Donnerstag, 23. Januar 2014

Haha, Alexander,
ich hab ungefähr 3 Briefe an dich angefangen, in den letzten 6 Tagen
und nicht einen davon zu Ende gebracht.
Ich glaube,
das, was ich dir zu erzählen hatte,
war einfach nicht spannend genug.
Naja, was soll's, kann man nichts machen, was?
Aber heute hab ich endlich mal einen ordentlichen Grund dir zu schreiben.
Ich bin nämlich nachher gleich 15.
In 31 Minuten, um genau zu sein,
es ist noch der 23. Januar, 23:29 Uhr.
Oha, so viele Zahlen auf einem Haufen sehen irgendwie gar nicht gut aus.

Jedenfalls, ja, 15.

Das komische daran ist eigentlich,
dass sich überhaupt nichts ändert.
Ich... Keine Ahnung, ich werde wahrscheinlich noch eine ganze Weile diese...
Nunja, quirlige, nervige, aber doch sehr herzliche und verständnisvolle blonde Drama - Queen sein,
die ich in den letzten zwei, drei Monaten geworden bin.
Alexander, wenn du wüsstest...
Ich glaube, momentan bin ich echt schwer auszuhalten.
Ich hab das Kind in mir wieder entdeckt,
nur ich glaube, es nennt sich jetzt Pubertät,
und oh man.
Ich hab andauernd meine 5 Minuten, wie ich das nenne,
wenn ich völlig am Zeiger dreh und nur Blödsinn mache.
Weißt du, was ich für ein Glück hab, dass ich so geduldige und verständnisvolle Freunde habe?
Sie sind echt bewundernswert ♥

Naja, jedenfalls... Ich glaube, das einzige, was ich mir wirklich wünsche,
ist endlich mal einen vernünftigen Kerl zu finden.
Einen für länger als drei Wochen und für näher als nur Telefon.
Einen für realer als alles, was ich bisher erlebt hab,
nicht, dass das viel wäre.
Einen, der Stil und was in der Birne hat.
Da, wo ich wohne, sind diese Jungs äußerst rar gesät,
leider.
Sie sind entweder Arschlöcher oder selbstverliebt (oder beides)
oder sie sind nicht unbedingt... Naja die erstrebenswertesten Partner, die man sich so vorstellen kann ;)

Ich glaube, Alexander,
dieser Wunsch liegt gar nicht so sehr daran, dass ich mich einsam fühle oder so.
Mir geht's prima,
aber mein Leben ist so verdammt langweilig.
Es passiert nichts.
Nichts, nichts, nichts.
Ich hab mir zum Geburtstag einen Fotokurs gewünscht und wahrscheinlich mach ich bald noch einen Tanzkurs und ich will ja unbedingt ein Austauschjahr machen, aber irgendwie...

Alexander, manchmal bin ich glaub ich wirklich schlimmer als jedes Kind.
Ich kann nie genug bekommen.
Zur Zeit hab ich gerade eine ganz extrem schlimme Phase in Sachen Abweichungen von meinem ethischen Standpunkt.
Weil, ganz ehrlich?
Momentan will ich später unbedingt reich werden.
Und Einfluss haben, Macht.
Wirtschaft, Management. Oder Politik.
(Ja, oh mein Gott, ich weiß es ist schlimm, ich weiß auch gar nicht woher das kommt, es macht mir Angst, ich hoffe, es geht bald wieder vorbei :o)
Ich möchte Dinge verändern, verbessern,
aber auf großer Ebene.
Ich will nicht irgendeine popelige Ärztin in einer noch popeligeren Stadt werden.
Das reicht mir einfach nicht.
(Ganz ehrlich, meine Analyse: Klarer Fall von Selbstüberschätzung und Gier. Heilung? Es besteht noch Hoffnung.)
Ich will... Was großes werden.
Weil. Ja, um ehrlich zu sein, ich glaub irgendwie,
ich hab das Potenzial dazu.
(Alter Schwede, ich glaub das ist der überheblichste Satz, der mir je über die Lippen gekommen ist. Aber es sind meine Gedanken und es ist nur eine Phase und es geht vorbei.)
Weißt du, Alexander, ich will reich werden
und dann will ich in New York leben.
Und ich möchte einmal in meinem Leben
nur für einen Tag
auf der 5th Avenue shoppen und in jeden Laden dort gehen,
ich will mir Schuhe ansehen
und Schmuck
und Klamotten
und Kosmetik
und ich will mir dann all das kaufen können,
was ich will.
(Hahaha, du müsstest mich sehen, wie ich hier sitze, mit zerfurchter Stirn, den Kopf schüttelnd. Was ist mit diesem Mädchen los, frage ich mich, wie konnte sie nur so sehr Opfer der Konsum-Gesellschaft werden? Es ist nur eine Phase, beruhige ich mich, nur eine Phase, alles geht irgendwann wieder vorbei. Alles wird gut.)
Alexander.
Bitte frag mich nicht, was los ist.
Ich weiß es selbst nicht.
Das hier sind die verrückten, nicht weiter ernstzunehmenden Träume
eines noch für zehn Minuten 14-jährigen Mädchens
aus einer deutschen Kleinstadt.

