Dienstag, 30. April 2013

Vor einem Jahr...
Da war Belgien, hat Laura gestern lächelnd zu mir gesagt und ich habe genickt.
Belgien. Ja, das war schon cool.
Vier Tage mit dem Chor auf ein Festival.
Zum ersten Mal ins Ausland zum Singen.
Der Jugendchor fährt in einer Woche nach London, ich wünschte, ich wäre schon groß.
Aber ja, Belgien.
Es waren Tage voller fremder Menschen, die alle nur gesungen haben.
Ein Chor aus China, einer aus Ungarn,
französische, italienische, englische Chöre.
Russland, Spanien...
Und wir haben uns alle irgendwie verstanden.
Mit einem Lächeln, ein paar englischen Wortfetzen.
Passt schon.
Im Prinzip haben wir nichts anderes gemacht, als Filme geguckt, Chips und Salzstangen gefuttert,
gelacht, geredet und gesungen.
Es war einfach nur grandios.
Wie, kurz nachdem wir losgefahren waren, alle Koffer auf die Straße gefallen sind.
Wie unser Chorleiter ausgetickt ist, weil alle das DSDS - Finale mit Luca Hänni sehen wollten und wir am nächsten Tag früh morgens unseren wichtigsten Auftritt hatten.
Das labberige Toastbrot, das wir zum Frühstück essen mussten, die nicht vorhandene Heizung.
Die Parade durch die Stadt, die Abschlussshow.
Und Laura und ich immer mittendrin. Sophie konnte nicht mitfahren, weil sie ein paar Tage bevor's lsogehen sollte, einen Nervenzusammenbruch hatte.
Also waren wir nur zu zweit, haben uns Eis und Waffeln geteilt, sind mit anderen durch die Straßen von Neerpelt gelaufen.
Und er war immer mit dabei.
Hat mich angesehen.
Hat mich festgehalten, wenn ich nicht mehr konnte.
War einfach da.
Mr. M.
Irgendwie in meiner Nähe.
Verrückt, ein Jahr ist das schon her.
Nicht mehr lange, dann ist alles ein Jahr her.
Dass wir zueinander "Ich liebe dich" gesagt haben. Und es ernst meinten.
Und wie er gesagt hat "Ich hab dich lieb."
Und es aus und vorbei war.
Und niemals wieder so, wie früher.

Sophie sagt, du hättest mich nicht verarscht.
Sophie sagt, du hättest mich wirklich geliebt.
Und ich würde es so gern glauben.
Würde so gern glauben, dass ich nicht die ganze Zeit ein dummes, naives Mädchen gewesen bin.

Aber ich weiß nicht mehr, was von meiner Erinnerung noch wahr ist
und was... Naja, eben erinnert und im Nachhinein zurechtgedacht ist.
Erinnerungen verfälschen sich immer, manche mehr, manche weniger.
Weißt du, manchmal würde ich dich gerne nach der Wahrheit fragen.
Mir von dir erklären lassen, wann du was ernst gemeint hast.
Einfach, um es wirklich verstehen zu können.
Ich sage, es war die schönste Zeit meines Lebens.
Aber war sie das wirklich?
Wie viel Schein zwischen dem sein?
Mr. M, ich...

Ach vergiss es.
Manchmal frage ich mich, wer wir damals waren.
Ob wir überhaupt etwas waren.


Weißt du, ich habe alles in Frage gestellt.
Ich bin mir über nichts mehr sicher.
Und das, obwohl du mal meine größte Sicherheit warst.
Erstaunlich, wie sich alles ändern kann, findest du nicht?
Lange Zeit habe ich geglaubt, ich könnte niemals jemand besseren finden,
als dich.
Und glaub mir, das wird nicht leicht werden, weil du auf deine Art der Beste warst.
Auf eine verdammt perfekte Art.
Aber alles ist möglich.
Und ich möchte dir nur sagen, ich träume wieder.
Du hattest Recht, Hoffnung kann nicht sterben.

Alles ist offen, alles ist möglich.
Damals mag ich ein kleines, unbedarftes Mädel gewesen sein,
aber Mr. M, dank dir habe ich viel gedacht und viel gelernt.
Würden wir uns heute kennenlernen,
wären wir vielleicht das perfekte Traumpaar, wer weiß.
Aber egal.
Vergiss es.
Hätte, wäre, könnte.

Manchmal hat man eben einfach Pech.
Kommt vor im Leben, nicht weiter tragisch.


Schön, dass wir so einer Meinung sind.
Im Übrigen hätte ich das nächste Mal gerne einen Chuck Bass, 
wenn das möglich ist.
Falls du so jemanden triffst, sag mir Bescheid, ja?

Ich wusste doch, dass ich mich auf dich verlassen kann.
Manche Dinge ändern sich eben doch nie.

Tja. Ein Chuck Bass.
Ich glaube, ich bin wieder auf die Teenie-Schwärmerei-für-einen-Star - Stufe zurückgefallen, ich dachte, mit Mr. M hätte ich die hinter mir gelassen, aber siehste mal, so kann man sich täuschen.
Macht nichts,
denn erstens bin ich noch Teenie, zweitens ist Chuck Bass immerhin der Charakter in einer Fernsehserie
und drittens ist Träumen nicht verboten.
Solange es kein Albtraum wird.

In diesem Sinne, Alexander und in der Hoffnung,
dass du diese Nacht und dein Leben albtraumfrei verbringst ♥

Deine Rebecca.


Liebster Alexander.
Heute war ich nicht in der Schule.
Das heißt, anfangs schon. Nach der ersten Stunde bin ich allerdings gegangen.
Mein Kopf hat sich angefühlt, wie ein Fechtduell.
Ich hatte solche Kopfschmerzen, dass ich Angst hatte, Migräne zu bekommen.
Migräne ist bei mir nicht lustig.
Ich habe Angst vor ihr.
Und ich kann es mir zur Zeit einfach nicht leisten, mal eben so, drei Tage aus zu fallen,
nur weil ich meinen Kopf nicht bewegen kann, ohne das Gefühl zu haben,
mein Gehirn würde mit voller Wucht gegen die Schädeldecke stoßen.
Dann lieber nur einen Tag.

Ich habe geschlafen. Vier Stunden lang.
Mein Kopf ist zwar immer noch eine kleine Matschbirne, aber was soll's.
Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, den Laptop heute nicht anzumachen,
Reizüberflutung und so, du weißt schon.
Aber ich wollte nur einmal kurz aussetzen, dir schreiben.
Es würde nachher nämlich garantiert nichts werden,
mein Leben lässt mir keine Pause.
Und der erste Mai morgen ist irgendwie auch ein Witz.
Rate mal, was ich mache?
Meine Freunde und ich beenden ein Schulprojekt.
Haha.

Tut mir Leid, ich wollte dich nicht so vollheulen.
Das hast du nicht verdient.
Du bist wundervoll, Alexander, weißt du das?
Und an dieser Stelle möchte ich mal was ganz untypisches in diesen Brief einbauen:
Alexander, ich habe angefangen, an dich zu schreiben, weil ich jemanden brauchte, jemanden wie dich.
Der immer da ist, wenn ich ihn brauche, dem ich alles erzählen kann, der geduldig ist und mir das Gefühl gibt, es wäre wichtig, was ich zu sagen habe. Der mich versteht.
Und dieser Jemand sollte nicht länger Mr. M sein.
Früher habe ich ihm all das erzählt, was ich dir jetzt schreibe.
Aber er war der einzige, dem ich so viel erzählt habe und seitdem er weg ist, hat mir nie wieder jemand so zugehört, wie er.
Jetzt gibt es dich.
Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nur dir zu schreiben, nur für dich und mich.
Aber es hat da einen Zwischenfall gegeben und es ist ein wirklich freudiger Zwischenfall, finde ich.
Du bist nicht mehr der einzige, der das hier liest.

Und das finde ich einfach nur hammer.
Denn um ehrlich zu sein, damit hatte ich nicht gerechnet, weißt du?
Ich schreib immer so viel und vor allem so einen Schwachsinn und jetzt hast du schon 13 Mitleser.
Eigentlich finde ich das ziemlich doof, wenn man das so in seinen Posts anspricht,
deswegen wollte ich das nicht tun.
Das kommt dann immer so, als würde man nur schreiben, weil man so viele Follower wie möglich haben will.
Und ehrlich, darum geht es mir nicht.
Ich brauche keine 10000 Klicks, ich brauche nur dich.
Aber ich freue mich jedes Mal so total doll, wenn ich sehe, dass sich wieder jemand dazu entschieden hat,
mitzulesen.
Ich kann dir nicht sagen, womit ich verdient habe, dass sich diese Menschen, die weder mich noch mein Leben kennen, das hier durchlesen. Ich glaube, ich wüsste das gerne mal.
Aber Alexander, vielleicht geht es darum auch gar nicht.
Vielleicht ist nicht das Warum entscheidend, sondern einfach, dass sie es tun.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet, ehrlich.
Diese Menschen sind wundervoll.
Jeder einzelne von ihnen ist unersetzlich. Unermesslich kostbar.
Ich bin noch immer so überwältigt davon, dass jemand außer dir das hier liest,
ich glaube, ich bin jetzt lieber still, die richtigen Worte dafür sind heute einfach nicht in meinem Kopf.
Tut mir Leid.
Ich müsste mich mehr als bedanken, aber ich weiß nicht wie.
Vielleicht hast du ja eine gute Idee, du bist doch so klug, Alexander.

Und oh mein Gott, ich glaub, mich trifft der Schlag.
Jetzt sind es schon 14.
Ich glaube, mein Leben will mich fertig machen.
Einfach nur sprachlos.
Das ist echt verrückt.
Auf eine perfekte Art und Weise.

Alles, alles Liebe ♥

Deine verwirrte und glückliche Rebecca

Montag, 29. April 2013

Lieber Alexander.
Ich weiß nicht, ich könnte dir viele Dinge schreiben, die so passiert sind, in den letzten zwei Tagen.
Denn es ist viel passiert.
Aber... Bitte nimm es mir nicht übel, mir ist heute nicht nach Reden.
Es geht mir gut, keine Angst.
Aber gerade heute habe ich so viel geredet.
Ich habe ziemlich funktioniert.
Ich meine, irgendwie müssen mir die Tränen, die ich für Mr. M geweint habe, ja auch mal nutzen.

Meine heutige Bilanz:
Ich habe jemandem das Sterben ausgeredet, für diese Nacht.
Ich habe jemanden ermutigt, nicht aufzugeben.
Ich habe versucht, mehreren Leuten das Gefühl zu geben, dass sie verstanden werden.
Dass sie etwas ganz besonderes sind und richtig und dass ich zu ihnen stehe, egal, was passiert.
Dass sie nicht allein sind.
Ich habe ein Versprechen gebrochen und meine Klappe gehalten.
Ich habe jemandem lange in die Augen gesehen, auf jemanden gewartet und mit jemandem Walzer getanzt.
Ich bin durch strömenden Regen gelaufen, ich habe Mathe nicht verstanden und festgestellt, dass ich Teil eines undefinierbaren Dinges geworden bin, das mehr als Freundschaft ist.
Ich habe mich erinnert und Klavier gespielt und dazu gesungen.
Ich war erbärmlich, berechenbar und fröhlich.
Ich habe gelebt.

