Alexander.
Sophies Stimme klingt morgens um halb 4 einfach nur mehr als beruhigend.
Der letzte Ferrero Rocher ist gerade in meinem Mund verschwunden
und damit mein Wellensittich nicht aufwacht, hör ich keine Musik - seit mein Laptop von einem Virus nahezu zerstört wurde, ist Internet für mich ein Luxus geworden, den ich nur noch auf meinem Handy oder dem Familiencomputer genießen kann und letzterer steht im Wohnzimmer.
Es ist schon wieder so spät,
aber ich will dir einfach noch kurz berichten,
von meinen Momenten, die so voller Leben sind,
dass ich nicht mehr zu lächeln aufhören kann,
von den durchtanzten Nächten,
nach denen meine Füße nur noch wehtun.
Ich hab solches Glück mit meinen Freunden,
solches Glück mit Sophie,
und wenn meine Mutter mich daran erinnert,
dass ich ihr in der 5. Klasse, nachdem ich auf der Chorfahrt fünf Tage lang mit Sophie in einem Zimmer verbracht hatte,
verkündet hab, sie wäre mir zu anstrengend und ich würde nicht noch mal mit ihr auf ein Zimmer gehen,
weiß ich, dass es gerade das ist,
was uns beide heute so einmalig macht.
Ich bin so froh, am Leben zu sein.
Unzählige Male hab ich das gestern gedacht
und so oft ich es auch ausspreche,
es könnte niemals so klingen, so wirken,
wie es sich anfühlt.
Ich kann einfach nicht aufhören zu grinsen,
wenn mal wieder irgendjemand besonders lebendig, besonders herzlich ist.
Meine Füße halten nicht still,
bis der letzte Ton aus meinen Ohren und aus dem Kopf ist
und meine Augen leuchten,
wie die Sterne des Großen Wagens,
der mich jede Nacht nach Hause bringt.
Was auch immer passieren wird, Alexander,
dieser Frühling ist mein ganzes Leben wert
und ich werde mit jedem Tag noch ruhiger,
noch zuversichtlicher,
noch mehr Rebecca,
noch mehr ich.
Ich hab einfach die richtigen Menschen gefunden,
oder sie haben mich gefunden,
den richtigen Ort,
die richtige Zeit.
So fühlt es sich also an, wenn einfach mal alles passt
und das, was nicht passt,
keine Rolle spielt.
Ich habe keine Angst vor dem Tag,
an dem es aufhört,
denn es wird aufhören,
spätestens Ende August.
Ich habe keine Angst vor dem Ende.
Ich freue mich auf den nächsten Anfang.
Denn auch der wird kommen,
Gott weiß wann,
aber er wird kommen.
"Was hätte das Leben sonst für einen Sinn?",
hab ich in den letzten Wochen so oft gefragt,
rhetorisch und so voller Zuversicht.
Mag sein, dass ich immer dasselbe Lied singe,
immer davon erzähle, wie sehr ich innerlich glühe,
aber Alexander,
die Wahrheit ist,
dass es mir im Grunde immer gleich geht - ich bin immer in Ordnung,
mal mehr, mal weniger.
Was soll ich da groß erzählen?
Und Schweigen und Genießen kann ich leider nicht in diesen Brief einpacken,
so gerne ich dir eine Kostprobe schicken würde.
Denn dieses Schweigen schmeckt leise und fantastisch
und es ist immer da,
wenn die Sonne auf dem Schulhof meiner ganzen Klasse ins Gesicht scheint,
wenn ich den Zettel meiner kleinen Schwester lese, auf dem sie mir erlaubt,
auch "ganz harte Partys zu feiern, wenn ich es nicht lassen kann",
wenn ich allein am Klavier sitze.
Alexander, vielleicht schweige ich ein bisschen zu viel,
aber ich genieße jeden einzelnen Moment
und weißt du auch, warum?
Weil ich weiß, wie es auch laufen kann,
weil ich weiß, wie verdammt scheiße alles sein kann,
weil ich weiß, wie dunkel und still es um einen herum werden kann.
Und ich weiß, dass man es nie vorhersehen kann, dass es jeden in jedem Moment treffen kann
und ich will mich erinnern können,
will mich an eine Zeit erinnern können,
in der ich frei und unbeschwert war,
an genau diesen Moment,
allein und erschöpft, aber unvorstellbar glücklich und erfüllt.
Es ist gleich vier, ich muss in Bett,
nachher wartet eine lange Liste zu erledigender Dinge auf mich.
Schlaf gut, Alexander
und schweig ab und zu mal. ♥
Deine Rebecca.
