Schweigen.
Aber nicht die Art von Schweigen, die angenehm ist. Bei der man schweigt, weil nichts mehr gesagt werden muss. Weil schon alles gesagt worden ist. Kein Gold.
Dieses Schweigen ist erdrückend. Unerträglich für jeden, der ihm ausgesetzt wird. Weil so viele unausgesprochene Gedanken in der Luft herumschwirren. Weil eigentlich noch so viel offen ist, weil das Bedürfnis zu Reden da ist, aber trotzdem niemand spricht. Kein Silber. Kein Kupfer.
Dunkel.
Ja. Nein. Vielleicht.
Es tut mir Leid, Alexander. Es tut mir so schrecklich Leid.
Es ist genau dieses Schweigen.
Aber nicht die Art von Schweigen, die angenehm ist. Bei der man schweigt, weil nichts mehr gesagt werden muss. Weil schon alles gesagt worden ist. Kein Gold.
Dieses Schweigen ist erdrückend. Unerträglich für jeden, der ihm ausgesetzt wird. Weil so viele unausgesprochene Gedanken in der Luft herumschwirren. Weil eigentlich noch so viel offen ist, weil das Bedürfnis zu Reden da ist, aber trotzdem niemand spricht. Kein Silber. Kein Kupfer.
Dunkel.
Ja. Nein. Vielleicht.
Es tut mir Leid, Alexander. Es tut mir so schrecklich Leid.
Es ist genau dieses Schweigen.
"Und wenn du jetzt schweigst,
ich habe versagt."
Endlos.
Nein, Alexander. Auch du kannst es nicht verstehen. Auch du kannst es nicht ändern.
Es ist in mir. Tief in mir drin.
Und es wird immer dort sein.
Immer.
Immer.
Erinnerung.
DunkelKaltStillEinsam.
Hölle.
IIch starre die Tasten an. Schwarz, weiß. Aber spielt es noch eine Rolle? Ist das noch wichtig?
Suche, suche nach irgendetwas, Gedanken in meinem Kopf vielleicht. Damit ich weiß, dass ich mich festhalten kann. Irgendwo, irgendwie. Ein bisschen.
Nichts.
Und die Zeit fliegt.
Schon lange keine Tränen mehr.
Das Atmen wird schwerer.
Keine Fragen, keine Vorwürfe.
Wozu?
Ihr wisst es nicht. Ihr könnt es nicht wissen.
Und wenn ihr das hier lest, irgendwann, dann macht euch bitte keine Gedanken.
Es ist alles nicht eure Schuld.
Aber ich glaube, ihr werdet es nie lesen.
Und ihr werdet es nie wissen.
Und ihr würdet es nie verstehen.
Niemals.
Weil, wie solltet ihr verstehen, was Monster bedeuten. Oder, noch schlimmer, keine Monster mehr.
Wenn ihr sie niemals erlebt habt.
Mag sein, ich mache Fehler.
Soll ich mir jetzt einen Film angucken und einfach aufhören, zu denken?
Soll ich mir jetzt einen Film angucken und einfach aufhören, zu denken?
Sollte ich vielleicht wirklich.
Und dann schlafen. Und morgen leben. Und die ganzen Ferien leben.
Immer leben.
Ja, mache ich. Später.
Versprochen.
Macht euch keine Sorgen um mich, mir geht es gut.
Aber zuerst will ich euch noch etwas schreiben.
Nicht nur dir, Alexander, euch allen. Der Welt.
Ganz besonders denjenigen, die sich meine besten Freunde nennen.
Schweigen. Da ist nichts. War vielleicht nie was, wer weiß. In mir. Aber ist jetzt nicht mehr wichtig, ist jetzt auch egal. Weglächeln. Denn die anderen sind glücklich. Ihr seid glücklich. Ihr, meine besten Freunde. Ich liebe euch. Liebe euch mehr als alles auf der Welt. Das sollt ihr wissen. Und trotzdem verletzt ihr mich. Einfach, weil ihr es könnt.
Nicht absichtlich, ich weiß. Jedenfalls nicht bewusst. "Eine Runde Mitleid für Rebecca." Ihr könnt euch nicht mehr dran erinnern? Nicht wichtig. Macht nichts. Einfach weiter lächeln. Ihr werdet es nie verstehen. Dieses Gefühl. Deine beste Freundin. Das Mädchen, dem du immer alles erzählt hast. Lehnt sich an den Jungen, den du am meisten brauchst. Jetzt. Genau jetzt. In diesem Moment. Brauchst, zum Atmen. Brauchst, zum Leben. Ein kurzes Tuscheln. Lautes Lachen. Deine beste Freundin, dein früherer bester Freund.