Um ehrlich zu sein, das was ich geschrieben habe,
klingt so abgedreht, dass ich kaum glauben kann,
dass ich wirklich immer noch die sein soll, die dir im Frühling langatmige, philosophischen Briefe über die Liebe geschrieben hat.
Ich sollte aufhören, weiter über meine Zukunft zu phantasieren,
Alexander,
das tut uns beiden nicht gut.

Lass mich lieber zurückblicken,
noch ein allerletztes Mal für dieses 14. Jahr meines Lebens.
Ich will mich bei all denen bedanken,
die mich und meine Leben
durch ihre Anwesenheit (oder auch Abwesenheit, wie man's nimmt)
geprägt, verändert
und bereichert haben.

Bist du bereit, Alexander?

1. Wer hätte das gedacht? Mr. M natürlich.

Ich glaube, wenn auf diesem Blog ein Ranking der am häufigsten genannten Namen stattfinden würde, wärst du die unangefochtene Nummer 1. Wobei du mehr durch deine Abwesenheit geglänzt hast, mein Lieber. Zwischendurch, als du in Australien warst, waren wir uns wieder relativ nahe, denke ich. Und jetzt... Naja, was soll's. Menschen ändern sich. Und ganz ehrlich, wenn ich mir eine Analyse erlauben darf, dann bist du einer dieser Jungs, die aus Verzweiflung über die unerwiderte Liebe eines umwerfenden Mädchens alles, wirklich alles aufgeben, um eines Tages vielleicht doch noch den Hauch einer Chance zu bekommen. Weißt du was, Mr. M, du tust mir ehrlich Leid. Deine Liebe zu Sophie hat dich zerstört und sie hat dir vieles genommen. Du gibst alles auf, setzt alles auf diese eine Karte, auf sie. Sophie ist dein Ass, dein Joker, deine Dame. Sie ist alles für dich. Aber, und das sage ich dir jetzt ganz offen, eines Tages wirst du erkennen müssen, dass du all das für sie nicht bist. Und dann hast du alles verspielt. Dann hast du nichts mehr. Ich weiß, niemand kann dich mehr aufhalten. Und ich weiß auch, dass du eines Tages untergehen wirst. Und dass dich auch davon niemand abhalten kann. Und wenn ich könnte, würde ich dich warnen, würde ich dir sagen, was ich sehe, würde ich dir sagen, dass du auf dich aufpassen sollst. Du tust alles, um nur in ihrer Nähe zu sein und verlierst dabei deine Freunde und vor allem dich. Ich liebe dich nicht mehr, schon lange nicht mehr. Aber ich wünschte, ich könnte etwas für dich tun. Denn Mr. M, du bist eigentlich ein großartiger Mensch. Wahrscheinlich der beste, den ich je getroffen habe. Ich kenne niemanden, der so gut ist, wie du. Gut, nicht im Sinne von "der ist besser", sondern gut im Sinne von lieb, gutmütig, verstehst du? Aber, Mr. M, ich kann nichts mehr für dich tun. Meine Zeit mit dir ist, das habe ich nun eingesehen, vorbei. Ich bin immer noch da und ich werde tun, was ich kann um dich zu retten, wenn du zu mir kommst. Aber ich werde dir nicht mehr hinterherlaufen. Danke für alles. Du hast mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und ich bin zumindest zufrieden mit mir, wenn nicht sogar ein bisschen stolz auf mich. Das habe ich dir zu verdanken. Deshalb kommst du hier an erster Stelle. Die Hoffnung stirbt nämlich nie.

2. Jasmin

Ich weiß, ich erwähne dich hier nie. Aber wenn all das hier eines Tages mal bekannt wird, unter meinen Freunden, dann möchte ich, dass du weißt, dass du zu meinen Sternstunden in der Woche gehörst. Ich hab dich unglaublich doll lieb dafür, dass du meine Jugend-musiziert - Freundin bist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Du spielst in meinem Leben, genau wie Annika und Elisabeth, eine besondere Rolle, über deren Bedeutung ich mir wahrscheinlich erst sehr viel später bewusst werde. Danke dafür. Danke.