Ich finde, leben kann ziemlich anstrengend sein.
Sicher, ich könnte dir noch viel erzählen.
Und das werde ich auch, versprochen.
Aber nicht heute.
Ich will mich nur ein bisschen anlehnen.
Ein bisschen Pause machen, runterkommen.
Müde werden und schlafen.
Ich will mich irgendwo zu Hause fühlen und nicht nur versuchen, allen eins zu sein.
Ich weiß nicht, wie oft ich heute zu jemandem gesagt habe, dass er wunderbar ist.
Einfach, weil ich finde, dass die Menschen viel zu vergesslich sind, was solche wichtigen Dinge betrifft.
Dann müssen sie eben dran erinnert werden.
Zu mir hat das heute niemand gesagt.

Das klingt jetzt so, als ob ich's nötig hätte, sowas zu hören.
Hab ich vielleicht auch, ich weiß es nicht genau.
Möglicherweise eventuell.
Vielleicht schreibe ich dir auch genau deswegen.
Nicht, damit ich sowas zu hören kriege, aber damit ich über sowas nachdenke.
Und... Oh man, findest du auch, dass das Leben kompliziert ist?
Wir könnten uns zusammen tun, heute Nacht.
Das Leben zusammen kompliziert finden.
Dann wären wir weniger allein.

Ich glaube, ich brauche jetzt ziemlich dringend jemanden zum Anlehnen.
Weißt du, früher, als ich noch klein war, hat mein Papa immer meine Hand gehalten,
wenn ich nicht einschlafen konnte.
Kannst du heute Nacht vielleicht meine Hand halten, bitte?
Wenn ich nämlich darüber nachdenke, was ich alles getan habe, für Menschen, die ich sehr lieb habe,
dann kann ich lächeln.
Und wenn ich dann an mich denke... Nein, ich will lieber gar nicht an mich denken.
Ich hab Angst, dass ich irgendwann nichts mehr zum Geben habe.
Und...
Ich glaube, für kleine Mädchen ist jetzt Schlafenszeit, was meinst du?
Bevor meine Gedankenmonster mich auffressen und ich nur noch ein Wortwirrwarr produziere,
das niemand versteht.

Schlaf gut, Alexander, ja?
Und bleib heute Nacht bei mir.
Ich will nicht alleine sein.

Deine Rebecca.

Samstag, 27. April 2013

Alexander, kennst du das? Diese Tage, an denen alles einfach nur perfekt scheint?
Es gibt keine Worte dafür, ich will lieber gar nicht erst versuchen, irgendwas zu formulieren.
Ich kann nicht im mindesten beschreiben, wie es mir geht.

Alexander, ich will, dass das hier nie wieder aufhört.
Bitte lass es für immer sein.

Es ist unfassbar.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie froh ich bin, hier zu sein.
In diesem Leben zu sein.
Alexander, ich bin so froh, leben zu dürfen.
Etwas besseres hätte mir nicht passieren können.
Lass mich das nie vergessen, ja?
Niemals.
Und in meinen dunklen Momenten, wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann,
dann flüster es mir ins Herz, bitte.

Alexander, das hier ist eine dieser Nächte, in denen man nachts um zwei irgendwann anfängt, auf der Straße zu tanzen. Im Scheinwerferlicht der Autos. Wild und frei und für immer.

Ich liebe es, Alexander.
Ich liebe mein Leben.
Und es wird nie wieder besser sein als jetzt.

Wenn ich dir einen Rat geben sollte, dann wäre es dieser:
Lebe.

Mehr kannst du sowieso nicht tun.
Und alles andere kommt dann von allein.

Schlaf gut, Alexander, mir fallen gleich die Augen zu.
Vergiss nicht, dass du only once livest, ja?
Und mach das beste draus, mein Lieber.
Ich weiß, du kannst das.

Lieber Alexander.
Ich müsste dir so viel schreiben.
Seit Mittwoch sind ein Haufen Dinge passiert, schöne und schlechte.
Aber weißt du, ich kann nicht.
Ich kann gerade einfach nur da sitzen und nichts denken.
Mr. M und Sophie, hättest du das gedacht?
Ich nicht irgendwie, aber gleichzeitig war es klar, dass es so kommen musste.
Ok, das ist die eine Sache.
Die andere ist, dass sie es noch nicht weiß, aber ich schon.
Und zwar von Mr. M höchstpersönlich.
Mein Kopf schreit gerade die ganze Zeit, dass ich das um Himmels Willen lassen soll.
Warum, kreischt er, warum.
Du hattest das doch schon mal, du weißt doch, dass du das nicht kannst
und jetzt auch noch deine beste Freundin, bist du wahnsinnig?
Hör sofort auf mit dem Scheiß, das ist nicht deine Sache.
Sag ihnen, sie sollen das selber klären und dann halt dich da gefälligst raus!
Es wird wieder so werden, wie im Sommer, willst du das echt noch mal haben?!?!

Ja, Alexander, mein Kopf ist gerade echt sauer auf mich.
Ich habe gestern lange mit Mr. M geschrieben, ernst und ehrlich geschrieben.
Und, oh mein Gott, mein Herzschlag die ganze Zeit.
Es ist verrückt. Er liebt sie und auf einmal schreiben wir wieder.
Das lustige ist, dass er so berechenbar ist - ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn doch noch so gut kennen würde,
nach all der Zeit, die vergangen ist.
Er hat schon so viel durchgemacht, eigentlich müsste man davon ausgehen, dass er schon längst über Schmetterlinge im Bauch drüber steht. Tut er nicht. Es ist, als wäre er zum ersten Mal in sie verliebt.
Und ich, ganz die beste Freundin von einst, habe versucht, ihn ein bisschen zu trösten.
Mittlerweile weiß ich wenigstens, was ich sagen muss.
Aber oh ja, mein Herzschlag.
Und dann ging mein Internet nicht mehr (ja, das kommt bei mir öfter vor) und ich war allein.
Und plötzlich hat es weh getan.

Mit einem leeren Kopf und weinenden Augen und einem zerschlissenen Herzen.
In der Hoffnung, dass es weniger weh tun wird, irgendwann.
"Es geht vorbei", haben die Tränen meinem Herzen im Fallen zugeflüstert, "es geht vorbei irgendwann."
Aber es geht nicht vorbei.
Es geht niemals vorbei.
Und mein Herz weiß das.

Warum also? Warum.
Willst du es wirklich wissen, Alexander?

Ich liebe ihn.

So einfach ist das.
Und es geht nicht mal eben so vorbei.
Und alles, was ich will, ist, dass er glücklich ist.
Mehr nicht.

Ich könnte abwarten. Und Tee trinken. Viel Tee.
Könnte sie ihren eigenen Weg gehen lassen und meinen eigenen Weg gehen.
Ich glaube, es wäre leichter.
Für die beiden und für mich.

Ich glaube, das werde ich tun, oder was meinst du?
Verloren ist verloren.
Manche Dinge kriegt man eben nicht zurück.
Manche Menschen auch nicht.
Und dann tut das ein bisschen weh. Und nicht nur ein bisschen.
Und es geht nicht vorbei.

Aber das macht dann auch nichts.
Weil man irgendwie trotzdem weiterleben muss.
Und weil man sich an alles gewöhnen kann und aus allem das Beste machen sollte.
Und so weiter.

Bleib bei mir, Alexander. Pass auf, dass ich nicht wieder irgendwelchen Mist mache.
Ich traue mir das durchaus immer noch zu, unberechenbar, wie ich bin.
Hilf mir beim Stark sein, bitte.
Ich weiß nicht, ob ich das allein schaffe.
Mr. M und ein Mädchen, das ich nicht leiden kann, ist eine Sache.
Aber Mr. M und meine beste Freundin. Das ist eine andere Sache.

Trotzdem schicke ich dir ganz viel Sonne in dein Herz.
Heute Abend werde ich Spaß haben, Philipp gibt eine Riesenparty zu seiner Jugendweihe.
Es wird lustig werden, versprochen. Und ich werde ganz viel lachen.
Und nur ein bisschen was trinken ;)
Nein Spaß, mach dir keine Sorgen. Ich habe meiner Mutti versprochen, alkoholfrei zu trinken und ein bisschen Sekt. Der erste Absturz kann noch warten.

Grüß mir die Sterne, Alexander.
Alles wird gut, du wirst schon sehen.

Deine Rebecca.

P.S.: Kennst du dieses Gefühl, wenn du mit dem coolsten Jungen ever durch die Straßen läufst und alle dich sehen? Ich habe vorhin durch Zufall Xaver getroffen und dann haben wir gemeinsam vesucht, eine schöne Karte für Philipp zu finden, leider ohne Erfolg. Das ist alles so geschmacklos, echt furchtbar... Naja, aber Xaver ist so cool, der kriegt irgendwo noch was gutes, da bin ich mir sicher. :)
So und jetzt such ich mir was schickes zum Anziehen raus, haha.

Mittwoch, 24. April 2013

Einfach frei sein.
Nur diese Nacht.
Auf und davon.
Einmal um die Welt, zu den Sternen und zurück bitte.
Macht 7,80 €.
Gute Reise, Miss.
Adieu und auf nimmer Wiedersehen...

Frei wie ein Vogel. Es muss wundervoll sein.
Handy aus, Laptop aus.
Heute Nacht nur die Welt und ich.
Der Nachtwind fährt mir sanft durch's Haar.
Da ist nichts und niemand, was mich noch hält.
Es ist eine dieser Nächte, in denen alles möglich ist.
In denen alles passieren kann.
Frei und unendlich.
Ich will, dass das hier nie wieder aufhört.
Nur die Welt und ich.
Ganz allein unter tausend anderen suchenden Seelen.
Irren alle umher, ohne Plan und ohne Ziel.
Wird schon alles werden, Alexander, wirst schon sehen.
Mach dir keine Sorgen um mich.
Es geht mir gut, ging mir nie besser.

Ich könnte jetzt einfach gehen. Irgendwohin.
Wo mich niemand kennt.
Ganz allein.
Ganz frei.
Ganz ich.
Es ist alles möglich.

Meine Sternstunde heute Nacht.
Der Kampf gegen die Vernunft ist ein weiteres Mal verloren und das schlechte Gewissen will einfach nicht auftauchen. Dermaßen unzuverlässig alles, heutzutage.
Morgen bin ich wieder pünktlich, versprochen.

Mach's gut, Alexander.
Und genieß es.
Genieß dein Leben.



Lieber Alexander.
Weißt du was? Mir ist heute nicht nach einem glücklichen Brief.
Überhaupt nicht. Es tut mir schrecklich Leid, aber ich fühle mich in keinster Weise dazu fähig,
auch nur irgendwas sinnvolles, geschweige denn positives in Worte zu fassen.
Ja, ich habe heute einen schlechten Tag.
Nicht, weil irgendwas blödes passiert ist - außer einer lächerlichen Grammatikarbeit, die alles andere als leicht war, ist heute nichts nennenswertes gewesen.
Oder vielleicht doch, aber mein Oberstübchen ist gerade nicht in der Lage, sich an die Details im Allgemeinen oder im Speziellen zu erinnern...

