Donnerstag, 12. Juni 2014

Alexander.

In 11 Tagen hab ich Praktikum und dann sind Sommerferien.
Das ist so bald.
Sechs lange Wochen frei.
Ich brauch noch dringend irgendnen Ferienjob, dringend, dringend,
aber ist ein bisschen doof, wenn man erst 15 ist.
Hast du ne gute Idee, Alexander?
Oder hast du sowas schon mal gemacht?
Im Herbst sind so verdammt viele Konzerte, auf die ich will
und auch wenn ich sicherlich meine Eltern anpumpen könnte,
ist mir das unangenehm,
ich will das lieber selbst bezahlen.

In drei Stunden beginnt die Fußball - Weltmeisterschaft 2014
und ich hab mir schon einen Plan gemacht,
wann ich welches Spiel gucken kann,
eher als Mitternacht schlaf ich eh nie.
Vorher will ich nochmal mit meinem Bruder longboarden.
Meine Zeit ist beinah minutiös durchgeplant,
aber nur beinah.
Morgen beispielsweise geh ich mit den Leuten vom Wochenende in den Schlossgarten,
wenn ich mit der Tanztheaterprobe fertig bin,
das wird so gegen 18 Uhr sein.
Da ich garantiert um 10 zu Hause sein muss
(dieses Wochenende ist nur mein Vater zu Hause und der ist da immer etwas strenger)
komm ich genau pünktlich
zur zweiten Halbzeit
von Spanien vs. Niederlande.

Samstagmorgen dann wieder in die Schule, bis 16 Uhr, Tanztheaterendproben nehmen immer einiges an Zeit in Anspruch,
danach dann mit Luise in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter".
Das haben wir uns vorgenommen, seit wir im Januar entdeckt haben, dass das Buch verfilmt wurde, haha.
Zu dem Film werd ich hier vielleicht auch eine Rezension machen - kommt drauf an, ob du das hören willst ;)
Wobei mich der allgemeine Hype beinah schon wieder nervt,
ganz ehrlich, ich mag es so viel lieber,
wenn die wirklich schönen Dinge auf ewig Insider bleiben.

Und Sonntag wieder Tanztheater und danach vielleicht mit den Longboardern aus meiner Klasse (eigentlich so gut wie alle, haha) um die Seen hier.

Schule an sich kommt in meiner Planung gar nicht mehr vor,
und das, obwohl uns die Lehrer zwei (!!!!) Wochen vor Notenstopp nochmal ordentlich Vorträge und Projekte reinknallen -.-
Meiner Klasse ist das egal,
wir sind alle schon ganz aufgedreht
und zur Zeit geht's mir andauernd so,
dass ich einfach nur da sitz
und allen um mich herum zu sehe,
beim Reden und Lachen
und dann denk ich mir,
wie unfassbar gern ich jeden einzelnen hab.
Und dass wir schon seit 5 Jahren in einer Klasse sind
und wie eine große Familie
und dass ich sie alle so vermissen werde,
nächstes Jahr.
Ich werd ein Austauschjahr machen,
hab ich das schon erwähnt, Alexander?
Nach Kanada soll's gehen und ich bin mir schon jetzt sicher,
dass das ziemlich cool werden wird.
Und auch wenn wir dann eh in Kurse aufgeteilt werden und sich alle ändert,
ich werd sie vermissen.
Ziemlich sehr.

Aber Alexander, auch das ist noch immer nicht der eigentliche Grund meines Briefes.
Mir ist nämlich vorhin was aufgefallen.
Sophie, Laura und ich werden immer irgendwie befreundet sein.
Wir drei sind alt genug und vor allem auch schon lange genug befreundet
und unser Problem oder mein Problem oder wie auch immer
auszubaden und zu überstehen.
Vielleicht sind sich die beiden näher
als ich es ihnen jemals wieder sein werde.
Aber Alexander, da ist keine Eifersucht oder Sehnsucht in meinem Herzen.
Die beiden werden immer auch meine Freunde sein,
unabhängig vom jeweils anderen.
Wir sind noch nicht vorbei.
Die Distanz tut uns gut, keine Frage.
Und es wird irgendwann wieder besser werden.
Das ist einfach so.
Ich hoffe das nicht mal, ich weiß das einfach.
Punkt.

Mach dir nen schönen Abend, Alexander ♥
Und viel Spaß beim Fußball gucken oder was auch immer sonst du heute machst!

Deine Rebecca

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