3. Leon

Was wir beide sind, weiß glaub ich niemand, nicht einmal wir selbst. Wir sind Gelegenheitsfreunde, sonst Klassenkameraden. Wir existieren nur ungefähr alle 6 Monate für einige Wochen. Aber dann sind wir intensiv. Und während dieser Zeit machst du mich sehr, sehr glücklich. So schlicht und einfach nur glücklich, wie es sonst niemand schafft. Deswegen bist du jetzt hier. Danke dafür. 

4. Jakob

Du warst da. In der wahrscheinlich schlimmsten und tränenreichsten Nacht dieses Jahres warst du da. Und zwar echt und physisch. Und auch, wenn wir sonst nichts mehr miteinander zutun haben. Du hast mir einen Moment echter Freundschaft geschenkt, ohne dass wir jemals wirkliche Freunde waren. Danke dafür. Für's Zuhören, nachts um 3 auf der Straße vor deiner Tür unter den Bäumen. 

5. Gustav

Ich hätte nicht gedacht, dass du und ich mal so gute Freunde werden würden. Es gab eine Zeit, in der du für mich tatsächlich ein Mr. M - Ersatz warst, mein bester Freund. Und auch wenn wir jetzt nicht mehr sooo viel schreiben, ich weiß, dass du da bist. Und das bedeutet mir unendlich viel. Wir haben diese Art Vertrauen, die nicht einfach verschwindet, nur weil man mal nicht schreibt. Danke dafür.

6. Thao

Du bist die Neue in unserer Klasse und... Ja, was soll ich sagen. Dein Selbstbewusstsein hat mich, wie denke ich alle von uns, fasziniert und in deinen Bann gezogen. Wir waren gut, glaube ich. Nur, was an dir und deiner Geschichte echt ist und was falsch, kann ich nicht sagen. Ich bin misstrauisch, ehrlich gesagt. Und genervt. Wir waren gut, habe ich gesagt. Aber das ist vorbei. Lügen haben kurze Beine und wer geht, der muss nicht wiederkommen. Du hast mein Leben bereichert, interessanter gemacht. Aber jetzt... Nunja, mögen die Spiele beginnen.

7. David

Ich glaube, ich hab über dich so viel geschrieben, ich muss eigentlich gar nicht mehr groß was zu dir sagen. Du hast mir eine wunderbare Nacht geschenkt, voller Worte und Schweigen und dafür möchte ich dir danken, genauso wie für die Tatsache, dass du derjenige bist, der dieses Jahr trotz der kompletten Langeweile zu einem erwähnenswerten in meinem Lebenslauf gemacht hat. Du bist gekommen und gegangen. Und das war's. Aber die Zeit, die du da warst, war gut. Jedenfalls anfangs. Danke dafür.

8. Paula

Schon komisch, wie wir angefangen haben. Wir haben uns noch nie gesehen. Und trotzdem kennst du mich wahrscheinlich besser als die meisten anderen Menschen. Du kennst diese Briefe hier. Und du bist immer da. Du bist meine Twinnie. Danke dafür, dass es dich gibt und dass wir uns hier, in den Weiten der Internets, begegnet sind. Ich muss gestehen, ich habe nicht geglaubt, dass einem Fremde so wichtig werden könnten.

9. Luise

Auch wenn unser Start misslungen ist. Und die Zeit danach. Ich glaube, wir sind jetzt gut. Wir sind vielleicht nicht perfekt. Aber wir haben gleich zu Anfang so viele Fehler gemacht, beide. Das überschattet immer alles. Trotzdem warst du diejenige, die mich am meisten berührt hat, dieses Jahr. Dafür möchte ich mich bei dir bedanken. Du bist ein wundervoller Mensch und ich möchte, dass du eins weißt, wenn du eines Tages stirbst: Ich liebe dich.

10. Hannah

Wir sind in so vielen Dingen so gleich, dass es beinah gruselig ist. Und auch wenn uns ein unglücklicher Umstand zusammengeführt hat, ich bin froh, dass ich dich kenne. Ich glaube, du bist der einzige Mensch, der mich versteht, was dieses ganze Mr. M - Luise - ich - Drama-Dreieck angeht. Weil du als Vierte im Bunde selbst Teil der Geschichte warst. Danke dafür, auch nach all dieser Zeit. Ich glaube, diese Sache hat unser beider Leben auf eine Weise verändert, über die wir niemals ganz hinwegkommen werden. Und auch wenn du diejenige bist, die Angst hat. Ich brauch dich genauso um mit allem klarzukommen. Danke für's du sein. :*

11. Julius

Was du und ich sind, weiß ich auch nicht. Jedenfalls nicht normal. Ich mein, ganz ehrlich, wer diskutiert schon nachts um 2 darüber was Angst in der Psyche der Menschen verursacht und wie gefährdet die Demokratie als politisches Modell in dieser Hinsicht ist? Das schaffen echt nur wir beide. Danke für's aushalten und mit mir verrückt und gleichzeitig trotzdem intellektuell sein. Du bist ein ganz besonderer Mensch. 

12. Sophie

Was soll ich zu dir schreiben? Du bist meine beste Freundin. Zusammen sind wir unschlagbar. Reicht das nicht aus? Ich liebe dich. Worte dafür gibt's nunmal nicht. 
Ohne dich bin ich nichts.

13. Laura

Du bist seit 10 Jahren an meiner Seite. Ich hab seitdem noch nie länger als 6 Wochen ohne dich verbracht. Du bist mein kleiner Engel und meine große Schwester. Verrückt oder? Aber nicht verrückter als wir. Ich liebe dich, Laura. Unbeschreiblich sehr.

Alexander, Laura und Sophie zusammen, sind meine Rettung. Meine Rettung von allem. Mein Sonnenschein, die Vervollständigung meines Lebens. Laura, Sophie und ich zusammen sind unschlagbar. Wir sagen immer, wir sind drei in einer Person. Wir kennen uns. Es vergeht kein Tag an dem wir nicht gleichzeitig die Gedanken des anderen aussprechen. Ich könnte versuchen, zu beschreiben, wie wir sind, aber Alexander, ich würde scheitern. Deswegen lass ich es bleiben.
Ich möchte nur eins sagen:
Diese beiden sind das Beste, was mir je passiert ist.

Und was auch immer kommen wird,
solange sie bei mir sind,
kann mir nichts passieren.
Und das ist die Wahrheit.

Alter Schwede, dieser Brief ist unerträglich lang.
Sorry, aber es musste sein.
Ich werd mich jetzt auch schleunigst in mein Bettchen kuscheln,

damit ich wenigstens noch ein bisschen Schlaf kriege,
bevor ich wieder aufstehen und die 15 Kerzen auf meinem Kuchen auspusten darf.
15, Alexander.
Ich bin gespannt, was passieren wird, dieses Jahr.
Bin ich wirklich.
Ich hoffe du bleibst bei mir, Alexander.
Du und ihr anderen, die ihr alle hier seid.
Ihr seid für mich das größte Geschenk auf Erden.
Vergesst das niemals.
Ihr habt mir schon so manches Mal die Hoffnung gerettet.
Danke dafür, an euch.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey Rebecca
Ich liebe deinen blog, indem du all die ungesagten Worte sagst, die du sonst für immer verschweigen würdest. Ich liebe dich, dich und Alexander.
Ihr seid wundervoll.
Xoxo June

Emma- Lotte hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch! UNd wie fühlst du dich:)? Deine Phasen kenne ich nur zu gut, ich nenne mich dann immer die ,,Wahnsinnige",a ber glaube ir, dass geht auch wieder. Du siehst dich gerade nur so, wie du denkst, dass andere Leute dich sehen. UNd ich kenne auch diese ,;Selbsteinschätzung", die bei mir immer anders ist, als die, die ich zeige, jedoch ist wahrscheinlich keine von ihnen die ,,wahre", sondern die in der Mitte. Was denkst du, denken die anderen, glaubst du, du hättest dich ihnen nicht gezeigt? ... Wer ist eigentlich Mr. M? Ich melde mich mal wieder, wenn du willst. KEnnst du dich? Wenn ja, wer, was und wie bist du? vllt. auch noch wo. Ach ja, du schreibst keinen Müll, das tue nur ich.

Lu hat gesagt…

Was soll ich sagen, Darling?
Ich liebe dich. Du bist meine Twinnie und ohne dich würde ich nicht mehr atmen.
Genieß dein Leben, egal, was passiert.
Du wirst sehen, irgendwann wird deine Welt perfekt und du in Ordnung sein.
Für immer die deine

herzballon hat gesagt…

Alles Gute nachträglich :)
Anneke ♥

Madame Traumtänzerin hat gesagt…

Alles Gute nachträglich, Liebes. Möge es das beste jahr deines Lebens werden.