Hi Alexander,
jetzt also doch noch mal, heute Nacht, mein Internet ist zu langsam, der Film läuft nicht und was anderes geht auch nicht.
Schön blöd, wollte ich doch eigentlich dieses merkwürdige Gefühl in mir unterdrücken,
dieses Nichts, was sich da schon wieder so gnadenlos ausbreitet.
Ich weiß nicht, was zur Zeit mit mir los ist, Alexander.
Irgendwie bin ich komisch.
Jedenfalls, wenn ich allein bin.
Wer ist dann nicht komisch, fragst du dich vielleicht.
Ich weiß es auch nicht.
Ich glaube, jetzt will ich dir von meinen Herzensmenschen erzählen.
Von Elisabeth und Jasmin und Annika.
Weil jeder Gedanken an sie mich so erfüllt.
Mit Liebe und Glück.
Wenn du mein Lächeln jetzt sehen könntest.
Ich glaube, man nennt es selig.
Selig lächelnd sitze ich also hier, vor meinem Laptop.
Elisabeth wird im August 16.
Jasmin irgendwann im nächsten Schuljahr 17.
Und Annika ist gerade 18 geworden.
Atemberaubend große Zahlen für so eine kleine Maus wie mich.
Wie komme ich zu der Ehre mit solch wunderbar großen Mädels zutun zu haben?
Die Antwort ist ganz einfach, Musik.
Das ganze drumherum ist schwer zu erklären.
Ich beschränke mich jetzt einfach mal auf das Nötigste:
Elisabeth und Annika sind die Töchter von Katharina, meiner Flötenlehrerin.
Ja, du hast ganz richtig gelesen, Flöte. Blockflöte.
Ich glaube seit mittlerweile 10 Jahren.
Und Jasmin ist eine andere Schülerin von Katharina und sie spielt auch Blockflöte.
Elisabeth spielt Klavier und Cembalo und Annika Cello.
Ich glaube, du verstehst jetzt den Rest nicht so ganz, einfach, weil du nicht so viel damit zutun,
oder besser gesagt gar nichts, aber ich schreibe es jetzt trotzdem mit auf,
weil es dazu gehört.
Wenn du's nicht verstehst, ist das nicht so schlimm.
Zu viert haben wir bei einem Wettbewerb mitgemacht, "Jugend musiziert", in der Kategorie "Alte Musik".
Das heißt wir spielen da Stücke, die teilweise über 400 Jahre alt sind, glaube ich.
Dafür hatten wir seit Ende Oktober immer einmal in der Woche abends eine Stunde Probe.
Eigentlich sollten Katharina und Frau Baumgartl, die Elisabeths Klaiverlehrerin war, die Probe zusammen leiten, aber dann ist Frau Baumgartl krank geworden und nicht mehr wieder gekommen.
Und weißt du, Alexander, diese eine Stunde, die wir da in der Woche hatten,
es war so...
Ich glaube, du kannst nicht nachvollziehen, was ich eigentlich damit sagen will, aber egal,
ich versuch's trotzdem.
Weißt du, wir vier sind einfach jeden Dienstagabend um 19 Uhr in die Musikschule gefahren und haben da unser Programm geübt, bis wir es konnten.
Meistens waren wir alle total müde und lustlos. Und haben uns ständig verspielt.
Und manchmal hat Elisabeth mitten in der Probe gefragt, ob Katharina Annika und ihr abends eine Pizza machen kann. Und ob sie noch "Dr. House" gucken können.
Und...
Ok nein, Alexander, bitte verzeih mir, aber ich kann es dir nicht so erklären,
wie ich gerne würde.
Und das macht mich gerade wirklich traurig und auch wütend, weil ich so unfähig bin.
Ich glaube, wenn du die drei kennen würdest,
dann würdest du verstehen, wieso sie meine Herzensmenschen sind.
Elisabeth ist ein Sonnenschein und zwar wirklich, sie ist diejenige, die mich von allen Menschen immer am glücklichsten machen kann.
Wenn ich mit ihr rede, fühle ich mich danach so unbeschwert und frei.
Sie hat ein wundervolles Lachen und sie strahlt.
Sie ist wirklich wie die Sonne und es ist ansteckend.
Jasmin ist diejenige, die am wenigsten besonders von den dreien ist, unglaublich schüchtern und still.
Und trotzdem einer der nettesten Menschen, die mir je begegnet sind.
Sie kann wunderbar zuhören und ich glaube, gerade dadurch, dass sie eben nicht "jemand" ist,
ist sie mir so nah.
Annika ist eigentlich genau das Gegenteil von ihrer Schwester, sie ist ruhig und schon so sehr erwachsen.
Ich weiß nicht, was sie erlebt hat, dass sie so geworden ist, wie sie ist.
Aber Alexander, ich will unbedingt so werden, wie sie.
Ihr Leben steht ihr im Gesicht geschrieben, aber so verschlüsselt, dass ich es noch nicht verstehen und begreifen kann.
Es fasziniert mich.
Ich glaube, sie hat schon mal jemanden wirklich geliebt.
Weißt du, genauso sieht sie aus.
Wie jemand, der schon viel geliebt und gelitten und viel verloren und auch viel geweint hat, in seinem Leben.
Und man sieht ihr förmlich an, dass ihr Herz unendlich ist.
Aber ich glaube nicht, dass sie jemals wirkliche Depressionen hatte.
Dafür ist sie nämlich einfach zu stark.
Zu... Zu gut.
Sie ist die Sorte Mensch, die man immer im Herzen behält und nie vergisst.
Mag sein, dass ich für sie nur die "Kleine" bin, die noch keine Ahnung vom Leben hat.
Aber das lässt sie sich niemals anmerken.
Sie behandelt mich genauso, wie sie ihre Freunde behandelt.
Dass ich sie kennenlernen durfte, ist ein unglaubliches Geschenk.
Die drei zusammen sind mein Zuhause.
Alexander, ich glaube nicht, dass du nachvollziehen kannst,
wie sehr sie mein Zuhause sind und wie es sich anfühlt, wenn ich mit ihnen zusammen bin.
Aber vielleicht musst du das auch gar nicht.
Ich glaube, dieses Gefühl ist nicht übertragbar.
Aber ich kann dir sagen, es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl.
Und es ist unendlich.
Ich hoffe, du hast auch ein paar Herzensmenschen, die dich beim bloßen Gedanken an sie,
lächeln und strahlen lassen.
Die dich dazu veranlassen, genau das Richtige zu tun, ohne dass sie selbst davon wissen.
Die dir ungewollt Energie zum Leben geben, einfach weil du mit ihnen redest.
Ich hoffe es wirklich, Alexander.
Selig sitze ich jetzt also hier, um halb 3 morgens,
beglückt vom Gedanken an diese Menschen.
Oh, es hätte "beseelt" heißen müssen, nicht selig, oder?
Weißt du, ich bin gerade zu faul, um es zu löschen und umzuändern.
Kannst du das verstehen?
Mir fallen gleich die Augen zu.
Aber ich schicke diesen Brief noch ab, und ich hoffe, er erreicht dich,
auch wenn du gerade Mirjam beim Schlafen zusiehst.
Weißt du, was ich glaube?
Dass sie auch ein Herzensmensch ist.
Ich glaube, Mirjam ist wirklich ein Herzensmensch.
Guten Morgen, Alexander und nicht einschlafen!
Deine Rebecca
jetzt also doch noch mal, heute Nacht, mein Internet ist zu langsam, der Film läuft nicht und was anderes geht auch nicht.
Schön blöd, wollte ich doch eigentlich dieses merkwürdige Gefühl in mir unterdrücken,
dieses Nichts, was sich da schon wieder so gnadenlos ausbreitet.
Ich weiß nicht, was zur Zeit mit mir los ist, Alexander.
Irgendwie bin ich komisch.
Jedenfalls, wenn ich allein bin.
Wer ist dann nicht komisch, fragst du dich vielleicht.
Ich weiß es auch nicht.
Ich glaube, jetzt will ich dir von meinen Herzensmenschen erzählen.
Von Elisabeth und Jasmin und Annika.
Weil jeder Gedanken an sie mich so erfüllt.
Mit Liebe und Glück.
Wenn du mein Lächeln jetzt sehen könntest.
Ich glaube, man nennt es selig.
Selig lächelnd sitze ich also hier, vor meinem Laptop.
Elisabeth wird im August 16.
Jasmin irgendwann im nächsten Schuljahr 17.
Und Annika ist gerade 18 geworden.
Atemberaubend große Zahlen für so eine kleine Maus wie mich.
Wie komme ich zu der Ehre mit solch wunderbar großen Mädels zutun zu haben?
Die Antwort ist ganz einfach, Musik.
Das ganze drumherum ist schwer zu erklären.
Ich beschränke mich jetzt einfach mal auf das Nötigste:
Elisabeth und Annika sind die Töchter von Katharina, meiner Flötenlehrerin.
Ja, du hast ganz richtig gelesen, Flöte. Blockflöte.
Ich glaube seit mittlerweile 10 Jahren.
Und Jasmin ist eine andere Schülerin von Katharina und sie spielt auch Blockflöte.
Elisabeth spielt Klavier und Cembalo und Annika Cello.
Ich glaube, du verstehst jetzt den Rest nicht so ganz, einfach, weil du nicht so viel damit zutun,
oder besser gesagt gar nichts, aber ich schreibe es jetzt trotzdem mit auf,
weil es dazu gehört.
Wenn du's nicht verstehst, ist das nicht so schlimm.
Zu viert haben wir bei einem Wettbewerb mitgemacht, "Jugend musiziert", in der Kategorie "Alte Musik".
Das heißt wir spielen da Stücke, die teilweise über 400 Jahre alt sind, glaube ich.
Dafür hatten wir seit Ende Oktober immer einmal in der Woche abends eine Stunde Probe.
Eigentlich sollten Katharina und Frau Baumgartl, die Elisabeths Klaiverlehrerin war, die Probe zusammen leiten, aber dann ist Frau Baumgartl krank geworden und nicht mehr wieder gekommen.
Und weißt du, Alexander, diese eine Stunde, die wir da in der Woche hatten,
es war so...
Ich glaube, du kannst nicht nachvollziehen, was ich eigentlich damit sagen will, aber egal,
ich versuch's trotzdem.
Weißt du, wir vier sind einfach jeden Dienstagabend um 19 Uhr in die Musikschule gefahren und haben da unser Programm geübt, bis wir es konnten.
Meistens waren wir alle total müde und lustlos. Und haben uns ständig verspielt.
Und manchmal hat Elisabeth mitten in der Probe gefragt, ob Katharina Annika und ihr abends eine Pizza machen kann. Und ob sie noch "Dr. House" gucken können.
Und...
Ok nein, Alexander, bitte verzeih mir, aber ich kann es dir nicht so erklären,
wie ich gerne würde.
Und das macht mich gerade wirklich traurig und auch wütend, weil ich so unfähig bin.
Ich glaube, wenn du die drei kennen würdest,
dann würdest du verstehen, wieso sie meine Herzensmenschen sind.
Elisabeth ist ein Sonnenschein und zwar wirklich, sie ist diejenige, die mich von allen Menschen immer am glücklichsten machen kann.
Wenn ich mit ihr rede, fühle ich mich danach so unbeschwert und frei.
Sie hat ein wundervolles Lachen und sie strahlt.
Sie ist wirklich wie die Sonne und es ist ansteckend.
Jasmin ist diejenige, die am wenigsten besonders von den dreien ist, unglaublich schüchtern und still.
Und trotzdem einer der nettesten Menschen, die mir je begegnet sind.
Sie kann wunderbar zuhören und ich glaube, gerade dadurch, dass sie eben nicht "jemand" ist,
ist sie mir so nah.
Annika ist eigentlich genau das Gegenteil von ihrer Schwester, sie ist ruhig und schon so sehr erwachsen.
Ich weiß nicht, was sie erlebt hat, dass sie so geworden ist, wie sie ist.
Aber Alexander, ich will unbedingt so werden, wie sie.
Ihr Leben steht ihr im Gesicht geschrieben, aber so verschlüsselt, dass ich es noch nicht verstehen und begreifen kann.
Es fasziniert mich.
Ich glaube, sie hat schon mal jemanden wirklich geliebt.
Weißt du, genauso sieht sie aus.
Wie jemand, der schon viel geliebt und gelitten und viel verloren und auch viel geweint hat, in seinem Leben.
Und man sieht ihr förmlich an, dass ihr Herz unendlich ist.
Aber ich glaube nicht, dass sie jemals wirkliche Depressionen hatte.
Dafür ist sie nämlich einfach zu stark.
Zu... Zu gut.
Sie ist die Sorte Mensch, die man immer im Herzen behält und nie vergisst.
Mag sein, dass ich für sie nur die "Kleine" bin, die noch keine Ahnung vom Leben hat.
Aber das lässt sie sich niemals anmerken.
Sie behandelt mich genauso, wie sie ihre Freunde behandelt.
Dass ich sie kennenlernen durfte, ist ein unglaubliches Geschenk.
Die drei zusammen sind mein Zuhause.
Alexander, ich glaube nicht, dass du nachvollziehen kannst,
wie sehr sie mein Zuhause sind und wie es sich anfühlt, wenn ich mit ihnen zusammen bin.
Aber vielleicht musst du das auch gar nicht.
Ich glaube, dieses Gefühl ist nicht übertragbar.
Aber ich kann dir sagen, es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl.
Und es ist unendlich.
Ich hoffe, du hast auch ein paar Herzensmenschen, die dich beim bloßen Gedanken an sie,
lächeln und strahlen lassen.
Die dich dazu veranlassen, genau das Richtige zu tun, ohne dass sie selbst davon wissen.
Die dir ungewollt Energie zum Leben geben, einfach weil du mit ihnen redest.
Ich hoffe es wirklich, Alexander.
Selig sitze ich jetzt also hier, um halb 3 morgens,
beglückt vom Gedanken an diese Menschen.
Oh, es hätte "beseelt" heißen müssen, nicht selig, oder?
Weißt du, ich bin gerade zu faul, um es zu löschen und umzuändern.
Kannst du das verstehen?
Mir fallen gleich die Augen zu.
Aber ich schicke diesen Brief noch ab, und ich hoffe, er erreicht dich,
auch wenn du gerade Mirjam beim Schlafen zusiehst.
Weißt du, was ich glaube?
Dass sie auch ein Herzensmensch ist.
Ich glaube, Mirjam ist wirklich ein Herzensmensch.
Guten Morgen, Alexander und nicht einschlafen!
Deine Rebecca
1 Kommentar:
Lust auf gegenseitiges verfolgen ?
Ich habe vor 4 Jahren angefangen zu bloggen, damals hatte ich einen sehr gut laufenden Blog in dem ich mein Leben dargestellt habe. Doch mir fehlte die annonymität. Also löschte ich meinen alten Blog und nun geht es nur noch um Gedankenwege.Fragen die mich im Leben sehr beschäftigen.
Auf einen guten Start. ich würde mich über die ersten Follower freuen ! ;)
http://freiwieeinzootier.blogspot.de/
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