Ach doch. Wir haben heute in Englisch Line Dance gemacht, das war ganz amüsant.
Und wir haben mit unserer Englischlehrerin lange über einen Schüleraustausch und so diskutiert.
Nachdem letzte Woche zwei Elfklässler ihre Erfahrungen vorgestellt haben, ist die ganze Klasse infiziert.
Wir haben alle den Wir-gehen-für-ein-Jahr-ins-Ausland - Virus.
Wir planen, recherchieren.
"Wenn wir alle ein Austauschjahr machen, dann können wir wiederkommen und in unserer Klasse weitermachen", schlägt einer lachend vor.
Weißt du, Alexander, manchmal wünsche ich mich ganz weit weg.
In den unmöglichsten Situationen.
Zum Beispiel heute in der Pause zwischen Mathe und Musik.
Wir sind alle zusammen über den Hof gegangen, haben geredet, jemand hat einen Witz erzählt, alle haben gelacht. Die Sonne hat geschienen, es war wunderbar warm.
Und plötzlich war da in meinem Kopf die Frage, was ich eigentlich da mache.
Weniger die existenzielle Frage, falls du verstehst, was ich meine.
Nicht, warum ich überhaupt lebe oder so.
Sondern, was das eigentlich für ein Schwachsinn ist.
Und ich habe mich ganz weit weg gewünscht, zu Menschen, die nicht ständig irgendwelche komischen Momentgeräusche von sich geben. Die nicht ständig lachen. Sich nicht gegenseitig fertig machen.
Sondern sich einfach verstehen und akzeptieren, so wie sie eben sind.
Es mag schön sein, ständig lachen zu können. Über alles und jeden Scheiß.
Aber Alexander, in diesem Moment wollte ich das nicht.
Ich wollte einfach auch mal traurig sein dürfen, mitten in der Öffentlichkeit.
Die Art Traurigkeit, bei der man traurig ist und nicht weiß, warum.
Einfach so traurig eben.
Also habe ich für einen Moment kein Lächeln auf den Lippen gehabt.
Einen winzigen Augenblick nur.
Und dann hat irgendjemand was gesagt und alle haben wieder gelacht.
Und ich habe mitgelacht, weil das sonst komisch gewesen wäre.
Ich sonst komisch gewesen wäre. Und das will ich nicht sein.
Ich will sein, wie alle anderen. Normal eben.
Und das war auch ok, irgendwie. Es war wie immer.

Und gleichzeitig habe ich mich weg gewünscht.
Ganz weit weg.
Raus aus meiner kleinen Welt, in der nur Leistung, Aussehen und Geld zählt.
Tut mir Leid, aber ist doch so.
Und nein, eigentlich tut es mir nicht mal Leid.
Ich will einfach mal ich sein.
Ohne jemand sein zu müssen. Ich bin auch gerne ein Niemand, verstehst du, solange ich ich bin.
Aber das wird nicht akzeptiert, nicht in meinem Leben.
Bei mir muss jeder jemand sein.
Ob er will oder nicht.
Und wer das nicht kann, wer nicht Jemand ist, der ist raus.
Game over.
So ist das Leben.

Ich will weg hier, Alexander. Irgendwo auf der Welt neu anfangen.
Neue Leute kennenlernen.
Bei denen ich ich bin.
Raus aus dieser Engstirnigkeit. Es ödet mich an.
Und nicht nur das, es kotzt mich richtig an.
Ich hätte gerne mal eine Pause.
Eine Pause, von allem was getan werden MUSS.
Eine Runde aussetzen, ich steig später wieder ein.
Spielt ohne mich weiter.
Ich hätte gerne eine Pause vom Leben.

Alles, was ich will, ist denken.
Denken, ohne unterbrochen zu werden.
Tischtennis spielen.
Gossip Girl gucken, bis ich es nicht mehr sehen kann.
Stundenlang Klavier spielen, ohne irgendwo hinten in meinem Kopf zu wissen, dass ich irgendwann aufhören und Hausaufgaben machen muss.
Schlafen.
Schlafen, ohne Wecker. Wie Dornröschen, hundert Jahre und noch länger.
Ich will laufen, laufen bis ich nicht mehr weiter kann.
Alexander, ich will etwas tun können, ohne aufhören zu müssen.
Ich will solange durch die Straßen tanzen, wie ich will.
Und wenn ich nicht aufhören will. Dann höre ich auch nicht auf.
Ich will nicht aufhören müssen, verstehst du?
Ich will nicht eine Sache tun müssen und in Gedanken schon planen, was ich als nächstes machen muss.
Mein Wunsch ist es, etwas zu tun.
Bis ich damit fertig bin. Bis ich keine Lust mehr darauf habe.
Und dann mache ich das nächste. Solange, wie ich will.
Dann höre ich auf und mache das nächste.

Das ist es, was ich will.
Alles ohne Unterbrechung zu Ende bringen können.
Und dann sehe ich weiter. Und mache vielleicht dies. Oder mache vielleicht doch das.
Kein Druck mehr.
Von nichts und niemandem.

Ich will nie wieder das Wort "MÜSSEN" hören, Alexander, nie wieder.
Oder... Oh man.
Das alles hier hat überhaupt keine Logik mehr, oder?
Es tut mir Leid, ich bin in so einen Rausch geraten, und dann fließen meine Gedanken sinnlos vor sich hin und am Ende kommt ein Wirrwarr heraus, das nicht mal ich verstehe.
Bitte verzeih mir, meine Gedächtnisleistung ist momentan nur Teilzeitangestellte.

Weißt du, ich würde gerne rebellieren.
Abhauen, ausbrechen, aus meiner Welt.
Jetzt gerade habe ich den Willen dazu.
Aber wenn morgen früh der Wecker klingelt. Und mich in meine Gewohnheiten zwängt.
Dann werde ich wieder einfach nur funktionieren.
Roboter haben keinen eigenen Willen.

Aber sie haben auch keine Gefühle und das ist etwas,
was ich ganz eindeutig noch habe, tief in mir drin.
Es besteht Hoffnung, meinst du nicht?
Jason Mraz heute, "Details In The Fabric"


and hOld your owN.
know yoUr naMe.
anD go your owN wAy.



andeverythingwillbefine


Alexander, dieser Song. 
Alles, was ich brauche. 
Kannst du mich für heute Nacht entführen bitte, irgendwohin, wo mich keiner kennt?
Einfach so... Morgen bin ich doch sowieso zurück.
Und bitte entschuldige dieses Wortgewusel.
Es war keine Absicht.

Gib die Hoffnung nicht auf, es geht vorbei.
Irgendwann geht alles vorbei.

Deine Rebecca.

Dienstag, 23. April 2013

Lieber Alexander.

Aus meinem Leben gibt es gerade nicht viel neues zu berichten.
Alles läuft seinen gewohnten Gang. 
Alles wie immer. Alles super.
Die Sonne scheint, das Essen schmeckt. Das Lachen ist echt.
Es geht mir gut.
Würde ich sagen.

Der Sommer kommt.
Und mit ihm das Strahlen, auf unseren Gesichtern, in unseren Herzen.
Und wir lernen, die Leichtigkeit des Seins zu verstehen.

Ok, nein, natürlich ist nicht alles leicht.
Schule ist stressig, jeder Tag voll mit Terminen.
Wollt ihr beim Drachenbootrennen mitmachen? Klar, warum nicht, wird lustig.
An dem Tag ist auch noch Tanztheatervorstellung.
Kirchentage in Hamburg? Gerne doch.
Gleichzeitig fallen die Proben für's Tanztheater.

Du musst wissen, Alexander, ich lebe und sterbe für's Tanztheater.
Ich könnte nicht ohne.
Es ist ja weder Tanzen im Sinne von Ballett oder Hip-Hop noch Theater im Sinne von "Ich stehe auf der Bühne und lerne meinen Text auswendig".
Es ist einfach alles zusammen. Mit einer, wie ich finde, unglaublichen Ausdruckskraft.
Man kann mit Bewegungen, Mimik und einzelnen Wort- und Satzfetzen so viel mehr aussagen,
als mit einem langen Text.
Auf unsere Internetseite gibt's auch immer Trailer zu unseren aktuellen Produktionen,
aber wenn ich dir den Link schicken würde, wüsstest du, wo ich wohne
und Alexander, ich möchte dieses Drama nicht noch mal haben.
Eine Ladung heimlich geöffneter Briefe ist genug.
Kannst du das verstehen?

Und ich wache jeden Morgen von diesem schrecklichen Weckerpiepen auf,
mit dem Bedürfnis, mich sofort einfach nur wieder hinlegen und schlafen zu können.
Ich bin in eine Art Dauermüdigkeitszustand geraten.
Und jeden Morgen nehme ich mir vor, diesen Abend aber wirklich mal zeitig ins Bett zu gehen.
Und zwar wirklich wirklich.

Aber dann kommt noch mein Leben dazwischen.
Wenn ich erst abends um halb acht nach Hause komme,
weil ich endlich mit allem durch bin, was ich so zu erledigen habe,
an Terminen und dann noch was essen und Hausaufgaben und...
Dann wird es abends eben immer um elf. Um zwölf.
Nachts um halb eins.

Naja, genug gejammert.
Es ist leicht, zu meckern. Immer nur das Schlechte zu sehen.
Alexander, es ist so leicht.
Aber das will ich nicht. Immer nur jammern, verstehst du?
Alles hat seine gute Seite, irgendwo.
Und jeder Tag hat seine guten Momente.
Glaubst du nicht? Ich muss dich leider enttäuschen.
Ein Mensch lacht durchschnittlich... Ich wusste es mal. Jedenfalls oft am Tag.
Achte mal drauf, du wirst sehen.
Jeder Tag hat was gutes. Versprochen.
Ich glaube, wenn ich dir von meinen Sternstunden heute erzähle,
dann wirst du lachen.
Aber sie waren gut, also lass mich.
Lass sie mir, mach dich nicht drüber lustig, ja?

Als Julius und ich zusammen von der Schule nach Hause gefahren sind.
Dienstag, das ist manchmal unser Tag. Das ist manchmal echt gut.

Als Laura mich angerufen hat und wir zusammen einfach nur lachen konnten.
Und das, obwohl sie sich heute den Finger gebrochen hat.
Wir haben zusammen Diätpläne gemacht, damit wir nicht aus unseren Konfi-Kleidern platzen.
Wir waren der Meinung, zusammen ist es leichter.
Das heißt, bis in vier Wochen keine Schokolade mehr.
Kein Kuchen.
Keine Pizza, kein Döner.
Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll.
Also Döner ok, den ess ich sowieso nicht so gern.
Aber ohne Schokolade?!?!
Glaubst du, dass ich das durchhalte, Alexander?
Ich meine, ich will doch nicht aussehen, wie eine Presswurst...

Als ich heute mit Felix geschrieben habe.
Haben wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr.
Es war schön.
Ich bin diejenige, die er mitten in der Nacht leicht angetrunken anruft.
Wenn er auf irgendwelchen Chor- oder Orchesterfahrten ist.
Und dann liege ich nachts um eins da, mit seiner Stimme in meinem Ohr.
Kämpfe gegen die Müdigkeit.
Und kann nicht anders, als lächeln.

Und... Ich glaube, jetzt wirst du lachen, Alexander, aber die Nacht ist heute schön.
Der Abend.
Ganz klar.
Die Luft ist ganz genau richtig kalt.
Ich liebe es.
Die Nacht ist meine Sternstunde, glaube ich.
Jeder sollte so eine Sternstunde haben, oder was meinst du?
Einen Moment, und wenn es nur der Bruchteil einer Sekunde ist,
in dem man lächelt.
Wegen ganz banaler Dinge.
Aber man lächelt.
Und das ist es, was zählt.
Das Lächeln.