So wunderbar sehen sie aus, so glücklich. Freunde, sagen sie, Freunde. Mehr nicht, nein, doch nicht wir beide, doch nicht er, niemals. Jemand flüstert dir zu, dass sie aussehen, wie ein altes Ehepaar. Sie legt ihre Hand über seine.
Dein verzweifelter Versuch, mitzulachen. Irgendwie, bloß nicht auffallen, wird schon alles gut. Bleib stark. Und in deinen Augen die Tränen. Niemand merkt es. Sind alle viel zu beschäftigt, mit Glücklich sein. Ist auch gut so, ist besser so. Alles ok mit dir, ja klar. Warum nicht? Dieses Leuchten in ihren Augen. Ihre großen Gesten, ihr lachendes Herz. Sie haben es verdient, alle. Sie sollen es nie vergessen. Bitte, lass es sie nie vergessen. Stummes Bitten an irgendjemanden, weißt nicht mal genau, an wen. Ist auch nicht wichtig. Nicht. Nicht. Nicht. Und in dir wird es stiller. Und dein Lächeln strahlt nicht mehr. Du siehst ihn wohl zu oft an, er schaut zurück, bemerkt kurz irgendwas, vielleicht. Ein Blick. Dann wieder Ablenkung und vergessen. So soll es sein. Nur um irgendwas zu sagen wirfst du ein, dass du müde bist, ein kleines bisschen nur. "Eine Runde Mitleid für Rebecca..." Und sie sehen sich an und lachen schon weiter. Deine besten Freunde. Es ist nicht mehr nur still. Es wird kalt. Es wird dunkel.
Es wird leer.
Nein, ihr könnt alle nichts dafür. Wirklich, es ist nicht eure Schuld. Es ist keine Absicht. Es ist kein Mobbing. Ich weiß es, wirklich. Und tut schon nicht mal mehr weh, weil nichts mehr ist, zum Wehtun. Einfach weglächeln. Haha, wie lustig. Es ist keine Absicht. Trotzdem. Leer. Da ist nichts mehr. Nichts. Auf dem Weg nach Hause Schweigen. Unangenehmes, unerträgliches Schweigen. Vorne lachen sie wieder. Die Augenlider blinzeln schwer. Ach ja, bin ja so müde. Sie schließen dich in die Arme, einer nach dem anderen, drücken dich an sich, sagen, wir schreiben, sagen, wir sehen uns. Aber drücken einander länger, fester. Glücklicher. Nicht viel. Aber viel genug. Macht nichts, lächeln und winken. Und dann bist du allein. Sagst deiner Mutter, du gehst ins Bett und sie glaubt dir und dann bricht es nicht mal alles über dich herein, weil schon längst alles in Trümmern liegt.
Nein, es ist keine Absicht.
Aber in meinem Kopf sind trotzdem keine Gedanken. Nicht mal die Frage nach dem Warum. Vielleicht ist es mir schon so sehr egal. Ich liebe euch. Aber ich bin schon lange nicht mehr eine von euch. Weil ich die Leere nicht vergessen kann, die in mir ist, tief in mir, seit genau 9 Monaten. Und weil sie immer in den passendsten Momenten wiederkommt. Wann auch sonst? Macht nichts, hier muss ich nicht mehr lächeln. Und weinen geht auch nicht, weil keine Tränen mehr. Ist egal.
Leerleerleer.
Es gibt keine Worte für dieses Gefühl. Gibt es einfach nicht. Wahrscheinlich ist es nicht mal ein Gefühl. Weil, wenn das nichtsnichtsnichtsnichts ist, was soll man dann fühlen? Ich kann es euch unmöglich erklären. Denn Worte drücken nicht aus, was in einem los ist, wenn man sich leer fühlt. Entweder, ihr kennt dieses Gefühl. Oder ihr kennt es nicht. Und ich hoffe so sehr, dass ihr alle es nicht kennt. Nie kennen lernen müsst. Ihr habt es einfach nicht verdient.
Ihr seid die wunderbarsten Menschen, die mir je begegnet sind. Bitte, passt auf euch auf. Bitte.
Ihr seid die wunderbarsten Menschen, die mir je begegnet sind. Bitte, passt auf euch auf. Bitte.