Sophies Stimme klingt morgens um halb 4 einfach nur mehr als beruhigend.
Der letzte Ferrero Rocher ist gerade in meinem Mund verschwunden
und damit mein Wellensittich nicht aufwacht, hör ich keine Musik - seit mein Laptop von einem Virus nahezu zerstört wurde, ist Internet für mich ein Luxus geworden, den ich nur noch auf meinem Handy oder dem Familiencomputer genießen kann und letzterer steht im Wohnzimmer.
Es ist schon wieder so spät,
aber ich will dir einfach noch kurz berichten,
von meinen Momenten, die so voller Leben sind,
dass ich nicht mehr zu lächeln aufhören kann,
von den durchtanzten Nächten,
nach denen meine Füße nur noch wehtun.
Ich hab solches Glück mit meinen Freunden,
solches Glück mit Sophie,
und wenn meine Mutter mich daran erinnert,
dass ich ihr in der 5. Klasse, nachdem ich auf der Chorfahrt fünf Tage lang mit Sophie in einem Zimmer verbracht hatte,
verkündet hab, sie wäre mir zu anstrengend und ich würde nicht noch mal mit ihr auf ein Zimmer gehen,
weiß ich, dass es gerade das ist,
was uns beide heute so einmalig macht.
Ich bin so froh, am Leben zu sein.
Unzählige Male hab ich das gestern gedacht
und so oft ich es auch ausspreche,
es könnte niemals so klingen, so wirken,
wie es sich anfühlt.
Ich kann einfach nicht aufhören zu grinsen,
wenn mal wieder irgendjemand besonders lebendig, besonders herzlich ist.
Meine Füße halten nicht still,
bis der letzte Ton aus meinen Ohren und aus dem Kopf ist
und meine Augen leuchten,
wie die Sterne des Großen Wagens,
der mich jede Nacht nach Hause bringt.
Was auch immer passieren wird, Alexander,
dieser Frühling ist mein ganzes Leben wert
und ich werde mit jedem Tag noch ruhiger,
noch zuversichtlicher,
noch mehr Rebecca,
noch mehr ich.
Ich hab einfach die richtigen Menschen gefunden,
oder sie haben mich gefunden,
den richtigen Ort,
die richtige Zeit.
So fühlt es sich also an, wenn einfach mal alles passt
und das, was nicht passt,
keine Rolle spielt.
Ich habe keine Angst vor dem Tag,
an dem es aufhört,
denn es wird aufhören,
spätestens Ende August.
Ich habe keine Angst vor dem Ende.
Ich freue mich auf den nächsten Anfang.
Denn auch der wird kommen,
Gott weiß wann,
aber er wird kommen.
"Was hätte das Leben sonst für einen Sinn?",
hab ich in den letzten Wochen so oft gefragt,
rhetorisch und so voller Zuversicht.
Mag sein, dass ich immer dasselbe Lied singe,
immer davon erzähle, wie sehr ich innerlich glühe,
aber Alexander,
die Wahrheit ist,
dass es mir im Grunde immer gleich geht - ich bin immer in Ordnung,
mal mehr, mal weniger.
Was soll ich da groß erzählen?
Und Schweigen und Genießen kann ich leider nicht in diesen Brief einpacken,
so gerne ich dir eine Kostprobe schicken würde.
Denn dieses Schweigen schmeckt leise und fantastisch
und es ist immer da,
wenn die Sonne auf dem Schulhof meiner ganzen Klasse ins Gesicht scheint,
wenn ich den Zettel meiner kleinen Schwester lese, auf dem sie mir erlaubt,
auch "ganz harte Partys zu feiern, wenn ich es nicht lassen kann",
wenn ich allein am Klavier sitze.
Alexander, vielleicht schweige ich ein bisschen zu viel,
aber ich genieße jeden einzelnen Moment
und weißt du auch, warum?
Weil ich weiß, wie es auch laufen kann,
weil ich weiß, wie verdammt scheiße alles sein kann,
weil ich weiß, wie dunkel und still es um einen herum werden kann.
Und ich weiß, dass man es nie vorhersehen kann, dass es jeden in jedem Moment treffen kann
und ich will mich erinnern können,
will mich an eine Zeit erinnern können,
in der ich frei und unbeschwert war,
an genau diesen Moment,
allein und erschöpft, aber unvorstellbar glücklich und erfüllt.
Es ist gleich vier, ich muss in Bett,
nachher wartet eine lange Liste zu erledigender Dinge auf mich.
Schlaf gut, Alexander
und schweig ab und zu mal. ♥
Deine Rebecca.
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