Bitte entschuldige, dass dieser Brief schon wieder so lang geworden ist.
Ich habe irgendwie so viele Worte in mir.
Schlaf gut, ja?
Träum was Schönes.
Vom Sommer. Von einem riesiegen Schoko-Karamell-Eisbecher mit Streuseln UND Sahne.
Hach ja, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon auf die Konfi freue.
Träum von einem Strand, irgendwo in der Südsee.
Träum von 33° im Schatten und von Cocktails.
Von deinen Lieblingsmenschen.

Weißt du was, heute schicke ich dir nicht das obligatorische Lächeln zum Schluss,
das kannst du natürlich auch haben, aber ich möchte dir eigentlich noch was anderes sagen.
Oder schreiben, je nach dem.

Ich will haben, was sich gut anfühlt. Und zwar für immer.

 Das ist Clueso.
Ich finde, Clueso hat immer Recht. Er ist großartig.

Und du auch, du natürlich auch.
Bitte vergiss dich nicht. ♥

Deine Rebecca

Sonntag, 21. April 2013

Hey Alexander.
Zu einer für mich ungewöhnlichen Zeit heute, aber das macht nichts.
Ich wollte dir nur die Sache mit Mr. M erklären. Oder naja, was heißt erklären.
Ich kann es auch ganz kurz machen:

Ich habe ihm nichts mehr zu sagen.

Es klingt hart, ich weiß. Aber es ist so. Weißt du, wir haben Dienstagabend telefoniert und ja, ich habe auch viel gelacht. Ich habe sogar wirklich mehr gelacht, als in der ganzen Woche zusammen.
Und ich war auch sehr glücklich. Und ich war auch wirklich froh, dass er angerufen hat.
Aber es war so, dass er die meiste Zeit geredet hat. Was auch nicht schlimm war, ich kann sehr gut zuhören, wenn ich will und Mr. M besonders. Und die Sachen, die er erzählt hat, waren alle sehr lustig.
Aber irgendwann hat er dann plötzlich gesagt: "Oh Gott, ich laber die ganze Zeit nur, erzähl du mal was."
Und da... Wie du weißt, hatte ich mir in den letzten Tagen dauernd gewünscht, meine schönste Zeit mit ihm teilen zu können. So wie früher eben. Was ich allerdings nicht bedacht hatte:
Es ist nicht mehr wie früher. Ich bin stiller geworden, zweifelnder, jedenfalls was ihn angeht.
Und die wichtigen Dinge weiß er schon, von Sophie. Sie ist diejenige von uns dreien, die die "Breaking News" erzählt, Laura ist für die guten Sprüche zuständig und ich... Ja, ich darf daneben stehen und winken und lächeln.
Ich war noch nie eine besonders gute Erzählerin. Und er hat immerzu irgendwelche komischen Situationen aus den letzten Tagen erzählt (deswegen musste ich auch die ganze Zeit lachen) aber mein Leben ist auf eine andere Art komisch. Mein Leben ist nicht lustig, mein Leben ist glücklich.
Ich habe viele tolle Momente erlebt, in den letzten Wochen, aber wenn ich versuchen würde, sie in Worte zu fassen, dann würde das nicht halb so toll rüberkommen, wie es in Wirklichkeit war.
Ich habe einfach geschwiegen.
Und mir ist bewusst geworden, dass ich ihm einfach nichts mehr zu sagen habe. Das, was ich ihm erzählen könnte, weiß er schon. Und die weniger lustigen Dinge kann und will ich ihm nicht erzählen - entspricht nicht der Stimmung. Irgendwann haben wir dann angefangen, über wirklich... Naja, spezielle Themen zu reden. So wie immer, wenn wir nicht mehr wissen, worüber wir reden sollen.
Und auch da musste ich lachen. Und es war ok so.

Aber ich habe ihm nichts von mir erzählt.
Weil ich plötzlich gemerkt, dass es nicht mehr geht.
Früher hat er mir so viel Interesse entgegengebracht, ich konnte wirklich die unwichtigsten Dinge erzählen,
er hat sie wichtig gemacht.
Vielleicht habe ich auch das so sehr vermisst. Dass es einfach wichtig war, was ich zu sagen hatte, egal, was es war.
Wenigstens für ihn, wenigstens für diesen Moment.
Naja, aber dieses Interesse hat er nicht mehr. Und deswegen gibt er mir auch nicht das Gefühl,
es wäre wichtig, was ich zu sagen habe.
Und deswegen sage ich dann einfach nichts.
Macht mir im Übrigen nicht so viel aus.
Es ist einfach so. Menschen ändern sich.
Kommt vor, im Leben.

Ich habe kein Problem damit, ihm zuzuhören. Über seine Witze und Geschichten zu lachen.
Seine Stimme zu hören.
Aber ich habe nicht das Bedürfnis, ihm irgendwas zu erzählen.
Nicht mehr.
Ist einerseits echt von Vorteil für mich, ihn nicht mehr zwingend zu brauchen (obwohl es natürlich nicht heißt, dass ich die alten Zeiten nicht manchmal doch vermissen werde.)
Andererseits wird auch er irgendwann bald merken, dass ich nichts mehr sage und ich schätze,
dann werden wir uns irgendwann total aus den Augen verlieren.
Was mich wiederum doch auch traurig machen würde, irgendwie.
Weil er mir trotzdem mal sehr wichtig war. Weil er mich unglaublich geprägt hat.
Ohne ihn wäre ich nicht die, die ich heute bin.

Ich bin nicht traurig darüber, dass es so ist, Alexander.
Ich glaube, irgendwann musste es so kommen.
Manchmal verlieren sich zwei Menschen mit der Zeit einfach.
Und nur, weil ich ihm nichts mehr zu sagen habe, bedeutet es ja nicht, dass er mir nichts mehr sagen kann.
Ich werde immer da sein, wenn er mich braucht. Falls er mich irgendwann noch mal brauchen sollte.
Irgendwann in den letzten Tagen hat Theo mich gefragt, wie es dann weitergeht.
Weißt du, Alexander, ich habe keine Ahnung.
Mr. M hat mir einst versprochen, eines Tages zusammen mit mir am Strand von Kalifornien den Sonnenuntergang zu betrachten.
Ich glaube, das wird nichts mehr. Wobei ich noch immer gerne mal an die Westküste möchte.
Aber vielleicht doch erstmal Florida, mit Theo zusammen, so wie wir es uns vorgenommen haben.
Wer weiß.
Gestern Nacht habe ich übrigens sehr lange mit Leon telefoniert.
Sehr lange.
Wir wollen noch nirgenwo hin.
Vielleicht bleiben wir einfach ein bisschen hier.

Weißt du, Alexander, es ist schön, nicht zu wissen, wie es weitergeht.
Dass alles offen ist.
Dieses Gefühl, dass alles passieren kann.
Ich mag das.
Es ist dieses "oder so", dieses "wer weiß".
Alles ist möglich, oder so...
Wer weiß das schon so genau.

Wir werden sehen.

Heute mit ganz viel Sonnenschein für dich, vergiss das Strahlen nicht.
Ich werde mich jetzt daran machen, meine Aufgaben zu erledigen.
Mach's gut, Alexander, bis zum nächsten Mal.
Ich kann nicht versprechen, dass es morgen sein wird, oder übermorgen.
Es passiert so viel, zur Zeit.
Ich hoffe, du kannst das verstehen.

Deine Rebecca

Freitag, 19. April 2013

Alexander.
Es gibt so viel, was ich dir schreiben müsste.
Mein Kopf quillt fast über, so viele Gedanken haben sich angesammelt.
Aber weißt du, ich finde einfach nicht die Zeit dazu, auch nur irgendwas aufzuschreiben.
Da ist zum Beispiel noch eine Sache mit Mr. M, die ich dir unbedingt erzählen will - eigentlich so bald wie möglich, bevor wieder irgendwas anderes dazwischen kommt.
Und ich will dir von meiner Theorie der zwei Möglichkeiten schreiben, die es immer gibt.
Von meinen Lieblingsfilmen, meinen Lieblingssongs, Lieblingsbüchern.
Und davon, dass ich heute verboten viel Gossip Girl geguckt hab (ja, ich weiß, ich bin ein schlechter Mensch, aber mir war so danach...) und sonst nichts anderes gemacht habe.
Ich will dir von Theo und Leon erzählen und wie lieb mir die beiden sind.
Von den Freitagnachmittagen in der Mensa, mit den wundertollsten Menschen der Welt.

Aber weißt du, bis Pfingsten und noch danach, habe ich nur noch Termine.
Hier eine Jugendweihefeier, da eine Klausur, dort eine Premiere, Auftritt, Konzert, was auch immer.
Wie schon mal erwähnt, April und Mai sind immer die schlimmsten Monate.
Es passiert so verdammt viel gerade und ich wünschte,
ich könnte dir von allem erzählen.
Aber das ist unmöglich, es tut mir Leid.
Tröste dich damit, dass es besser wird - so spätestens im Herbst, oder nein, sagen wir, im Winter, wenn nichts passiert und die Nächte länger werden und kälter und Mr. M aus Australien zurück ist,
werde ich wieder mehr schreiben.
Versprochen.

Bitte vergiss das Lächeln nicht, Alexander.
Mit einem Lächeln ist alles leichter, glaub mir.
Ich wünsche dir eine gute Nacht.

Deine Rebecca.

Donnerstag, 18. April 2013

Liebster Alexander.
Eigentlich würde ich dir gerne erzählen, was für einen wundervollen Tag ich hatte - denn er war wunderbar, keine Frage.
Aber weißt du, in letzter Zeit ist jeder Tag auf seine Weise wunderbar.
Es ist irgendwie... Nichts besonderes mehr, verstehst du?
Ok, nein, du verstehst nicht, wie ein wunderbarer Tag nicht besonderes sein kann.
Hast ja Recht, Alexander, hast ja Recht.
Aber sie ähneln sich auf eine langweilige Weise, weißt du, in meiner Erinnerung werden sie aus T-Shirts, kurzen Hosen und lächelnden oder lachenden Gesichtern bestehen.
Und zwar alle.
Wenn ich an diese Tage denke, werden mir Bilder von uns in der Mensa durch den Kopf schießen, von Projektstunden, von uns an den verrücktesten Orten dieser Stadt.
Ich werde mich daran erinnern, dass wir uns immer alle gegenseitig durchkitzeln, so richtig, bis wir vor Lachen unter die Tische fallen, wie wir uns ansehen und grinsen, ohne auch nur ein Wort zu sagen.
Und dass wir durch die Straßen hüpfen, zu zehnt, und "This is fucking awesome!" singen. Oder naja, wohl eher brüllen. Und dass die missbilligenden Blicke der alten Omas und Opas, die gerade ihren Nachmittagsspaziergang machen, uns nur noch mehr zum Lachen bringen.
Alexander, wir sind jung, wir sind frei, wir sind glücklich.
Wir leben.

Alexander, es werden Bilder in meinem Kopf sein,
von uns, wie wir Frozen Yogurt verputzen,
wie wir mit wehender Mähne auf unseren Skateboards
über den Asphalt der Sonne entgegen rauschen.

Denn weißt du, wir werden niemals wieder so unbeschwert lachen, wie in dieser Zeit.
So sorgenfrei durch die Straßen laufen.
So unendlich sein, wie jetzt.

Alexander, die meisten von uns wissen nicht, dass jetzt die beste Zeit ihres Lebens ist.
Sie leben einfach und werden weiterleben.
Und vielleicht werden irgendwann Alkohol, Drogen, Zigaretten und Sex in ihrem Leben eine Rolle spielen.
Und sie werden sich nicht mehr die Mühe machen, abends noch mal für einen Vokabelntest zu lernen.
Vielleicht werden irgendwann Klingen und Waagen ihre besten Freunde sein.
Und die Einsamkeit wird ihnen Gesellschaft leisten, die Dunkelheit wird abends mit ihnen zu Bett gehen - falls sie überhaupt noch schlafen - und ihre Tränen werden ihnen wehtun.
Und diese Zeit, die jetzt die beste unseres Lebens ist, die wird vergessen sein,
zusammengefaltet in dem Karton, der die Aufschrift "Erinnerungen" trägt,
ganz weit hinten in unserer Rumpelkammer.

Noch sind wir als Streberklasse verschrien, in unserem Jahrgang,
weil wir manchmal in der Mensa Hausaufgaben machen,
weil wir höchstens Kunst schwänzen.
Weil uns unsere Noten nicht egal sind, weil unser Klassendurchschnitt 2 Komma noch was ist.
Wir sind diejenigen, die es kein bisschen cool finden, wenn jemand betrunken auf der Straße zusammenbricht und anfängt, zu heulen.
Wir sind diejenigen, die den heimlichen Rauchern aus unserem Jahrgang hinter der Mensa verächtliche Blicke zu werfen.
Wir sind diejenigen, die mit ihrem Leben um 20:00 Uhr beginnen, wenn alles erledigt ist, was erledigt werden muss.

Aber weißt du, wir erzählen uns, wo wir ein Austauschjahr machen wollen, was wir studieren und werden wollen. Dass wir in einem großen Loft in Hamburg wohnen oder einen Porsche fahren wollen.
Dass wir eine Familie wollen, Kinder. Oder zumindest jemanden für's Leben.
Wir erzählen uns von unseren Plänen und von unserer Zukunft.
Noch.

Wir sind glücklich. Auf eine unschuldige Art.
Die Art, die noch keine Ahnung von den schrecklichen Dinge im Leben hat.
Ich glaube, es ist die beste Art, glücklich zu sein.

Aber Alexander, wir werden größer werden.
Älter.
Und das Leben wird kommen, die Realität.
Ich würde gern wissen, wer von uns in ungefähr zwei Jahren tatsächlich ein Austauschjahr macht.
Wer später wirklich einen Porsche fährt.
Und wie viele von uns jeden Samstagabend sturzbetrunken auf der Schwimmenden Wiese rumhängen und kiffen werden.

Diese Zeit, Alexander, das, was jetzt ist.
Es wird nie wieder kommen.
Wir alle werden nie wieder so glücklich sein.
Aber vielleicht ist das auch nicht schlimm, weißt du?

Weil wir erkannt haben, dass es so ist.
Dass wir die beste Zeit unseres Lebens haben.
Und weil wir sie auskosten, bis zum Limit und darüber hinaus.
Jeden einzelnen Augenblick genießen,
jeden Atemzug leben, als wäre es unser letzter.

Jeder Tag ist auf eine langweilige, gleiche Art wunderbar.
Es gibt nichts spannendes zu erzählen.
Und wir träumen von später.
Und hoffen, uns immer erinnern zu können.
An diese immer gleichen wunderbaren Tage.

An die beste Zeit unseres Lebens.

Mit strahlendem Herzen heute, Alexander, und einem Lächeln.
Tut mir Leid, dass ich so selten schreibe, in letzter Zeit.
Mein Leben nimmt mich voll in Anspruch.
Vielleicht kannst du mir verzeihen.

Jung. Wild. Frei.
Die Codewörter, der Schlüssel zum Glück.
Alle mit einer Spur Unendlichkeit überzogen.
Erinner mich dran, Alexander, bitte lass mich das hier nie vergessen.

Schlaf gut, ja?
Träum schön, vom Sommer, von der Liebe und vom Leben.
Ich hab dich lieb.



Deine Rebecca

Dienstag, 16. April 2013

Alexander.
Alexander, was soll ich davon halten?
Ich bin so dermaßen verwirrt.
Und ich verstehe nicht, warum.
Schweigend.
In meinem Kopf pocht es, aber mein Herz pocht noch viel mehr.
Alexander, warum?

Warum ruft er mich an. Warum kommt es mir nicht so vor, als hätten wir zum letzten Mal vor drei Monaten telefoniert. Warum reden wir wieder über alles und nichts. Warum zeigt die Uhr am Telefon nach dem Auflegen 02:09 h an. Warum. Warum. Warum.

Ich verstehe das alles nicht.
Es war gut, keine Frage.
Es war wie früher.
Ich habe mehr gelacht, als in den letzten drei Tagen zusammen.
Oh verdammt, die Erinnerungen...
Und ich muss lächeln.
Alexander.
Wir können nicht zurück und warum sollten wir auch.
Irgendwann wieder, hast du gesagt.
Und ich habe gesagt, irgendwann.

Und ich konnte an deiner Stimme hören, dass du gelächelt hast.

Es ist gut so, wie es ist.
Vielleicht ist unsere Geschichte doch noch nicht fertig.
Vielleicht ist das hier einfach nur ein neues Kapitel.
Wer weiß.

Ich bin froh, dass du wieder da bist, Mr. M.

Montag, 15. April 2013

Allerbester Alexander.
Ja, ich weiß.
Ich sollte/wollte heute zeitig schlafen,
Aber es kommt immer so viel Leben dazwischen, ich weiß auch nicht.
Es tut mir Leid, ich will dich nicht mit irgendwelchen Teenie-Geschichten langweilen.
Aber mein Leben ist grandios.
Das Wetter ist unglaublich. Meine beste Freundin kommt in genau diesem Augenblick mit Theo zusammen.
Meine Klasse ist meine zweite Familie und wir lachen uns durch's Leben.
Wir tanzen zusammen durch den warmen Regen, der schwer aus den Wolken fällt.
Und wir sind so frei wie nie zuvor.
Alexander, ich glaube, es ist alles so, wie es sein soll.

Ich schlafe zu wenig und lebe zu viel.

Auf eine Zeit, die wir alle niemals vergessen werden.
Auf eine Zeit, in der alles so ist, wie es sein soll.
Auf die schönste Zeit unseres Lebens.

Wenn ich das hier alles teilen könnte, mit Mr. M.
Sophie sagt, ich soll dich anrufen.

Oh Mr. M.
Ich will doch einfach nur mit dir reden, 
mir egal über was.
Von mir aus über die Grizzlybären in Kanada oder das eklige Mensaessen.
Mr. M, ich will einfach nur wieder mit dir reden. Mein Leben mit dir teilen.
So wie früher.
Wie du heute neben mir gestanden und mich angesehen und dann ganz plötzlich gefragt hast:
"Kenn ich dich noch?"

Mr. M.
Ich will einfach nur mit dir die schönste Zeit meines Lebens erleben.

Und teilen.
Aber ist egal.
Das Fenster ist offen und es wird nicht kalt in meinem Zimmer.
Der Sommer ist auf Kurzbesuch.
Leiser Regen trommelt auf's Dach.
Die Nacht ist noch nie so schön gewesen.
Ein Lächeln, beim Gedanken an dich.
Ist schon gut so.
Vielleicht werden wir es irgendwann verstehen.
Alles, meine ich.
Uns.

Aber lassen wir das.
Geht schon.
Und mein Kopf tut höllisch weh, weil einfach 5 1/2 Stunden Schlaf pro Nacht zu wenig sind.
Wir werden sehen, sagen Sophie und ich uns immer,
wir werden sehen.
Wir kriegen das schon hin.

Wird schon alles werden.
Und nicken uns zu.

Alles wird gut.
Erinnerst du dich noch? "If you walk away, everyday it will rain, rain, rain..."
Es regnet gerade so wunderschön. Seit langer Zeit zum ersten Mal wieder. 
Wir sind dabei, uns zu verlieren, Mr. M.
Vielleicht für erstmal, vielleicht für immer.
Wer weiß.
Nein, eigentlich ist das falsch, wir haben uns schon verloren.
Fast 10 Monate ist das her. Verdammt lange Zeit.
Das Zitat hat nur gerade so schön gepasst, weißt du?

Aber auch egal.
Wird schon alles werden.
Wir werden sehen.

Ach Alexander.
Was soll ich nur tun.
Mein Kopf ist vor Schmerz gerade unfähig, auch nur irgendeinen vernünftigen Gedanken zu fassen.
Ich sollte wirklich schlafen.
Werde ich auch.
Jetzt.
Gleich.
Nachher.

Es wird alles gut werden, Mr. M.
Du wirst schon sehen.

Sonntag, 14. April 2013

Alexander.
Oder soll ich besser sagen, Mr. M?
Ich sollte schon längst schlafen.
Sollte ich die ganzen letzten Wochen eigentlich immer.
Migräne ist nicht witzig.
Wenn man Migräne hat, muss man viel schlafen.

Vielleicht bin ich auch ein kleines bisschen verrückt.
Ganz bestimmt bin ich verrückt.
Ich sitze hier, 23:47 Uhr und schreibe.
Mit Mütze und Schal und einem offenen Fenster.
Neben mir ein Glas Wasser. Und meinen Teddy im Arm.
Jason Mraz singt "Plane".

Hey Mr. M.
Ich hab dich so vermisst.
Wo warst du nur so lange?
Ich muss schon wieder lächeln. Keine Ahnung, die Vorstellung, dass du dich mit ein paar Worten wieder in meine Gedanken schummeln kannst, belustigt mich irgendwie.
Die Nachtluft ist ganz kalt. Weißt du noch, wie wir früher immer am Fenster gestanden und uns die Sterne angeguckt haben? Vor anderthalb Jahren...
Keine Sterne heute Nacht, aber das ist schon ok so.
Oh honey, I can see your house from here...
Ein wunderbar warmes Gefühl in mir, beim Gedanken an dich.
Mr. M, alles ist perfekt.
Nur du fehlst.
Aber ist schon ok.
Mr. M, weißt du, seitdem du mir diese SMS geschickt hast, denke ich wieder an dich, jeden Abend.
Meine Finger zucken leicht.
Es wären nur ein paar Zahlen, ein paar Tasten, es wäre nicht weiter schwer.
Mal wieder deine Stimme hören, mal wieder bestätigt bekommen, dass es dir gut geht,
dass bei dir alles bestens ist.
Dir vielleicht von meiner Glücklichkeit erzählen. "Und sonst so?" fragen, mit leiser Stimme.
Und dir irgendwann sagen, wie sehr ich dich vermisst habe, all die Monate.
Dir sagen, dass es Tränen gab, viele Tränen und dass es nicht schön war.
Aber dass es jetzt ok ist, dass jetzt alles ok ist.
Only know, you love her when you let her go.
Schon bei diesen Gedanken muss ich lächeln, Mr. M.
Was machst du nur immer mit mir? Nach all dieser Zeit...
Weißt du, was Sophie gestern zu mir gesagt hat? Dass ich nicht ich wäre, wenn ich dich nicht vermissen würde.
Und vielleicht hat sie ja Recht, so wie sie immer Recht hat. Vielleicht habe ich dich immer vermisst,
irgendwo, tief in mir drin.
Auch wenn ich vergessen habe, an dich zu denken,
wer weiß.
Ach ja, Mr. M.
Es war schon gut, oder? War gut, was wir waren. Ist gut, dass wir es nicht mehr sind.
Weil ich meine... ich denke immer auf die Art an dich.
Die Art, die es schon immer war. Die es immer sein wird.
Verrückt, ich sitze hier, schüttel den Kopf. 
Wie oft habe ich dich beleidigt, dir Dinge an den Kopf geworfen, die du niemals hättest hören dürfen,
einfach, weil sie nicht wahr waren.
Jetzt, im Nachhinein, wird mir klar, dass ich da auch schon auf die Art an dich gedacht habe.
Und frage mich, warum es keine gesetzliche Höchstgrenze für Dummheit gibt. 
And I might be ok, but I'm not fine at all.
Mr. M. Wenn du jetzt hier wärst, hier neben mir.
Wäre es dann ok? Wäre dann alles ok?

Weißt du, ich glaube, es gibt nichts, was ich mir sehnlicher wünsche.
Dass irgendwann alles ok ist. 
Bei dir war es das. War ich das. 
Bei dir war alles ok.
Vielleicht vermiss ich dich auch deswegen so sehr.
Beziehungsweise, eigentlich dann ja nicht dich. Sondern das ok-Gefühl.
Oder es liegt einfach daran, dass Sophie und Theo mich so sehr an uns beide damals erinnern.
Oder so, ich weiß es nicht.

Manchmal frage ich mich, ob du an mich denkst.
Und falls ja, auf welche Art.
Ich frage mich, ob du lächelst, wenn du dich erinnerst.
Ob du dir manchmal wünschst, die Zeit zurückdrehen zu können.
Ob du manchmal denkst, dass du gerne mit mir reden würdest.
Wahrscheinlich nicht - das ist ja die Art, auf die ich an dich denke.
Und ich glaube, du hast noch nie auf dieselbe Art gedacht, wie ich.
Oder?

Mr. M. Wenn du jetzt hier wärst, würdest du wahrscheinlich das Fenster zu machen.
Würdest mir zu zwinkern und dann mit gespielt wütender Miene sagen, 
dass ich doch schon längst schlafen sollte.
Würdest mich zudecken und dich auf meine Bettkante setzen und mir beim Schlafen zusehen.

Hättest du jedenfalls früher gemacht, Mr. M.

Warum bist du nicht hier? 
Du hast mich immer dazu gebracht, das Richtige zutun.
Ich vermiss dich, Mr. M. 
Vermiss diejenige, die ich war, wenn du da warst.

Es wäre so leicht.
Ein paar Zahlen, ein paar Tasten.
Aber die Überwindung so groß.
Zu viele Fehler, zu viele falsche Worten und Taten in den letzten Monaten,
von meiner Seite.

Du bist nicht da, Mr. M.
Und mir bleibt nichts anderes übrig, als still zu lächeln.
Ist ok so.
Ich kann jetzt das Fenster auch alleine zu machen.
Das Schlafen wird vielleicht schwieriger.
Aber sag ihnen, es ist ok.
Sag ihnen, wir waren gut.
Ich bin nicht gut ohne dich und ich wünschte, es wäre andersrum genauso,
aber wir wissen beide, dass es so nicht ist.
Und Mr. M, heute Nacht ist alles ok.
Und ich auch ein bisschen.
Und deswegen...


Tell them the fairytale gone bad.

Schlaf gut, Mr. M.
In dieser Art von Liebe, die es schon immer war.
Rebecca


Liebster Alexander.

Manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben ist eine Achterbahn. Also, eigentlich nicht nur manchmal.
Eigentlich immer.
Es geht hoch und runter. Immer schön im Wechsel.
Das einzig Gute daran ist wohl, dass ich niemals lange unten bin.
Jedenfalls nicht zu lange.
Aber kannst du dir vorstellen, wie anstrengend es ist?
Vielleicht nicht.
Aber ok, macht nichts.
Ist auch nicht wichtig.

Es ist nur so, weißt du, die letzten zwei Tage waren so verdammt genial.
Weil, irgendwie ist das nur Lachen und Reden in meiner Erinnerung,
mit lauter wunderbaren Menschen.
Und ich kann mich kaum bewegen, so einen Muskelkater hab ich.
Und ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich zum Beispiel an Gardinenstangen denke.
Nein, Alexander, natürlich verstehst du das nicht,
aber das musst du auch nicht.
Darum geht es nämlich nicht.

Es ist so, Alexander, ich glaube, das hier gerade ist die beste Zeit meines Lebens.
Verstehst du, ich glaube, besser wird es einfach nie mehr werden.
Weil, ich werde älter werden und ich werde eine andere Art der Traurigkeit kennenlernen
oder vielleicht werde ich drogenabhängig oder habe einen Riesenberg Schulden.
Oder vielleicht kriege ich auch irgendwann einen Nervenzusammenbruch oder so,
man kann ja nie wissen.
Jedenfalls, ich glaube nicht,
dass es nochmal besser wird, also jetzt.
Leichter.
Unbeschwerter.
Freier.
Schöner.

Glaube ich einfach nicht, Alexander.
Es ist gerade so wunderbar alles.
Alle strahlen vor sich hin, jeder auf seine Art und Weise.
Und zusammen erleben wir perfekte schönste Momente.
Sicher, es gab schon öfter Zeiten wie diese.
Aber Alexander, damals wusste ich noch nicht,
wie leicht man sein Herz verlieren kann
und sein Lächeln
und sich selbst.
Damals wusste ich diese schönsten Momente einfach nicht zu schätzen,
weil sie quasi Alltag waren.
Aber es geht so schnell vorbei, alles.
Alexander und alles, was bleibt, ist die Erinnerung.
Und manchmal bleibt nicht mal die.

Ich will das hier niemals vergessen.
Ich will mich immer daran erinnern können,
wie sehr ich gelacht, geliebt, gelebt habe,
als ich 14 war und noch nicht wusste, was es heißt, Teil dieser Welt zu sein.

Ich will es genießen.
Jede einzelne Sekunde.
Es geht so schnell vorbei.
Es geht alles immer so schnell vorbei.
Kannst du nicht bitte die Zeit anhalten, Alexander,
nur für diesen Frühling, diesen Sommer?
Nur für dieses Jahr.
Am besten gleich für immer.
Nur für mich.

Ich werde das alles hier so vermissen.
Vielleicht will ich niemals groß werden.
Vielleicht will ich einfach nur,
dass alles so bleibt, wie's jetzt ist.
Ganz genau so.
Einfach, weil es so unbeschreiblich ist.
Klar, besser geht immer, aber es muss nicht alles super sein.
Vielleicht reicht es auch, wenn alles einfach nur ok ist.
Für mich reicht das.
Und ich atme und lächele und lebe.
Eben weil alles so wunderbar ok ist.

Alexander, ich liebe dieses Leben.
Vielleicht ist das hier einfach die schönste Zeit und es soll so sein und...
Du kannst dir nicht vorstellen, wie froh ich bin,
das alles hier erleben zu dürfen.

Nein, du kannst es dir wirklich nicht vorstellen.
This is fucking awesome ♥

Deine verrücktverliebte Rebecca,

mit einem Gruß an das Universum, dem ich das alles hier zu verdanken habe.

Freitag, 12. April 2013

Funny you're the broken one 
But I'm the only one who needed saving 

-"Stay" - Rihanna -  



Diese zwei Zeilen spuken schon den ganzen Tag in meinem Kopf herum, Alexander. 
Gehen an Mr. M, wen sonst?
Lustig, oder, dass er jetzt wieder so da ist, nachdem er fast einen Monat verschwunden war,
aus meinem Kopf, meinem Herzen, aus meinem Leben.
Ich weiß nicht, weißt du Alexander, ich will einfach nur mit ihm reden.
Schweigen.
Es reicht mir nicht mehr, Briefe an ihn zu schreiben, ich will ihm nicht mehr nur erzählen,
ich will MIT ihm reden.
Oder ihn vergessen, bis er wieder da ist.
Ganz getreu dem Motto "Alles oder Nichts".

Ich weiß irgendwie gar nichts mehr, Alexander,
aber das ist nicht weiter schlimm.
Nur so eine Phase. 
Das geht vorbei.

Ein Lächeln heute, ein Herzschlag, ein Sonnenstrahl.
Für alle broken ones, für alle die ein bisschen saving gebrauchen können.

Liebeliebeliebe an dich.

Alles wird gut, glaub mir, irgendwann wird alles gut ♥

Donnerstag, 11. April 2013





























Alexander.
So durcheinander, so verwirrt, vom Leben.
Und Sophie lächelt sich in den Schlaf und ich freu mich so unendlich für sie.
Und die Erinnerung schneidet in mir mein Herz in kleine Stücke.
Ist schon ok.

Ich vermiss dich nur, Mr. M.
Und dass es genug war.
Wir genug waren.
Wir mussten nicht mehr, nicht besser sein.
So wie wir waren, waren wir gut.
Perfekt.
Und das vermisse ich, Mr. M.
Denn so sehr in Ordnung war ich noch mit keinem anderen Menschen auf dieser Welt.
Ich frage mich, ob ich jemals begreifen werde, 
wie unendlich wir wirklich waren.
Vielleicht nicht.
Aber vielleicht macht das auch nichts.
Vielleicht soll es so.
Vielleicht ist es richtig so.

Mr. M.
Ich will dich jetzt anrufen, jetzt auf der Stelle und will mit dir über alles reden,
dir alles erzählen, so wie früher.
Verrückt. 
Du erwischst mich immer genau dann, wenn ich sogar schon vergesse, dass ich dich vergesse.
Und erinnerst mich daran, dass ich dich vergesse.
Mr. M...
Wo bist du jetzt? Und was denkst du?
So viele Worte in mir, in meinem Kopf, in meinem Herzen,
alle nur für dich.
Stechen ein bisschen, wenn ich Dinge wie Don't ever let him go lese.
Aber macht nichts, macht alles nichts.
Es geht vorbei...
Denn eigentlich ist alles, was ich will, mit dir schweigen.
Noch ein einziges Mal.
Ich weine nicht dem Junge hinterher, der meine erste große Liebe war, nein.

Ich vermisse einen alten Freund.
Einen besten Freund.

Mr. M, was ist nur aus uns geworden?
Sollte ich dich nicht einfach mal anrufen, morgen, oder Sonntag oder in 3 Wochen?
Sollte ich nicht einfach mal bei dir vorbeischauen, klingeln und dann...

Sollte ich nicht...

Mr. M.
Ich weiß gerade nicht, was ich will, bitte verzeih mir.
Es ist nur so, ich fühl mich gerade so heimatlos,
ich wäre gern wieder zu Hause.
Irgendwo.
Ich wäre jetzt gern ein bisschen sicher,
weil es irgendwie alles nicht so leicht ist.
Und es ist nicht so, dass du so unbedingt mein Zuhause sein sollst.
Aber du bist der Einzige, der mir jemals eins war.
Und deswegen ist da die Erinnerung.
Und das richtige Gefühl.