Für mich ist es schon lange zu spät. Ich... Ich wollte nie so sein. Ich wusste nicht mal, dass es solche Gefühle überhaupt geben kann. Noch vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so werden würde. So sehr jemand, so wenig ich. Ich wollte das alles nie. Ich verabscheue Menschen, die den ganzen Tag nur ihre depressiven Botschaften in die Welt hinausschicken. Und was tu ich hier gerade? Richtig... Und ich will jetzt nicht wieder mit dem "Wenn er jetzt hier wäre, wäre alles viel besser" - Gelaber anfangen.
Weil es nicht so ist.
Weil es nicht besser wäre.
Weil er mir nicht mehr helfen kann.
Weil wir nicht mal Freunde sind. Weil er mich hasst und ich nicht weiß, wie ich ihm gegenüberstehen soll. Darf. Kann.
Weil er mich gemeinsam mit meiner besten Freundin verarscht.
Macht sicher Spaß. Ist sicher lustig.
l.e.e.r
Einfach weglächeln. Opferrolle akzeptiert. Ab heute bin ich ein niemand. Versprochen. Ab heute bin ich endlich so, wie ihr mich haben wollt.
Schweigen.
Schweigen, weil so viel gesagt werden müsste.
Ja, ok, ich gebe auf. Ja, ok, ich ergebe mich.
Ich kann nicht und will nicht mehr kämpfen.
Ich kann nicht und will nicht mehr kämpfen.
Wie soll ich gegen eine solche Übermacht auch ankommen?
Wenn die Menschen, die du liebst, über dich lachen. "Nein, Rebecca, wir lachen doch nicht über dich, wir lachen mit dir." Ist ok. Hab verstanden. Und nein, ich hasse auch Menschen, die einen auf beleidigte Zicke machen. Ich bin nicht beleidigt. Ich bin einfach nur leer. Was soll ich anderes sagen als ist ok, ich hab verstanden? Macht nichts, ich hab nichts mehr zu verlieren.
Irgendwie überleben. Wird schon schief gehen. Und zur Not, wenn nichts mehr richtig ist, lächeln. Geht schon, ist schon ok. War meine Schuld, mein Fehler.
Wenn die Menschen, die du liebst, über dich lachen. "Nein, Rebecca, wir lachen doch nicht über dich, wir lachen mit dir." Ist ok. Hab verstanden. Und nein, ich hasse auch Menschen, die einen auf beleidigte Zicke machen. Ich bin nicht beleidigt. Ich bin einfach nur leer. Was soll ich anderes sagen als ist ok, ich hab verstanden? Macht nichts, ich hab nichts mehr zu verlieren.
Irgendwie überleben. Wird schon schief gehen. Und zur Not, wenn nichts mehr richtig ist, lächeln. Geht schon, ist schon ok. War meine Schuld, mein Fehler.
Ich liebe euch, trotz allem. Ich werde euch auch weiterhin die Hausaufgaben abschreiben lassen. Und ich werde euch immer zuhören, wenn ihr jemanden zum Reden braucht. Versprochen. Geschworen. Bei meinem Leben.
Aber ich werde schweigen.
Schweigen, obwohl ich eigentlich so viel zu sagen hätte.
Wer weiß, vielleicht hört Gott mich ja.
Es tut mir Leid.
Keine Angst, Alexander. Mir geht es gut.
Ab heute bin ich still.
Dann werde ich hoffentlich glücklicher sein, irgendwann.
Man soll nie aufgeben.
Habe ich mal gehört, von einem wirklich außergewöhnlichen Menschen.
Habe ich mal gehört, von einem wirklich außergewöhnlichen Menschen.
Und falls ihr euch jetzt fragt, warum ich euch all das nie gesagt habe:
Ihr hätte es nicht verstanden.
Weil, das alles hier ist nicht böse gemeint, oder so. Es soll einfach eine Beschreibung meiner Situation, meiner Gedanken und Gefühle sein, soweit vorhanden.
Aber entweder hättet ihr mich ausgelacht, hättet es nicht so ernst genommen, wie es eigentlich ist.
Oder ihr hättet mich dafür gehasst.
Und ich will beides nicht.
Ich will einfach nur wieder glücklich sein, oder so.
Und jetzt guck ich "Titanic".
Ganz allein, mitten in der Nacht.
Weißt du noch, Mr. M, wie du mir damals versprochen hast, diesen Film gemeinsam mit mir zu gucken?
Na egal, vergiss es.
Meinen Teddy im Arm.
Mit allem, was ich habe. Allem, was ich geben kann.
Bei euch.
Mit all meiner Liebe.
In einem Meer aus Schweigen.
Eure Rebecca.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen