.
Und ich glaube, ich habe auch beinah jeden Abend einen Brief angefangen.
Aber naja, er war nie so ganz fertig.
Und dann hab ich ihn eben wieder gelöscht.
Aber heute Abend,
so Leid es mit tut,
da musst du wieder herhalten.
Nicht, weil ich keine Freunde habe,
die mir zuhören.
Das ist nicht mehr mein Problem,
glücklicherweise.
Nein, ich muss dir schreiben,
um mich zu sortieren.
Weißt du, Alexander, heute war ein guter Tag.
Eigentlich war heute sogar ziemlich, ziemlich gut.
Und trotzdem weine ich gerade.
Klingt paradox?
Ich kann dir aufzählen,
was mich heute glücklich gemacht hat
und wer.
Und ich kann dir sagen, was mich unglücklich gemacht
und wer
und vor allem, in welcher Reihenfolge.
Weil, Schule war heute nervtötend wie immer
und ich hab heute zu allem Überfluss auch noch die allererste 6 in meinem ganzen bisherigen Schuldasein bekommen, das war aber meine eigene Schuld und naja, irgendwie hab ich mich dafür eher ausgelacht als mich geägert.
Dann hatte ich überraschend 2 Stunden mehr Zeit, als sonst montags
und deswegen bin ich dann erstmal in die Stadt gefahren, shoppen.
Ich weiß nicht, aber mich erfüllt das irgendwie immer mit einem Glücksgefühl,
wenn ich mir einen schöne Pulli gekauft habe oder so.
Was vielleicht auch daran liegt, dass das bei mir immer nur alle 2 Monate der Fall ist,
aus Zeitgründen.
Naja, jedenfalls, dann bin ich nach Hause gefahren, hab sogar brav den Großteil dessen erledigt,
was ich heute tun musste, bis auf die Hausaufgaben und das Lernen
und hab mich dann an den Laptop gesetzt.
Und rat mal, wer online war?
Mr. M.
Solche Überraschungen liebe ich.
So ganz unerwartet.
Ich weiß nicht, jedenfalls, das hat mich echt glücklich gemacht.
Und dann war noch Paula online und Laura auch und ich war irgendwie sehr, sehr aufgedreht und kindisch.
Aber glücklich.
Und dann bin ich abends noch zur JG gefahren,
was auch echt nett war.
Weil, du musst wissen, Laura ist sehr einnehmend,
das heißt, die Jungs reden meistens immer mit ihr und ich steh daneben und lächel.
(Es sind außer uns dreien eigentlich nur Jungs da, deswegen...)
Naja, jedenfalls, das macht auch nichts,
aber heute waren weder Laura noch Sophie da,
das heißt, ich war völlig auf mich allein gestellt.
Und siehe da, ich hab's trotzdem hinbekommen
und mich sogar echt amüsiert.
Und dann gab es sogar noch eine Umarmung von Julius.
Noch so eine Sache vom Typ unerwartete Überraschungen, wie ich sie liebe.
Ich weiß nicht, vielleicht ist es auch ein bisschen albern alles.
Wahrscheinlich.
Aber solche kleinen Dinge machen mich eben glücklich.
Und um ehrlich zu sein, sie haben diesen Tag auch gerettet.
Denn, es gibt da eine Sache.
Etwas, das ziemlich schief gelaufen ist.
Und es ist (mal wieder) meine Schuld,
heißt, ich kann auch niemanden deswegen mit Dreck bewerfen,
beleidigen oder so was.
Ich weiß nicht, ob du dich noch an die Geschichte von Mr. M, Luise und mir erinnern kannst. Falls nicht, hier ist der Brief dazu. Oder besser, die Briefe.erster Brief und zweiter Brief. Jedenfalls, es ist so, ich hab mir in der letzten Woche teilweise echt Gedanken um David gemacht. Der Junge ist mir irgendwie nicht egal, jedenfalls nicht so egal, wie er mir eigentlich sein sollte. Erklär ich aber alles später. Und naja, ich schreibe ja immer noch mit Luise. Oder besser gesagt, wieder. Und meistens ist es so, dass sie mich ziemlich viel Kraft kostet. Aber seit David sich entschieden hat, dass er keine Beziehung führen kann, haha, hat sie mir doch auch sehr geholfen, mit den richtigen Worten in den richtigen Momenten. Und naja, jedenfalls, sie hat mir letzte Woche angeboten, dass sie ja mal ein bisschen mit ihm schreiben könnte, einfach nur, um rauszukriegen, wie's ihm gerade geht und so. Klingt verdächtig gefährlich, ich weiß, vor allem, wenn man sich überlegt, was sie und ich schon mit einem gewissen anderen Jungen erlebt haben. Aber sie hat einen Freund und sie wollte mir wirklich nur helfen. Also hab ich ihr seine Nummer gegeben.
Ja. Genau. Alexander, es ist ein Déjà-vu von einer äußerst unangenehmen Sorte, das kannst du mir glauben. Weil, natürlich haben die beiden nicht nur ein bisschen geschrieben. Und natürlich ging es dabei sehr schnell um ganz andere Sachen, als ursprünglich geplant.
Denn, weißt du, Alexander, meine Theorie ist ja, dass David auch deshalb so viel raucht und trinkt und seit neuestem eben auch kifft, weil er manchmal niemandem zum Reden hat. Und naja, ich schätze, irgendwie habe ich damit auch nicht ganz Unrecht, weil David Luise unglaublich schnell vertraut hat. Wirklich unglaublich schnell.
Und auch wenn ich wollte, dass sie ihn anschreibt. Und auch wenn ich wollte, dass er jemanden zum Reden hat. Und auch wenn das alles verdammt noch mal meine Schuld ist:
Ich kann nicht mehr leugnen, dass ich ihn verloren habe.
Weder vor mir selbst noch vor irgendjemand anderem.
Und ganz ehrlich.
Es tut weh.
Vor allem, weil noch was anderes dazu kommt.
Kennst du das, wenn du denkst,
du wüsstest, was Sache ist?
Und dann kommt jemand und zerstört alle deine Illusionen mit einem Mal?
Das ist alles, was er Luise gesagt hat, als sie ihn nach mir gefragt hat:
er meinte nur das er denkt das es nicht gepasst hat
und wenn er bei dir war dann naja er wollte immer wegrennen vor dir /
und ich hab ihm gesagt das wenn man euch zsm gesehen hat das ihr euch sosüß angeguckt habt und so und er meinte nur achso? hmm ja wusste ich nicht
Ich weiß nicht, aber ist es berechtigt, dass ich mir irgendwie sehr verarscht vorkomme?
Ich meine, das ist offensichtlich alles,
was ich jemals für ihn war.
Und ja. Au.
Was soll ich dazu noch sagen?
Er hat diesen Ruf.
Und ich kann es so oft ich will damit entschuldigen,
dass er vielleicht wirklich kein Beziehungsmensch ist.
Und ich kann so oft ich will sagen,
dass es meine Schuld ist,
weil ich diejenige bin, die versagt hat.
Und ich kann sagen,
dass es wohl so war und dass ich es auch gemerkt habe
- ich muss ja nicht so tun, als wäre es anders, wenn es nicht stimmt.
Er war so oft mit seinen Gedanken ganz weit weg.
Ich kann sagen, dass ich es gewusst habe, oder zumindest geahnt.
Aber ganz ehrlich,
all das ändert nichts daran,
dass es, so von ihm ausgesprochen,
doch ziemlich verletzend ist.
Und dass ich es ihm übel nehme,
dass er so lange gebraucht hat,
bis er mir wenigstens gesagt hat,
dass er keine Beziehung führen kann.
Ich habe ganz schön viel geweint, heute Abend.
Aber glücklicherweise war ich nicht allein.
Denn irgendwie habe ich es geschafft, heute wirklich ehrlich zu sein
und deshalb habe ich Laura alles genauestens berichtet.
Und ich hab Luise die Wahrheit gesagt. Nämlich dass es wirklichwirklich weh tut.
Und, was wirklich süß war, ich hab Oliver ein bisschen zutexten dürfen,
dabei hat der arme Junge selber eigentlich ganz andere Probleme.
Aber ich war nicht nur ehrlich zu anderen.
Ich glaube, ich war auch ehrlicher zu mir selbst, als sonst.
Weil, irgendwie bin ich auch einfach nur ziemlich enttäuscht.
Von ihm, klar.
Aber noch mehr von mir selber.
Weil ich meine, ich habe jetzt beinahe zwei Monate meines Lebens an diesen Jungen...
Ich will nicht sagen verschwendet, aber irgendwie ist es ja doch so,
jedenfalls, am Ende stelle ich zwar fest,
dass nicht er was dafür kann,
dass es so schrecklich gelaufen ist,
sondern in allererster Linie ich.
Und dass mich meine nicht vorhandene Menschenkenntnis mal wieder total über's Ohr gehauen hat.
Und dann kommt mir irgendwie sehr komisch vor.
Wie ich die ganze Zeit in meinen eigenen Tagträumen gefangen war,
die ich auch noch für die Realität gehalten habe.
Und wie ich nicht mitbekommen habe,
dass schon immer nach ganz anderen Regeln gespielt wurde.
Ganz ehrlich, dafür lache ich mich aus.
Weil es mir nicht zum ersten Mal passiert ist.
Und weil man doch meinen sollte,
Menschen wären lernfähig.
Aber ich schätze, ich bin einfach zu optimistisch
und vor allem zu naiv, um wirklich aus diesen Fehlern zu lernen.
Ich glaube immer an das Gute im Menschen.
Und ich muss immer mindestens zweimal eine richtige Abfuhr bekommen,
um zu begreifen, dass etwas wirklich vorbei ist.
Ich glaube, daran kann ich nicht mal mir selbst die Schuld geben.
Zu viel Hoffnung lässt sich einfach nicht abstellen,
egal, wie sehr ich mir das manchmal wünsche.
Und naja, irgendwie ist es vielleicht sogar gut.
Weil, Hoffnung ist letztendlich das, was mich rettet.
Zusammen mit Laura habe ich festgestellt,
dass er es irgendwie einfach nicht wert ist,
dass ich mir noch weiter Gedanken um ihn mache.
Ich weiß, dass das böse klingt,
aber so viel Selbstbewusstsein habe ich inzwischen wieder
und ich mein, seien wir ehrlich, Alexander,
es interessiert ihn einen feuchten Dreck,
ob ich an ihn denke oder nicht.
Und deswegen ist dieser scheußliche Abend
eines ansonsten wirklich schönen Tages
eigentlich nur der Neubeginn.
Für Irgendwas mit großem I.
Und weißt du, Alexander,
ich glaube, das ist das,
was mein Leben immer bestimmen wird.
Der Neubeginn.
Der Anfang.
Weil, ich möchte lieber nicht wissen,
wie oft ich noch versuchen werde,
mit jemandem alles richtig zu machen
um am Ende doch wieder kläglich zu scheitern.
Ich glaube, eigentlich bin ich diejenige von uns beiden gewesen,
die keine Beziehung führen kann.
Aber naja, okay,
jedenfalls, ich werde wohl noch oft heulend in meinem Bett sitzen
und Gossip Girl gucken
und von meinem Chuck Bass träumen.
Aber das Leben geht immer weiter
und irgendwann kommt eben der nächste,
der zuerst meine Tränen trocknet
um mich dann nur noch mehr zu verletzen.
Bis ich eines Tages sterbe.
Liebe ist neben dem Tod das einzige auf der Welt,
was einen Menschen wirklich verändert.
Und diese Veränderung wird einzig und allein
durch den verdammten Schmerz bestimmt,
den sowohl die Liebe als auch der Tod in unser Leben bringen.
Denn nichts auf dieser Welt tut mehr weh,
als Verlust.
Und fast nichts bedeutet endgültigeren Verlust,
als Liebe und Tod.
Außer der vielen erste Male, die man in seinem Leben so sinnlos vergeudet.
Jedenfalls, dieser Schmerz hört niemals auf.
Bis wir sterben.
Aber ich glaube,
es ist nicht entscheidend,
wie groß der Schmerz ist und wie viele Tränen wir weinen,
sondern dass die Menschen,
wegen denen dieser Schmerz so groß ist
und wegen denen wir diese vielen Tränen weinen,
Menschen waren, die uns wichtig waren.
Menschen, von denen wir nicht gedacht haben,
jemals wieder ohne sie leben zu müssen.
Oder, vielleicht schon gedacht,
aber nicht so schnell damit gerechnet.
Menschen, die uns weh tun können,
sind Menschen,
die uns etwas genommen haben.
Und allermeistens ist es so,
dass sie uns das nehmen,
was wir lieben.
Nämlich sie selbst.
Und so geht das immer weiter
und ich glaube, ich könnte noch endlos schreiben.
Wenn ich nicht eigentlich schon seit mindestens zwei Stunden schlafen müsste.
Aber gewisse Situationen im Leben
fordern gewisse Opfer.
In diesem Sinne, Alexander
und mit einem herzlichen Dank an Skylar Grey
die das hier zwar nie lesen wird,
mich aber mit ihrer Stimme und ihren wirklich tollen Songs
in den letzten Stunden sehr unterstützt hat,
wünsche ich dir und der Welt
und allen,
deren Augen auch so vor Tränen brennen,
wie meine,
eine angenehme Nacht.
(Alter Schwede, das war ein langer Satz.)
Träume sind immer noch die beste Medizin.
Aber Aufwachen tut manchmal weh.
Und vielleicht wachen wir auch nur auf,
um dann wieder einschlafen zu können,
ich weiß es nicht.
♥ Herz an dich, Alexander,
stellvertretend für alle, die heute Nacht eins gebrauchen können.
Deine Rebecca.