Aber ist schon ok so.
Es geht vorbei.
Und ich lebe, verstehst du,
ich bin frei, ich bin unendlich.
Ich bin glücklich. Und jung. Und wild.
Alles, was ich sein sollte.
Aber ohne jemanden wie dich ist es nicht gut.
Bin ich nicht gut.

Und weißt du, nächsten Sommer sehen wir uns wieder, wir sagen, nächsten Sommer sehen wir uns wieder.
In Erinnerung an die schönste Zeit.
23:47 Uhr.
Sogar deine Uhrzeit, Mr. M.

Wer bist du, dass du mich so glücklich und traurig gleichzeitig machen kannst,
immer noch, nach all diesen Tränen?
Mr. M.


Alles, was ich hier schreiben könnte, alles, was ich mit Worten ausdrücken könnte,
wäre nicht genug,
um zu erklären, wie es mir gerade geht.
So unendlich allein und trotzdem erfüllt.
Traurig und trotzdem warm.
Hell und irgendwie doch leer.
Und meine Augen sind trocken, aber mein Herz weint.
Mr. M, gerade bin ich alles und nichts.
Ich fühle mich leer und voll.
Traurig und glücklich.
Dunkel und hell.
Schwer und leicht.
Ich weiß nicht, ob das normal ist.

Aber vielleicht bin ich nicht normal.
Und muss das auch nicht sein.


Vielleicht ist es ok so, wie ich bin.
Vielleicht ist es in Ordnung.
Für jemanden, irgendwo auf dieser Welt.

Mr. M...
Sag ihnen, dass wir kein Happy End haben.
Sag ihnen, dass wir aus und vorbei sind.
Sag ihnen, morgen wird die Welt untergehen und der weltweite Preis für Erdbeereis für um 23 Cent ansteigen.

Sag ihnen, sie können frei sein und sich im Mondlicht zu unsichtbaren Melodien drehen.
Sag ihnen, ich bin raus und fliege an einem himmelblauen Luftballon die Kängurus in Australien besuchen.
Sag ihnen,  dass es ok ist, wie sie sind.
Sag ihnen, dass ich ok bin, dass es mir gut geht.
Meine Gedanken vielleicht doch keine Monster waren.
Sag ihnen, sie sollen leben, leben,  leben,
weil es das einzige ist, was sie jeden Tag auf's Neue tun können,
egal was passiert.
Sag ihnen, ich liebe sie.
Sag ihnen, ich liebe dich.
Sag ihnen, wir waren doch keine unendliche Geschichte.
Sag ihnen, es ist gut so, wie es ist.

Mr. M.
Keine Worte mehr.
Aber macht nichts.
Ein Lächeln.
In Gedanken ein stummes I don't care, I love it!

Und lasse mich fallen.
Und niemand fängt mich auf.
Und falle.
Und falle.

Und ganz egal, wie lange der Fall.
Die Landung steht.


Und es ist ok so.
Es ist wundervoll.

Unendlich eben.




Liebster Alexander.

Mein Leben ist so komisch gerade.
Alles, was ich will, ist eine Pause, einfach mal nichts machen.
Schlafen, schlafen, schlafen.
Endlich keine Kopfschmerzen mehr.
Stattdessen hetze ich von einem Termin zum nächsten, mache dies, erledige das.
Und will doch einfach nur mal aussetzen.
Für ein paar Stunden, ein paar Tage.
Nichts machen, nichts machen müssen.

Sogar die Gedanken sind mir lieber, als diese Erschöpfung.
Ich bin einfach zu nichts mehr fähig. Würde so gerne ein bisschen fallen.
Loslassen, weil es so egal ist, alles.
Und weil ich trotzdem aufgefangen werde.
Oder...
Naja, eigentlich...

Ach Alexander, kannst du dir vorstellen, wie weh es mir tut,
wenn ich mich ansehe.
Und da nichts sehe, außer Leere.
Und zwar nicht, weil ich zu viel gedacht habe.
Oder zu viel geweint.
Oder auch gar nichts gedacht habe.

Nein, Alexander.
Weil ich so erschöpft bin.
April und Mai sind immer die schlimmsten Monate, jaja.
Trotzdem, ich erschrecke jedes Mal auf's Neue.

Und irgendwie...
Weißt du, es ist mir so egal alles.
Nicht, weil ich sterben will. Oder weil ich... Keine Ahnung.
Nein, ich habe einfach keine Kraft mehr, mich um irgendwas zu kümmern.
Mir Sorgen wegen irgendwas zu machen.
Und das macht mich fertig, glaub mir.
Ich kann einfach nicht mehr.
Muss funktionieren.
Funktioniere auch, irgendwie.
Aber wer weiß, wie lange noch.

Mr. M, ich vermisse dich. Du warst letztes Jahr um diese Zeit bei mir.
Hast mich gehalten, hast  mir zugeflüstert, dass alles gut wird.
Und ich war weniger allein.
Und weniger kaputt.

Und jetzt ist mir alles egal.
Ich will einfach nur noch schlafen, schlafen, schlafen, bis ich nicht mehr müde bin.
Bis ich wieder lächeln kann, ohne dass es mich anstrengt.
Bis ich wieder irgendwas kann.

Bis dahin, Alexander, entschuldige.
Es ist nicht so, dass ich jeden Tag ein anderes Leben habe, oder so.
Aber zur Zeit wechselt alles immer so schnell.
Es tut mir Leid.

Bitte verzeih mir meine nicht vorhandene Kraft,
irgendwas sinnvolles zu schreiben.
Ich schäme mich in Grund und Boden dafür.
Aber ich kann es nicht ändern.

Deine traurige Rebecca heute, weil es so frustrierend ist, was zu viel mit einem machen kann.

Dienstag, 9. April 2013

Alexander.
Doch noch mal ich, ja.
Aber kein Brief an dich.
Sondern an meinen lieben Mr. M.



Mr. M.
Ja, ich sitze hier, 22:49 Uhr, mein Kopf tut weh und irgendwie... Ich weiß gerade überhaupt nicht mehr, was ich denken soll. 
Im Augenblick vermiss ich dich unwahrscheinlich doll.
Und dabei habe ich gestern, nach deiner SMS noch festgestellt, dass ich dich die ganze Zeit eigentlich überhaupt nicht vermisst habe, ich hab ja nicht mal wirklich oft an dich gedacht...
Und jetzt... Weißt du, immer, wenn ich gerade wieder anfangen will, mit wirklich leben, kommst du mir dazwischen. Erinnerst mich an dich, daran, dass es dich auch noch gibt. 
Sagst dann Dinge wie "Ich vermiss dich" oder "Bitte lass mich dir helfen" und ich kriege totale Panik. Muss dich wieder verletzen, aus Angst, erneut von dir verletzt zu werden.
Dieses Mal hält es sich in Grenzen. Ich versuche wirklich, nett zu sein. Versuche, dir nicht irgendwas vorzuwerfen oder so.
Denn einerseits vermisse ich uns immer noch, tief in mir drin.
Vermisse, was wir waren. Du hast was von Vertrauen geschrieben und genauso ist es ja auch.
Du bist derjenige, dem ich immer am meisten vertraut habe. Egal was war.
Und ich weiß, würden wir jetzt telefonieren, es wäre wieder so.
Genau so. 

Mittlerweile habe ich gelernt, dieses Vermissen zu verdrängen, es sogar zu vergessen. 
Und wirklich zu lachen, wirklich zu leben, obwohl mir jemand wie du fehlt, dem ich so unendlich vertraue. Es geht, Mr. M, es lässt sich eigentlich gut leben.
Solange du mich nicht daran erinnerst, dass es uns mal gab, nicht nur dich und mich.
Mit vielleicht nicht mal dem 'und' dazwischen.

Mr. M, eigentlich brauche ich dich nicht. 
Ich kann wieder Kraft aus mir selbst schöpfen,
kann wieder von selbst aufstehen, wenn ich falle, 
kann wieder lachen, kann wieder weinen.
Nur wenn du kommst, wenn du mich fallen lässt,
dann kann ich plötzlich nicht mehr lachen. Nicht mehr weinen.
Und brauche dich so schrecklich.

Ich möchte dir zurufen, dass du wiederkommen sollst, dass du diesmal bleiben sollst,
weil ich dich als guten Freund brauche.
Und im selben Moment will ich dich anschreien, dass du bloß wegbleiben sollst,
am besten für immer, damit ich dich endlich vergessen kann.

Mr. M, in diesem Augenblick zerreißt etwas in mir, zum hunderttausendsten Mal. 
Es ist der Moment, in dem dann doch die Tränen kommen, obwohl ich eigentlich deinetwegen schon seit Silvester nicht mehr weinen muss.
Ich versuche, dich zu vergessen, weil es dann weniger wehtut.
So einfach ist das nämlich. Oder naja, es klingt einfach.
Aber wie soll ich dich vergessen, wenn du pünktlich jeden Monatsanfang wieder auftauchst und...
Meine kleine heile Welt wieder aus den Fugen gerät.
Fast so, als sollte ich nicht glücklich sein.

Mr. M, es wird immer schwerer in mir. Legt sich still um mein Herz.
Deine Worte, deine Stimme.

Es sind die Erinnerungen, die ich lange gut sortiert in Kisten in meiner Rumpelkammer für Gedanken der besonderen Art gelagert hatte. 
Weißt du noch, das "Wenn ich jetzt bei dir wäre, würde ich..." - Spiel? 
Ich würde dich ansehen.
Ich würde dich festhalten.
Ich würde dich küssen.

Erinnerst du dich noch, wie du mich jedes Mal mit einem "Na, du?" begrüßt hast?
Jedes Mal. 

Mit einer Stimme, die mein Zuhause war. Und immer noch ist. 
Und...
Stumm läuft eine winzige einsame Träne meine linke Wange runter.
Tja, so ist das, Mr. M.
Wir hätten eine fabelhafte Geschichte erzählen können.
So eine, bei der alle glauben würden, dass sie unendlich ist.
So, wie ich es auch geglaubt habe.

Weil es so war. Weil wir unendlich waren und noch mehr.
Weil uns das niemals jemand hätte nehmen sollen.
Diese Momente.

Mr. M, wir hatten diese unendlichen Momente.
In denen wir geschwiegen haben, weil es besser so war,
weil wir beide wussten, dass es so sollte.
Dass es einfach nichts anderes gab, als dieses Schweigen.

Mr. M.
Wir haben nur zwei Möglichkeiten.

Aufhören, oder weitermachen.
Und vielleicht besteht darin auch das Geheimnis des Lebens.
Aufhören, oder weitermachen?

Weißt du, ich war mir immer sicher, dass unsere Geschichte schon irgendwie weitergehen würde.
Ganz einfach, weil wir nicht so enden konnten, wie es damals war.
Das war einfach nicht unser Stil.
In meinem Kopf stand in großen Lettern "Fortsetzung folgt".
Aber das war damals. Damals habe ich auch an unendlich und für immer geglaubt.
Und an die Liebe.

