Mittwoch, 16. April 2014

Guten Morgen, Alexander.

Oder, sollte ich besser guten Tag sagen?
Nein... weißt du was, ich hab Ferien und alles vor 12 Uhr ist für mich morgens,
da kannst du machen, was du willst.

Bisher ist noch nicht viel spannendes passiert,
außer dass ich Migräne hatte - ja, nach anderthalb Jahren mal wieder und dann ausgerechnet in den Ferien -
und deswegen den Filmabend mit Gustav absagen musste.
Er war traurig deswegen, ich eher erleichtert.
Wir beide sind wirklich gute Freunde, keine Frage,
aber Sophie deutet hin und wieder mal Dinge an, die in eine andere Richtung gehen.
Und da kann ich beteuern, wie ich will, dass da nichts ist,
sicher weiß ich es nicht.
Und nachdem er mich gefragt hatte, ob ich bei ihm übernachten will
und ich mich da nicht richtig klar positioniert hab,
weil ich einerseits auch gehofft hatte,
mit ihm vielleicht mal in Ruhe wegen der ganzen Laura - Sophie - ich - Sache reden zu können,
waren meine Kopfschmerzen DIE Entschuldigung für,
sauber aus der Sache rauszukommen.

Für solche Situationen hatte ich noch nie ein glückliches Händchen.
Ich weiß nicht, ob du dich noch an diesen Jungen erinnerst,
der mich in den Sommerferien einfach so geküsst hat.
Der hieß Ben, wohnt ungefähr zweieinhalb Stunden von hier entfernt
und hat mich dann tatsächlich noch mal für ein ganzes Wochenende besucht - ausgerechnet das Wochenende,
an dem ich letztendlich mit David zusammengekommen bin.
Ich hab's nicht über's Herz gebracht, Ben abzusagen,
vor allem, weil er sich schon so sehr gefreut hat, mich zu sehen.
Gleichzeitig wollte David unbedingt jede freie Minute mit mir verbringen.
Denn ja, auch wenn es im Nachhinein sicherlich anders klingt,
aber anfangs war er ziemlich verrückt nach mir.
Das war echt kompliziert und im Endeffekt hab ich mich auch da irgendwie durchgehangelt,
allerdings nicht ohne mir im Nachhinein eine Predigt von meinen Eltern anhören zu müssen.

Für diese Ferien steht bei mir eigentlich nichts weiter an,
ich hab mir (wie immer) eine Menge Dinge vorgenommen,
wie zum Beispiel endlich mal die passende Austauschorganisation für mein Jahr nach Kanada zu finden,
mich dann nach Stipendien umzusehen,
Termine für einen Tanzkurs festzulegen, mein Fahrrad zu putzen...
All sowas eben, wozu ich sonst nie komme,
weil ich keine Lust hab.
Und ich muss gestehen, bisher hab ich noch nichts davon auch nur in Gedanken angefangen.
Stattdessen sitz ich auf meinem Sofa und gucke eine Folge "Pretty Little Liars" nach der anderen.
Und das, obwohl draußen die Sonne scheint.
Hachje, Alexander, was soll nur aus mir werden?

Zum Glück bin ich für Freitag mit Sophie und Laura übernachtet,
bis dahin muss ich mich dann mal aufgerappelt haben.
Wir wollen zusammen in die Kirche gehen (um unserem christlichen Glauben ein bisschen gerecht zu werden)
und dann Fotos machen, "Stolz und Vorurteil" gucken, weil wir diesen Film alle drei vergöttern
und am Samstag dann noch ins China-Japan-Restaurant bei Laura um die Ecke gehen.
Ich muss ehrlich sagen, Alexander,
ich bin mir nicht sicher, ob ich mich darauf freuen soll, oder nicht.
Es kann richtig gut werden.
Es kann aber auch richtig scheiße werden.
Ich hab wirklich ein bisschen Bammel davor.
Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.
Und mit einem Lächeln auf den Lippen und ein bisschen Selbstvertrauen müsste es doch eigentlich klappen, oder?
So eine Freundschaft wirft man nicht einfach weg, das war mein Mantra in den letzten Wochen.
Ich hoffe, sie denken dasselbe.

Mit besten Grüßen von der strahlenden Sonne
(und der letzten Folge "Pretty Little Liars" für heute)
drück ich dich ganz fest, Alexander.
Pass auf dich auf und genieß den Frühling.

♥ Deine Rebecca.



Keine Kommentare: