Sonntag, 24. März 2013

Lieber Alexander.

Kannst du mir sagen, was ich tun soll, bitte?
Ich kann mir doch nicht jeden Abend einen Film anschauen, nur weil ich nicht über mein Leben nachdenken will!

Unmerklich unsichtbarer werden, mit jedem Tag, jedem Atemzug ein bisschen mehr.
Aber ist es das, was mich letztendlich retten wird?
Werde ich, wenn sie mich einfach nicht mehr beachten, wenn mich meine besten Freunde nicht mehr beachten, glücklicher sein?
Wohl kaum.
Es scheint für erstmal ein Ausweg zu sein. Aber nicht für immer.

Ich glaube, ich habe einfach mein Selbstwertgefühl verloren. Ok, was heißt einfach.
Und mich selbst.
Ich weiß nicht mehr, wofür ich eigentlich stehe.
Was ich will.
Wer ich bin.
Ich weiß es einfach nicht mehr.
Den einen Tag so, den anderen so.
Wie soll ich glücklich und zufrieden werden, wenn ich nicht weiß, wie?
Oder, doch schon weiß wie, aber weiß dass es unmöglich ist.

Ich will kein Mitleid. Ich will einmal ernst genommen werden.
Ich will, dass mir einmal, nur ein einziges Mal jemand zuhört, 
zuhört, bis ich alles gesagt habe, was ich sagen  muss. 
Ich weiß nicht, wie lange es dauern würde, Stunden, vielleicht Tage.
Ich wünsche mir, dass mich nur ein einziges Mal jemand wirklich versteht.
Nicht nur nickt und sagt, dass das ja alles ganz schöne Scheiße ist, oder so.
Ich hätte gerne einmal jemanden an meiner Seite, in einem schlimmsten Moment.
Jemanden, der weiß, wie sich schlimmste Momente ohne jemanden anfühlen.
Ich will einmal das Gefühl haben, dass es ok ist, dass es mir nicht gut geht.
Ich will einmal das Gefühl haben, dass es ok ist, wer ich bin.
Nur ein einziges Mal noch, weil es sich so gut angefühlt hat, damals.
Ich möchte bitte einmal von jemandem im Arm gehalten werden,
so, dass ich keine Angst mehr davor habe, zu fallen.
Dass ich die Vergangenheit vergessen kann, und wenn es nur für diesen Moment ist.
Und ich möchte noch einmal mit jemandem schweigen.
Schweigen, weil es richtig ist, weil nicht mehr gesagt werden muss.
Golden und leise.


Weißt du, Alexander, wahrscheinlich habe ich das nicht verdient.
Vielleicht werde ich nie bekommen, was ich brauche.
Auch nicht ein einziges Mal.
Aber... Das ist ok so, schätze ich.
Vielleicht macht es nichts.
Wer weiß...


Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr ich klare, kalte Winternächte liebe?
Wenn der Sternenhimmel unendlich weit scheint.
So wie diese Nacht.
Das Fenster offen, den Wind in den Haaren.
Filmszenen vor Augen, immer mal wieder, einfach so. Passiert mir manchmal, dass plötzlich gewisse Bilder einfach da sind.
Frei.
Freifreifrei und unendlich.
In Gedanken und Träumen versunken und die Zeit fliegt.
Leise das Klavier, "Feather Theme" aus Forrest Gump, was sonst?
Keine Traurigkeit, keine Monster heute.
Das ist pure Melancholie.
Meinen Teddy fest an mich gedrückt.

Es ist ok so.

Nur einen Milchshake hätte ich gern.



P.S.: Bitte ignoriere die Uhrzeit, die angezeigt ist. Mein Internetverbindung hat manchmal kleine Macken. Eigentlich war es irgendwann heute Nacht, vielleich 00:47 Uhr oder so. Entschuldigung.

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