Mr. M. 
Heute Abend nicht mehr als ein großes "Ich vermiss dich!" in mir.
In meinem Herzen, meinen Gedanken, meinen Augen.
Ich sollte schon längst schlafen, aber wie könnte ich,
ohne deine Arme, die mich so festgehalten haben, damals?
So, dass ich glaubte, nie mehr fallen zu können.

Wie naiv und gleichzeitig hunderprozentig ich dir und deinen wunderbaren Worten geglaubt habe.
So unschuldig damals noch,
so ehrlich.

Ich vermisse es. 
Und ich bereue nichts.
Keinen einziges Wort, dass ich dir geglaubt habe.
Keinen einzigen Moment mit dir.
Und würde es jederzeit wieder machen.
Würde das Risiko eingehen, noch tiefer zu fallen, noch härter aufzuschlagen.
Nichts ist mehr wert, als die Erinnerung an dich.

Und Mr. M, wenn ich dir all die Tränen, leeren Gedanken, all die Schmerzen ersparen könnte,
alles, was du im Laufe dieser anderthalb Jahre ertragen musstest, meinetwegen,
Mr. M, ich würde alles dafür tun.
Ich würde sterben.
Würde ich wirklich,
immer noch,
nur für dich.

Verrückt oder, dass diese Wahrheit seit fast einem Jahr dieselbe ist, oder?
Wie viel ich dir zu erzählen hätte, nach all dieser Zeit.

Ich glaube, ich liebe dich auf diese unendliche Art und Weise immer noch.
Vielleicht geht das nie vorbei.
Vielleicht ist das so und der traurige Moment, in dem sich die Tränen dann lösen
und das schwere Gefühl in meinem Herzen und die Hoffnung irgendwo zwischen all diesen Worten,
all das wird immer dasselbe sein.

Bis ich sterbe und noch danach, wahrscheinlich.
Oder so.
Weil dir eigentlich mein ganzes Leben gehört.

Glaub mir, Mr. M, auch ich habe mir das nicht ausgesucht.
Und vielleicht bleibt nichts anderes, als damit zu leben, irgendwie.
Und zu lächeln und zu träumen.
Davon, dass alles gut wird.
Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann.
Im festen Glauben daran.

Vielleicht nicht in deinen Armen.
Vielleicht nicht in deinen Augen.

Vielleicht nicht in deinem Herzen.
Aber mit dir in meinem Herzen.

Danke, Mr. M, danke.
Für die Erinnerung an die schönste Zeit meines Lebens.

Vergessen ist so schwer, Mr. M, aber es ist nicht unmöglich.
Nichts ist unmöglich auf dieser Welt.
Hättest du das gedacht?

Rebecca.


Siehst du mal, Alexander. Solche Briefe habe ich an Mr. M geschrieben, bevor es dich gab.
So und jetzt schlafe ich, sonst kriege ich morgen wirklich noch Migräne und da hilft mir dann auch meine ganze Liebe nichts.
Ich hab dich wirklich lieb, Alexander, nur dass du's weißt ♥

Liebster Alexander!

Es tut mir so schrecklich Leid, dass ich mich in den letzten Tagen nicht gemeldet habe, ehrlich.
Irgendwie passiert zur Zeit ständig etwas, aber im guten Sinne.
Verrückt, jetzt, wo ich wieder glücklich bin, wird irgendwie auch alles andere gut, oder so,
keine Ahnung.
Auf einmal hat mein Leben mich wieder voll im Griff und alles, was ich tun kann,
ist mitlachen, mitleben.
Einfach nur genießen, vielleicht sogar noch mehr, als ich es jemals konnte,
weil ich es alles jetzt so viel besser zu schätzen weiß.
Jedes einzelne Lächeln, jedes Lachen.
Jedes Wort, jede Bewegung in mir aufsaugen und speichern,
als Erinnerung für schlechte Zeiten.
Lass mich das hier niemals wieder vergessen, bitte.
Ich will es für immer in meinem Herzen behalten.
Vielleicht ist es wirklich so, man wird 14 und ist irgendwann an einem Punkt, an dem das Leben einfach nur wundervoll ist.
Und wenn man dann zurückschaut, dann stellt man fest, dass es niemals besser war, als damals,
als man noch 14 war.
Alles scheint so, wie vor einem Jahr.
Bevor ich wusste, was heißt, nicht mehr leben zu wollen, bevor ich die Dunkelheit kannte,
wusste, dass Tränen wehtun können
und Gedanken sich nachts in Monster verwandeln, die einem alles Gute nehmen.
Bevor ich wusste, dass es manchmal nichts mehr gibt.
Nichts.
Dass man einfach nur leer sein kann und mehr nicht.
Ich hatte nie gedacht, dass es wieder so werden könnte, dass ich wieder so werden könnte, wie früher.
Aber offensichtlich ist auf dieser Welt alles möglich
und Alexander, ich kann dir nicht sagen, wie unendlich glücklich ich gerade bin.

Vielleicht träume ich das alles auch nur, wer weiß.
Vielleicht ist das alles nur eine gewaltige Illusion.

Aber vielleicht ist das hier auch einfach mein Leben.

Mit unendlichem Herzen, gestern, heute, morgen.
Mit unendlichem Lächeln, immer.

Alexander, ich drücke dich ganz fest.
Danke, dass du da bist ♥

Alles, alles Liebe.

Deine strahlende Rebecca


P.S.: Sogar Mr. M hat sich gestern nach Monaten mal wieder gemeldet. Kurz vor halb elf hat mein Handy gepiept, "SMS von Mr. M". 
Okay, sorry, das hört sich jetzt voll dumm an,
Rebecca, ich vermiss dich.
Ich vermiss die Person, der ich so vertrauen kann.
Schon verrückt, oder? Mal sehen, was das noch wird, vielleicht schreibe ich dir irgendwann noch einen Brief dazu, wer weiß...

Samstag, 6. April 2013









Lieber Alexander.

Ich muss sagen, dass ich gerade außerordentlich erstaunt bin.
Heute (also Samstag) war ein wirklich guter Tag, ein wirklich sehr guter Tag.
Aber es ist nichts passiert, wenn du verstehst, was ich meine.
Keine Dramen, keine Tränen, keine Traurigkeit.
Rein gar nichts, was in irgendeiner Weise erwähnenswert oder interessant wäre.
Sophie und ich haben uns für ein Schulprojekt getroffen, was gut war,
weil wir nämlich ziemlich viel geredet haben.
Weißt du, ich glaube, eigentlich ist das Problem nicht,
dass wir nicht miteinander reden können,
sondern dass wir einfach nie wirklich Gelegenheit dazu haben.
Ziemlich traurig, wenn man die Zeit hochrechnet, die wir in der Woche gemeinsam verbringen.
Ich glaube, es sind gut 35 Stunden oder so.
Aber meistens ist das eben in der Schule und in der Schule sind immer alle glücklich.
Das ist einfach so, ist ja auch nicht schlimm. Aber zum Reden ist das einfach nicht so gut.
Ich muss sagen, ich bin froh, dass jetzt bald wieder Frühling ist.
Nicht nur wegen des Wetters und so.
Sondern auch, weil Sophie und ich dann wieder unsere Treppenstufen-Konversationen machen können,
ohne dass uns die Hände abfrieren.
Jeden Freitagnachmittag nach der Schule, oder besser,
wenn wir noch mindestens anderthalb Stunden nach Schulschluss in der Mensa rumgehangen haben
und uns wahrscheinlich mal wieder von den Jungs zu einer Runde Fußball haben überreden lassen,
fährt sie anstatt zu sich nach Hause noch einen kleinen Umweg mit in meine Straße.
Das kostet sie vielleicht zwei Minuten, also der Weg und deswegen macht sie das.
Und dann stehen wir da, vor meiner Haustür, die Fahrräder an die Wand gelehnt und reden.
Reden, reden, reden.
Stellen fest, überzeugen, schütteln ungläubig Köpfe.
Und irgendwann kommt dann der Moment, in dem wir uns auf die Stufen setzen.
Wir gehen niemals rein zu mir, egal wie kalt es ist.
Manchmal kommen meine Eltern und Geschwister aus der Tür und wenn sie uns dann da sitzen oder stehen sehen, dann fragen sie jedes Mal, ob wir nicht lieber reingehen wollen,
aber wir schütteln immer den Kopf.
Es ist nicht dasselbe.
Vor mehr als einem Jahr hat Sophie mich auf diesen Treppenstufen gefragt, ob es nicht sein kann, dass ich in Mr. M verliebt bin.
Vor etwas weniger als einem Jahr habe ich abgestritten, dass ich in Leon verliebt bin.
Vor ungefähr 10 1/2 Monaten habe ich ihr, glühend vor Aufregung von meinen Nächten mit Mr. M erzählt.
Und vor nicht mal einem dreiviertel Jahr habe ich neben ihr auf diesen Stufen gesessen und nicht verstanden, was es bedeuten würde, dass er nun nicht mehr für mich da sein würde.
Es ist verrückt, aber alle wichtigen Ereignisse meines Lebens habe ich glaube ich, mit Sophie auf den Treppenstufen vor meiner Haustür besprochen.
In letzter Zeit haben wir mehr über sie geredet, aber das ist schon ok so,
schließlich war lange genug ich diejenige, die ihre Probleme da ausgebreitet hat.

Weißt du, Alexander, ich habe mit ziemlich vielen Menschen gestern (also Samstag, mittlerweile ist es ja schon nach Mitternacht) geschrieben und geredet.
Die meisten kommen zwar aus meiner Klasse, aber ich hätte nicht gedacht, einmal so mit Lukas über die Liebe zu reden oder mit Gustav auch nur zu schreiben - immerhin ist er mein Ex, auch wenn's schon fast 3 Jahre her ist und es nicht zählt.
Irgendwie bin ich heute glücklich.

Alexander, heute Nacht habe ich Liebe zu verschenken.
Liebe, für jeden, der ein bisschen gebrauchen kann.
Eine Umarmung, ein Schweigen.
Heute Nacht ist mein Herz unendlich.
Ich will nicht, dass sich heute Nacht jemand in den Schlaf weinen muss,
dass jemand allein in einem dunklen Zimmer sitzt und sich einfach nur leer fühlt.
Alexander, bitte geh zu jeder einsamen Seele,
jedem verlorenen Herzen,
jedem weinenden Auge
und schenke ihnen allen ein kleines Licht, ein Lächeln.
Ein bisschen Wärme,
ein bisschen Liebe.
Alexander, sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind.
Dass ich in Gedanken bei ihnen bin,
ihre Hand halte, sie in den Arm nehme, die Tränen abwische.
Und dass ich heute Nacht wach bleibe,
für sie alle.

Und wenn du schon mal dabei bist, Alexander,
dann bleib doch bitte bei Mirjam, ja?
Also, natürlich nur, wenn sie will.
Ich bin heute Nacht  mit meinem Herzen und in Gedanken bei ihr,
sag ihr das.

Bald gehen mir die Worte aus, Alexander,
bald gibt es in der deutschen Sprache keine größeren Worte mehr.
Dann muss ich mir wohl etwas Neues einfallen lassen.

Aber jetzt schlafe ich, Alexander
und träume, vom Sommer und von einer besseren Welt.
Ich verlass mich auf dich, mein Süßer,
mach es ordentlich.
Ich glaube, es gibt eine Menge trauriger Herzen zu trösten.

Guten Morgen ♥

Deine Rebecca